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"Tatort" Stuttgart: Fesselndes Kammerspiel im Stau

11.09.2017 - Verkehrschaos in Stuttgart: Ein schier endloser Feierabendstau auf der Weinsteige erhitzt die Gemüter. Mittendrin die "Tatort"-Ermittler Lannert und Bootz. Sie sind sich sicher: Der Hauptverdächtige in einem mysteriösen Mordfall muss irgendwo in diesem Stau feststecken...

  • Thorsten Lannert (Richy Müller) im Gespräch mit Tina Klingelhöfer (Susanne Wuest) und ihrer Tochter Miris (Anastasia Clara Zander). © SWR / Alexander

    Thorsten Lannert (Richy Müller) im Gespräch mit Tina Klingelhöfer (Susanne Wuest) und ihrer Tochter Miris (Anastasia Clara Zander). © SWR / Alexander Kluge

Fahrerflucht - oder doch ein kaltblütiger Mord? In einer Stuttgarter Wohngegend liegt ein junges Mädchen tot am Rande der Fahrbahn. Diagnose: Schädelbasisbruch. Die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) sind prompt vor Ort, um den einzigen Zeugen des Unglücks zu befragen: ein dreijähriger Junge. Doch bei der zähen Befragung stellt Bootz schnell fest, dass ihm seine Aussagen nicht weiterhelfen.

Die einzige Straße, die vom Tatort wegführt, ist wegen eines Wasserrohrbruchs gesperrt. Es hat sich ein ordentlicher Feierabendstau gebildet, nichts geht mehr. Die Ermittler sind sich sicher: Der Täter muss ebenfalls im Stau feststecken! Doch die Zeit rennt ihnen davon - die Sperrung soll in einer Stunde aufgehoben werden.

Während Bootz also am Tatort nach Spuren sucht, befragt Lannert die im Stau stehenden Autofahrer. Doch er hat wohl nicht damit gerechnet, dass genervte Menschen im Feierabendverkehr nicht gerade die angenehmsten Gesprächspartner sind.

"Stau" schlägt ganz neue "Tatort"-Wege ein: Die Handlung ist im Wesentlichen auf zwei Orte beschränkt; läuft nahezu in Echtzeit ab. Es gibt keine Actionszenen, keine Nervenkitzel-Momente - und dennoch weiß der Fall bestens zu unterhalten.

Der Kriminalfall ist gar nicht so wichtig und auch das Privatleben der Ermittler steht mal nicht im Vordergrund, stattdessen stehen die kleinen Momente und Geschichten, die Lannert mit den festsitzenden Autofahrern erlebt, im Fokus. Jeder Charakter bekommt dabei genügend Aufmerksamkeit, um mit sich mit seiner ganz eigenen Story zu entfalten und die Zuschauer zu unterhalten: Frustrierte Eheleute auf dem Weg zur Paartherapie, ein wütender Angestellter, der von seinem Chef ausgenutzt wird, ein Familienvater auf dem Weg zu seiner Affäre, eine arrogante Geschäftsfrau, die ihre schlechte Laune an ihrem Fahrer auslässt, eine nervöse junge Mutter. Mit viel Wortwitz wird ein realistisches Bild des sozialen Miteinanders gezeichnet.

Das TV-Kammerspiel kommt schlicht daher, und begeistert doch in jeder Minute. Die vielen Handlungsstränge fügen sich perfekt ins spannende Gesamtbild ein. 

Auch die Auflösung des Falles kommt ohne viele Worte und ähnlich unaufgeregt daher: Der Stau setzt sich wieder in Bewegung - nur ein Auto bleibt stehen. Die Frau am Steuer weint. Und damit ist auch schon alles gesagt.

Der ungewöhnliche Krimi "Stau" bleibt sicherlich als eines der Highlights der neuen "Tatort"-Saison in Erinnerung. Was meint ihr?

 

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