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"Tatort" Luzern: Die Suche nach der Spannung

18.06.2019 - Der neue Luzerner "Tatort: Ausgezählt" wartet mit mehreren Morden, einer entführten Boxerin, die zu verdursten droht, und Mafia-Strukturen im Gefängnis auf, schafft es aber nicht, Spannung aufzubauen.

  • Das Entführungsopfer, die Boxerin Martina Oberholzer(r., Tabea Buser), tötet ungewollt ihre Kontrahentin im Ring. © ARD Degeto/SRF / Daniel

    Das Entführungsopfer, die Boxerin Martina Oberholzer(r., Tabea Buser), tötet ungewollt ihre Kontrahentin im Ring. © ARD Degeto/SRF / Daniel Winkler

  • Ritschard (Delia Mayer) und Flückinger (Stefan Gubser) verfolgen das Leiden der Entführten Martina per Videoübertragung. © ARD Degeto/SRF / Daniel

    Ritschard (Delia Mayer) und Flückinger (Stefan Gubser) verfolgen das Leiden der Entführten Martina per Videoübertragung. © ARD Degeto/SRF / Daniel Winkler

Es ist schon ein Phänomen. Immer wieder gibt es diese "Tatort"-Episoden, die es schaffen, trotz eigentlich höchst spannender Handlung, wie im Fall von "Ausgezählt" der Suche nach einer ohne  Wasser eingeschlossenen Frau, Langeweile aufkommen zu lassen.

Es beginnt mit einem Boxkampf zwischen zwei jungen Damen. Da wird aufeinander eingedroschen, bis die eine bewusstlos k.o. geht. Der Jubel der Siegerin ist jedoch von kurzer Dauer, denn die Besiegte ist tot. Denn durch das Doping erlitt sie einen Herzinfarkt.

Davon, jemanden unabsichtlich getötet zu haben, scheint die Boxerin Martina Oberholzer zunächst wenig betroffen. Dann kündigt sie ihrem überdrehten Manager an, aussteigen zu wollen. Sie würde Schluss machen mit dem Boxen und dem Doping. Das Ambiente ließ einen bisher eher an illegale Boxkämpfe denken. Doch der Manager sah Martina gar bei der EM. Dass es sich hier um eine Profiboxerin handeln soll, ist eine der vielen Unglaubwürdigkeiten dieses Falls. Der Manager will sich das Geld, das er mit Martina machen will, nicht entgehen lassen und sperrt sie kurzerhand in einen Keller ein. Dumm nur, dass Martinas Onkel den Manager nun im Sonnenstudio erschossen hat. Das behauptet er zumindest, die Sache ist aber höchst suspekt. Der Mann war nämlich mal selbst Polizist und sogar Kommissarin Ritschards Vorgesetzter. Nun will er, dass Ritschard ihn ins Gefängnis bringt. Denn dort sitzt der einzige Mann, der noch wissen könnte, wo der verstorbene Manager Martina eingesperrt hat: Der Drogenboss Küng.

Flückinger und der Vorgesetzte finden die Idee nicht sehr überzeugend, aber Ritschard fälscht kurzerhand ein paar Papiere und schleust den Ex-Chef ins Gefängnis. Dort herrscht Korruption und so kann Mafioso Küng weiter seinen Geschäften nachgehen. Dass ihm da niemand einen Riegel vorschiebt, wird auch nicht recht erklärt. Viel Personal scheint es im Luzerner Gefängnis nicht zu geben.

Währenddessen verfolgen die Ermittler das Martyrium der Boxerin in ihrem Kellergefängnis per Videoübertragung. In anderen Krimis hätte man schon längst anhand irgendwelcher Rohre oder dem Mauerwerk die möglichen Gebäude eingegrenzt. Auf diese Idee kommen die Ermittler aber erst als, Martina schon halb tot ist.

Trotz des spannenden Überlebenskampfes der gefangenen Boxerin verliert dieser "Tatort" immer mehr an Spannung. Der Ausgang ist dafür viel zu offensichtlich. Es hilft auch nicht, dass die Kommissare die meiste Zeit nur herumsitzen und keine Idee haben, wie sie Martina retten könnten. Am meisten stört allerdings die deutsche Synchronisation. Man traut es den Deutschen wohl nicht zu, sich das Schweizerdeutsch mit Untertiteln anzusehen. Auch in der Mediathek ist es nicht möglich, die Schweizer Tonspur zu wählen. Die Synchronisation ist dabei so schlecht, dass die sie den Schauspielern jede Glaubwürdigkeit nimmt.

Da ist man fast froh, dass nach dem letzten abgedrehten Luzerner "Tatort" mit Delia Mayer als Liz Ritschard und Stefan Gubser als  Reto Flückinger den Schauspielern nun weitere schlechte "Tatort"-Drehbücher erspart bleiben.

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