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"Tatort" Ludwigshafen: 30 Jahre Lena Odenthal

18.11.2019 - Ganze 30 Jahre ermittelt Ulrike Folkerts schon als Lena Odenthal im „Tatort“ Ludwigshafen. Die Jubiläumsfolge knüpft an ihren dritten Fall an und vereint sie mit Ben Becker.

  • Nach 30 Jahren wieder vereint  im "Tatort": Ulrike Folkerts und Ben Becker. © SWR / Jacqueline

    Nach 30 Jahren wieder vereint im "Tatort": Ulrike Folkerts und Ben Becker. © SWR / Jacqueline Krause-Burberg

  • So jung sahen die beiden damals aus! Ben Becker (damals 26) und Ulrike Folkerts (damals 30) 1991. © SWR / Johannes

    So jung sahen die beiden damals aus! Ben Becker (damals 26) und Ulrike Folkerts (damals 30) 1991. © SWR / Johannes Hollmann

Ben Becker kehrt in seine alte Rolle als Stefan Tries zurück. Dieser leitet nun eine kleine Dienststelle auf dem Dorf nicht weit der französischen Grenze, Zarten wird auch „Pfälzisch-Sibiren“ genannt. Dort will die Jugend so schnell wie möglich Weg, doch Tries ist dort geblieben und hat es aufgegeben, für Ordnung zu sorgen. Auf seinem Revier geht es nicht so zu, wie man es erwarten würde. Die Polizisten sehen lieber Fußball und trinken dabei Bier, als auf Streife zu gehen. Nur der neue junge Kollege Benny nimmt seine Arbeit genau und will abends nochmal los. Chef Tries kommt mit. Benny stoppte einen zu schnellen LKW. Der französische Fahrer ist verdächtig und es kommt zum großen Unglück. Benny wird erschossen.

Lena Odenthal ermittelt im Fall und trifft auf Tries, den sie von früher kennt. Vor 30 Jahren arbeiteten die beiden zusammen und kamen sich wohl auch ein bisschen näher. Tries versucht gleich an die alten Zeiten anzuknüpfen und bei Odenthal zu landen. Wer glaubt, Odenthal wäre wie ihre Darstellerin lesbisch, irrt. Das wurde in all den Folgen nie bestätigt. Ben Becker gestand, dass er damals wohl tatsächlich ein wenig in Folkerts verliebt war. Die Chemie von damals flammt wieder auf, als Odenthal versucht, einen auf alte Zeiten zu machen und dadurch mehr herauszufinden. Denn das ist ein gelungener Kniff des Films. Während es scheint, dass Folkerts noch im Dunkeln tappt, was die Ermittlungen angeht, hat sich in Wirklichkeit eine große Einheit für interne Ermittlungen in der örtlichen Kegelbahn eingerichtet - wobei man sich fragt, wie sie jemals hoffen konnte, das geheim zu halten. Es gab anonyme Hinweise, dass das Revier korrupt ist. Offenbar bereichern sich die Polizisten, indem sie bei Verbrechen lieber wegschauen und mit der französischen Mafia zusammenarbeiten. Keiner im Dorf mag reden, auch nicht die junge Frau des Ermordeten.

Odenthal und Tries kommen sich schließlich zu alten Bob Dylan Songs und beim Koksen näher, während man sich fragt, wer da eigentlich wem etwas vorzuspielen versucht. Odenthals Plan, Tries wegen des Mordes zu überführen geht allerdings schief, denn der Chef der internen Ermittlung wirft ihr Befangenheit vor. Dass sie vom Fall abgezogen wurde, interessiert sie aber natürlich nicht. Zusammen mit Kollegin Stern (Lisa Bitter) muss sie am Ende zusehen, wie sich Tries selbst erschießt.

Das große Manko an diesem Drehbuch, das von Stefan Dähnert stammt, der damals auch die erste Begegnung der beiden im Fall von 1991 „Tod im Häcksler“ geschrieben hatte,  ist allerdings, dass die Spannung sich allein aus dem Zusammenspiel der Figuren ergibt, denn die meisten Fragen, die sich der Zuschauer stellen könnte, sind viel zu schnell beantwortet. Die Korruptheit der Polizisten ist von Anfang an zu erkennen. Wer da nun eigentlich geschossen hat, ist da nicht ausschlaggebend. Odenthal stellt sich auch nicht gerade besonders geschickt dabei an, die korrupten Beamten zu überführen. Dabei bleibt die Spannung zwischendurch leider ziemlich auf der Strecke. Hinter der nostalgischen Beziehung zwischen Odenthal und Tries gerät alles andere in den Hintergrund, so auch das eigentlich Opfer, der junge Polizist, der die Korruption aufdecken wollte und deshalb sterben musste. Herausragend ist da allein das immer gute Spiel Ben Beckers und auch Maria Dragus („Das weiße Band“) glänzt in ihrer Rolle als junge Polizistin.

Zu ihrem 30-jährigen Jubiläum hätte man Ulrike Folkerts ein besser durchdachtes Konzept gewünscht. Kein anderer Kommissar hat so viele „Tatort“-Folgen drehen dürfen wie Folkerts. Über 70 sind es inzwischen und ein Ende wurde bisher nicht angekündigt.

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