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"Tatort" Köln: Entschärfte Spannung

01.04.2019 - Ein "Bombengeschäft" im "Tatort": In Köln wird ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg ausgegraben. Bei der Explosion kommt ein Mann ums Leben, doch die Umstände sind verdächtig.

  • Bombenentschärfer-Nachwuchs Maiwald will wenig intelligent sein Können unter Beweis stellen und sprengt sich dabei beinahe in die Luft. © WDR / Martin Valentin

    Bombenentschärfer-Nachwuchs Maiwald will wenig intelligent sein Können unter Beweis stellen und sprengt sich dabei beinahe in die Luft. © WDR / Martin Valentin Menke

  • Bombenentschärfer Maiwald (Ralph Herforth) und die Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) rätseln, wie das Opfer zu Tode kam. © WDR / Martin Valentin

    Bombenentschärfer Maiwald (Ralph Herforth) und die Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) rätseln, wie das Opfer zu Tode kam. © WDR / Martin Valentin Menke

Bei Bauarbeiten wird in Köln eine Fliegerbombe gefunden. Viele amerikanische Bomben, die nicht explodiert sind, liegen in Köln und anderen Städten noch vergraben. Doch beim Fund im neuen Kölner "Tatort: Bombengeschäft" ist so einiges seltsam. Die Bombe explodiert erst bei Ankunft beim Kampfmittelräumdienst, nachdem sie eigentlich sicher geborgen war - und reißt den Sprengmeister in den Tod. Bald ist klar, da steckt mehr dahinter. Der Mann wurde ermordet. Also ermitteln die "Tatort"-Veteranen Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus J. Behrendt). Die Spur führt zum Bauunternehmer auf dessen Grundstück die Bombe gefunden wurde, und seinem neuen Bauprojekt. Aber auch die Witwe des Opfers verbirgt etwas.

Mit der Witwe bringt dieser "Tatort" den Bosnien-Krieg ins Spiel. Den hat Alena Krämer miterlebt und ist davon traumatisiert. Der Kumpel und Kollege von Opfer Krämer sitzt durch einen Arbeitsunfall im Rollstuhl. Zusammen haben sie offenbar den Bauherrn erpresst, der die Bomben auf dem Grund seines neuen Bauprojektes verschwiegen hat. Mitgeholfen hat dabei das Bombenentschärfungsunternehmen Maiwald, das erklärt hat, das Grundstück wäre frei von Bomben - damit munter weiter gebaut werden kann. Doch die Bomben einfach unter den Teppich zu kehren bzw. in der Erde zu lassen, hat dann doch nicht funktioniert.

Wieder einmal wird hier ein kleinbürgerliches Milieu beleuchtet, hinter dessen spießiger Fassade der Abgrund lauert. Dabei wirken die Figuren und Dialoge aber leider eher aufgesetzt als authentisch. Auch die Motive des Täters und des Bösewichts (der geldgierige Bauherr) sind etwas weit hergeholt. Leider gelingt es dem Film auch kaum Spannung aufzubauen. Dabei ist der Vorgang des Bombenentschärfens an sich ja schon hochspannend. Die beliebten Kommissare Schenk und Ballauf dürfen auch nicht viel Privates zeigen. Kein Wunder, ihren ersten Fall übernahmen die beiden 1997. 22 Jahre und 78 Folgen später fällt den Autoren offenbar nicht mehr viel zu den beiden ein. Dabei wäre auch gerade dadurch viel Potential zur Figurenentwicklung gegeben. Immerhin geht Schenk bzw. sein Darsteller Bär, der als Metzgersohn zwischendurch mal aufs Fleisch verzichtet hat, nicht mehr Currywurst essen. Ebenso wenig ausgearbeitet wie die Kommissare sind die anderen Figuren in "Bombengeschäft". Dabei hätte es in den angelegten Rollen viel Potential gegeben. Auch die vielen Verdächtigen helfen hier leider nicht, Spannung aufzubauen und die verschiedenen Anspielungen auf verschiedene Kriege - am Anfang läuft zum Beispiel das Antikriegslied "Enola Gay" von OMD, das sich auf den Flieger bezieht, der die Hiroshima-Bombe abwarf - bleiben eben nur Anspielungen ohne echten Bezug zur Story.

"Bombengeschäft" setzt leider ein an sich spannendes Thema uninspiriert und undurchdacht um. Da ist noch viel Luft nach oben. Auch "Tatort"-Veteranen wie Schenk und Ballauf bzw. Bär und Behrendt haben bessere Drehbücher verdient.

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