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Kieler "Tatort": Das Glück der Anderen

04.03.2019 - Der Neid auf die Nachbarn wird im Kieler "Tatort" zum Mordmotiv. Borowski und Sahin stellen nebenbei einen international gesuchten Mafioso und stehen im eigentlichen Fall vor Rätseln.

  • Borowski und Sahin in der niedergemähten Wohnung. © NDR / Christine

    Borowski und Sahin in der niedergemähten Wohnung. © NDR / Christine Schroeder

  • An der Kasse fühlt Peggy sich unsichtbar. © NDR / Christine

    An der Kasse fühlt Peggy sich unsichtbar. © NDR / Christine Schroeder

Der neue Kieler "Tatort :Borowski und das Glück der Anderen" ist vor allem eine Charakterstudie. Es geht hier wieder weniger um die Frage, wer es war, als das warum.

Supermarkt-Kassiererin Peggy beobachtet jeden Tag ihre schönen und wohlhabenden Nachbarn gegenüber. Als die sich ausgelassen freuen, während die Zahlen des 14-Millionen-Lotto-Jackpots verkündet werden, ist ihr klar: Die Nachbarn haben abgeräumt!

Sie hätten doch alles was sie bräuchten, fragt sie ihren Mann Micha. Klar, mehr wäre ja auch unanständig, meint der. Doch Peggy ist offenbar anderer Ansicht. Alles was die Nachbarn haben, steht ihr auch ihr zu, ist sie überzeugt. Also bricht sie kurzerhand gegenüber ein und sucht nach dem Lotto-Schein. Der ist, wie es in der Zeitung stand, noch gar nicht eingelöst worden. Doch während sie das Haus auf den Kopf stellt, findet sie eine Pistole. Als dann der Mann nach Hause kommt und vor ihr steht, führt eins zum anderen und schon liegt der Nachbar durchlöchert und verblutend da.

Das stellt Kommissar Borowski (Axel Millberg) und Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) vor ein Rätsel. Denn sie finden kein Motiv für die Tat. Die verdächtige Ehefrau, die sich vor der Befragung erstmal ordentlich Make-up auftragen muss, wirkt zwar kühl, aber man nimmt ihr die Trauer um ihren Mann ab.

Während Borowski Peggy langsam auf die Spur kommt, bricht diese erneut ins Nachbarhaus ein, denn der Lotto-Gewinn wurde immer noch nicht eingelöst. Während sie sich einen Schluck aus der herumstehenden Weinflasche genehmigt, verschüttet sie etwas edles Nass auf dem weißen Sofa und versucht sofort, den Fleck hektisch mit Salz wegzuschrubben, wobei sie die Anlage einschaltet und der "Säbeltanz" ertönt. Peggy versucht daraufhin verzweifelt, die richtige Fernbedienung zu finden, um das Gerät abzuschalten. Es sind Szenen wie diese, die den Kieler "Tatort" sehenswert machen. Das beste Bild wird jedoch schon gleich zu Anfang gezeigt. Mit dem Rasenmäher fährt Peggy über den Flokati, gegen den Glastisch und zerlegt gleich die komplette Einrichtung. Die Fernbedienung wird im Mixer zerschredert.

Währenddessen bekommen Brosowski und Sahin ihr neues Büro und räumen erstmal allen modernen Quatsch wieder raus. Borowski darf sich dann auch noch als Sahins Partner ausgeben, weil die meint, so besser an eine Wohnung heranzukommen. Man hätte sich noch mehr dieser starken und komischen Bilder gewünscht, denn so ganz kann sich dieser "Tatort" nicht zwischen Satire und Ernsthaftigkeit entscheiden. Zum Karneval gibt es dann doch nicht den kompletten Klamauk, wie man ihn aus Weimar kennt. Das wäre auch gar nicht nötig gewesen, aber vor allem in der Mitte fehlt es deutlich an Spannung. Da wirkt der Film so, wie Peggy ihren Mann beschreibt: Lasch. Mehr Mut zur Satire und Absurdität, zum Wahn der Protagonistin, hätte hier gut getan. Die Wendungen, mit denen der Film aufwarten kann, sind auch alle recht vorhersehbar. Überzeugen kann vor allem aber Katrin Wichmanns Darstellung der Peggy, sie spielt auch die teilweise recht hölzernene Dialoge noch einigermaßen überzeugend.

Wer sich vom Neid auf das Glück der anderen zerfressen lässt, steht am Ende mit Nichts da und zerstört das, was er eigentlich hat. So zeigt es dieser recht unterhaltsame "Tatort" aus dem Norden. Eine unterhaltsame Sozialsatire, mit urkomischen Szenen, von denen man sich aber noch einige mehr gewünscht hätte.

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