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"Tatort" Köln: Wie homophob ist die Polizei?

12.06.2019 - In Köln wird ein Polizist brutal ermordet. Das dient dem Kölner "Tatort: Kaputt" als Rahmen, um Homophobie und falschen Korpsgeist unter Streifenpolizisten zu beleuchten.

  • Bei einem brutalen Angriff wurde die Polizistin Melanie Sommer (Anna Brüggemann verletzt und ihr Kollege getötet. © WDR / Thomas

    Bei einem brutalen Angriff wurde die Polizistin Melanie Sommer (Anna Brüggemann verletzt und ihr Kollege getötet. © WDR / Thomas Kost

  • Ballauf (Klaus J. Behrendt,r) und Schenk (Dietmar Bär) ermitteln im Fall eines brutal ermordeten Kollegen. © WDR / Thomas

    Ballauf (Klaus J. Behrendt,r) und Schenk (Dietmar Bär) ermitteln im Fall eines brutal ermordeten Kollegen. © WDR / Thomas Kost

Bei einem Routineeinsatz wegen Ruhestörung werden zwei Streifenpolizisten in eine Falle gelockt. Polizist Frank Schneider und seine Kollegin Melanie Sommer (Anna Brüggemann) werden brutal zusammengeschlagen. Schneider stirbt, Sommer überlebt traumatisiert. So schlimme Gewalt gegen Polizisten habe er noch nie erlebt, sagt der Revierchef Schäfer (Götz Schubert). Gleichzeitig wird klar gestellt, dass die Kollegen von der Homosexualität des Opfers nichts hielten. Dass sein Partner ebenfalls auf dem Revier arbeitet, hat ihnen auch nicht gefallen. Ausgerechnet in Köln waren der Tote und sein Partner also Homophobie und Mobbing durch die Kollegen und den Chef ausgesetzt. Ein Thema, das in diesem "Tatort" aber nur oberflächlich behandelt wird. Tatsächlich gibt es längst Einrichtungen innerhalb der Polzei gegen Diskriminierung. Dass diese trotzdem vorkommt, überrascht natürlich nicht. In "Kaputt" wird das Thema jedoch nicht sehr feinfühlig umgesetzt. Ständig fallen homopbobe Beleidigungen. Als Polizist schwul zu sein, wäre so schlimm wie bei Fußballern. Das ist dann doch etwas übertrieben.

Ballauf und Schenk ermitteln drei Verdächtige. Eine davon eine junge drogensüchtige Frau. Ihre Motive bleiben jedoch unklar. Treibende Kraft war wohl ein Mann, dessen Eltern durch einen durch Polizisten verursachten Unfall ums Leben kamen bzw. schwer verletzt wurden. Da wurde brutal Rache geübt. Rache will dann ihrerseits auch Polizistin Sommer üben,  die nach dem Vorfall gleich wieder arbeitet. Dabei vergisst sie jedoch jegliche Rechtsstaatlichkeit und übt Selbstjustiz.

Das ist leider alles recht mäßig spannend inszeniert. Am schlimmsten sind jedoch die hölzernen Dialoge. Da können auch die eigentlich guten Schauspieler wie Anna Brüggemann nichts mehr retten. Ihnen hätte man ein besseres Drehbuch gewünscht. Seit 97 ermitteln Schenk und Ballauf nun schon zusammen. Dass da immer noch Potential für gute "Tatort"-Fälle ist, hat "Weiter, immer weiter" gezeigt, welches den trostlose Alltag von Streifenpolizisten wesentlich besser dargestellt hat. Auch für die wichtigen Themen Gewalt gegen Polizisten, Homophobie in der Polizei hätte man sich eine differenziertere Darstellung gewünscht.

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