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"Tatort" Münster: Eine Stadt im Drogenrausch

05.11.2019 - In Münster wurde der Marktmeister ermordet. Während "Tatort"-Ermittler Boerne sich an einen Mordfall aus seiner Kindheit erinnert, muss Thiel seinen Vater davon abhalten, Drogen ans Altenheim zu verkaufen.

  • "Lakritz" bietet einen rührigen Einblick in Boernes Teenie-Zeit. Vincent Hahnen spielt den jugendlichen Pathologen. © WDR / Willi

    "Lakritz" bietet einen rührigen Einblick in Boernes Teenie-Zeit. Vincent Hahnen spielt den jugendlichen Pathologen. © WDR / Willi Weber

  • In Münster ermitteln Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan-Josef Liefers) im Lakritz-Laden. © WDR / Willi

    In Münster ermitteln Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan-Josef Liefers) im Lakritz-Laden. © WDR / Willi Weber

In Münster wurde der Marktmeister des berühmten Wochenmarktes mit Zyankali ermordet. Ein Mann, der den Markt seit 40 Jahren leitete und in einer Villa lebte, obwohl das sein Gehalt kaum hergab. Als seine Haushälterin ihn tot entdeckt sagt sie: "Er ist tot, endlich."

Verdächtige gibt es allerdings zunächst nicht. Bis Thiel und Nadeschda einen geheimen Raum in der Villa entdecken, wo der Ermordete Akten lagerte, die Material enthalten, mit dem er Staatsanwälte und viele andere erpesste. Da freut sich Staatsanwältin Klemm, jetzt ihre Kollegen hochnehmen zu können.

Ermordet wurde das Opfer mit vergifteter Lakritz. Die Spur führt Boerne in seine Kindheit zurück. Zu einem Lakritz-Laden, in dem die Tochter des Besitzers ihm Mathe-Unterricht geben sollte. Allerdings vertrieb sie sich die Zeit damals lieber mit ihrem Freund als mit dem nerdigen Teenie-Boerne, der in sie verknallt war. Der Arme nahm ihr sogar eine Kassette auf, traute sich aber nie, sie ihr zu geben. Im Rückblick in die 70er Jahre erfährt man, dass Boerne auch schon damals die Anlagen für einen Gerichtsmediziner in sich trug. Denn er erkannte prompt, dass die auf dem Dachboden erhängte Mutter seiner "Nachhilfelehrerin" sich nicht selbst umgebracht haben konnte. Nun setzt er alles daran, den Mord von damals aufzuklären.

Thiel hat ganz andere Probleme. Er ist auf dem Gesundheitstrip und versucht sich an Sport und gesunder Ernährung. Dass es auch einen Mittelweg zwischen ekligen Smoothies (Nadeshda nur: "Grünkernbratlinge? Warum?") und Currywurst gibt, hat ihm offensichtlich noch niemand gesagt. Und mal wieder muss er seinen Vater von der Wache abholen. Der ist ja dafür bekannt, Gras zu verticken und verkauft, sich als Medizinmann ausgebend, Haschkekse ans Altenheim. Dann hat auf dem Markt auch noch jemand Ecstasy in den Smoothie getan und die sich im Rausch befindenden Männer in Anzügen faseln von Liebe und Weltfrieden. Da tanzen die Alten auf den Tischen und die Bürohengste auf der Straße.

Wie gewohnt, ist das Beste am Münster-"Tatort" das Zusammenspiel von Boerne und Thiel. Es geht allerdings ungewohnt harmonisch zwischen ihnen zu. Als Boerne sich an das traumatische Erlebnis erinnert, als Teenie vom Freund seiner angebeteten Lakritzverkäuferin mit dem Kopf in flüssiges Lakritz getaucht worden zu sein, gestehen sie sich sogar endlich ein, Freunde zu sein.

Bei seiner Theorie, dass der fiese Typ von damals, der ihm jegliche Chancen bei der Dame seines Herzens verdorben hat, hätte damals nicht nur ihre Mutter sondern auch heute den Marktmeister ermodete, verrennt er sich allerdings. Thiel kann keinerlei Motiv erkennen, überführt dann aber gekonnt den wirklichen Täter. "Ich habe mich von einem Tattergreis in die Irre führen lasse", ist Boerne entsetzt.

Der Film zwischen 70er-Jahre Nostalgie, Boernes traurigen Kindheitserinnerungen und den Intrigen des Marktmeisters, ist ein typischer Münster-Tatort. Nicht unbedingt logisch, nicht unbedingt tiefgründig. Aber immer äußerst unterhaltsam.

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