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"Tatort" Luzern: Geiseldrama als absurdes Kammerspiel

31.12.2018 - Im neuen Luzerner "Tatort: Friss oder stirb" gibt es Sozialsatire anhand einer undurchdachten Geiselnahme. Die Kommissare sind dabei nicht viel mehr als Zaungäste.

  • Liebknecht nimmt erst mal die Tochter als Geisel. © ARD Degeto/ORF / Daniel

    Liebknecht nimmt erst mal die Tochter als Geisel. © ARD Degeto/ORF / Daniel Winkler,

  • Die Kommissare sind kaum zum Ermitteln gekommen, schon werden sie als Geiseln genommen. © ARD Degeto/ORF / Daniel

    Die Kommissare sind kaum zum Ermitteln gekommen, schon werden sie als Geiseln genommen. © ARD Degeto/ORF / Daniel Winkler

Die Luzerner Kommissare Liz Ritschard und Reto Flückiger werden zur Szene eines brutalen Mordes gerufen. Eine Professorin wurde mit einer Schere erstochen. Doch dieser Fall ist in "Friss oder stirb" eigentlich nur Beiwerk. Im Fokus steht eine Geiselnahme, die entfernt mit dem Mord in Zusammenhang steht. Verdächtig ist da der CEO eines Schweizer Autoherstellers. Dessen Auto wurde vor dem Haus der Ermordeten geparkt. Davon ahnt Mike Liebknecht nichts. Der macht sich auf den Weg, um vom reichen CEO Geld zu erpressen. Doch erstmal trifft er in dessen Luxusvilla auf dessen Frau und erwachsene Tochter. Die nimmt er als Geiseln. Davon sind die beiden Frauen allerdings wenig beeindruckt. Als die Tochter an ihr Handy kommt twittert sie erstmal "Hashtag strange guy in meinem Haus".

In diesem Ton ist der ganze Film gehalten. Recht realitätsfern, aber dabei erfrischend komisch. Der Grund für die ganze Geiselnahme erscheint dann auch recht weit hergeholt. Der Geiselnehmer hat seinen Job für einen Zulieferer des Autoherstellers verloren. Für ein paar Cents gibts seine Schrauben jetzt billiger aus China. Daher stünde ihm nun das Gehalt bis zur Rente zu, das er eigentlich bekommen hätte. CEO Seematter rechnet erstmal vor, dass er ja die Inflation berücksichtigen müsse, folglich noch mehr Geld fordern sollte. Mal eben bezahlen kann er das jedoch nicht, das würde der Bank auffallen. So setzte sich die Geiselnahme fort. Und die Kommissare stolpern unverhofft in die Szene, weil sie Seematter zum Mord an der Professorin befragen wollen. Der Vater wollte die Dozentin wohl bestechen, damit sie seiner Tochter bessere Noten gibt, doch darauf ließ die sich nicht ein. Hatten die beiden gar eine Affäre? Frau Seematter will das nur allzu schnell glauben.

Währendessen macht sich der Geiselnehmer erstmal eine Pizza. Das müsse ja alles nicht schlimm enden, meint er. Er fordere ja auch gar nichts Unmögliches. Nur das, was ihm zustehe. Seematter hat da sogar Verständnis für. Als die Situation eskaliert, kann Seematter fliehen. Hat kurz darauf ein Autmotikgewehr parat, schafft es dann aber doch nicht, Liebknecht zu erschießen. Also prügeln sich die beiden mit Fäusten. Nur um dann erschöpft nebeneinander zu sitzen und sich das Du anzubieten. Nach dem Motto, wenn man sich schon fast gegenseitig umgebracht hat, kann man sich auch mit Vornamen ansprechen. Liebknecht bewundert sogar die schräge Kunst Seematters. Der fertigt riesige Insekten aus Metall und benennt sie nach seiner Frau. Doch bei allem Verständnis, aufgeben will der Geiselnehmer auch nicht.

Am Ende kann in diesem "Tatort" jeder aus den niedersten Gründen zum Mörder werden. Das ist vielleicht alles nicht besonders realistisch, aber unterhaltsam ist es allemal.

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