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"Tatort" Stuttgart: Ist diese Altenpflegerin ein Todesengel?

20.05.2019 - Eine Altenpflegerin gerät unter Verdacht, als zwei ihrer Pflegefälle kurz hintereinander unter ungeklärten Umständen sterben. Die "Tatort" Kommissare Lannert und Bootz sind überzeugt: Diese Frau ist ein Todesengel.

  • "Anne und der Tod" überzeugt vor allem durch Hauptdarstellerin Katharina-Marie Schubert. © SWR / Maor

    "Anne und der Tod" überzeugt vor allem durch Hauptdarstellerin Katharina-Marie Schubert. © SWR / Maor Waisburd

  • Hat Anne den alten Mann getötet? Oder war es vielleicht die von ihm nur "Godzilla" genannte Frau? © SWR / Maor

    Hat Anne den alten Mann getötet? Oder war es vielleicht die von ihm nur "Godzilla" genannte Frau? © SWR / Maor Waisburd

  • Altenpflegerin Anne wird von den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) ins Verhör genommen. © SWR / Maor

    Altenpflegerin Anne wird von den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) ins Verhör genommen. © SWR / Maor Waisburd

Eigentlich wäre dieser Todesfall gleich zu den Akten gelegt worden. Ein älterer, kränklicher Mann stirbt in seinem Bett. Doch die Ärztin ist gründlich und schließt Fremdverschulden nicht aus. Wenn man bedenkt, wie viele tausend Todesfälle gar nicht genau untersucht werden, weil die Ärzte den Totenschein unzureichend ausfüllen und wie viele Mordopfer so unentdeckt bleiben, ist dieses Handeln schon recht unwahrscheinlich. Im Stuttgarter "Tatort" veranlasst es aber die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) die Ermittlungen aufzunehmen. Denn bald gibt es noch einen Todesfall: Ein bettlägeriger alter Mann stürzt die Treppe herunter. Die Gemeinsamkeit zwischen ihnen ist dieselbe Pflegerin, Anne. Und die gerät nun unter Verdacht. Vielleicht ist sie ein Todesengel, mutmaßen Lannert und Bootz. Vielleicht hat sie auch Geld geklaut. Schließlich muss sie als alleinerziehende Mutter in diesem Job ja an Geldnot leiden.

Ähnlich wie der letzte "Tatort" aus Kassel fokussiert sich auch der Stuttgarter "Tatort" ganz auf die Figur der Verdächtigen. Anne wird wieder und wieder vernommen, beteuert ihre Unschuld und wirkt auch nicht im Mindesten schuldig. Sie hat auf alle Fragen der Kommissare eine logische Erklärung. So vermuten sie, dass der verheimlichte Vater von Annes Sohn, der ein Chefarzt sein soll, gar nicht existiert - tut er dann aber doch. Warum genau die Ermittlungen fortgesetzt werden, bleibt unklar. "Unzureichender Tatverdacht" scheint hier nicht zu gelten, ebenso wie die Unschuldsvermutung. Dass den Kommissaren das auch selbst klar ist, macht es auch nicht besser.

Aber es wäre natürlich kein "Tatort", wenn es nicht wenigstens einen Mord gegeben hätte. So wird die Verdächtige weiter in die Mangel genommen, bis sie die Morde gesteht, ob sie sie nun begangen hat, oder nicht. Dass Anne sich für Geld bei ihren Klienten prostituiert hat, ist auch eine aus der Luft gegriffene Vermutung der Kommissare, die sich am Ende dann so halb erfüllt. Einzig das grandiose Spiel von Katharina Marie Schubert als Anne Werner gibt dieser Figur Tiefe und Würde.

Man kann diesen Film als Auseinandersetzung mit dem Pflegenotstand sehen, ein wichtiges Thema. Ebenso die zu vorschnell ausgefüllten Totenscheine. Das rettet aber leider nicht die dünne Story. Nur weil die Ermittler irgendeinem Bauchgefühl folgen, dass allerdings keinerlei Wurzeln in konkreten Beweisen hat, kommt es überhaupt zu den Ermittlungen. Das ist die größte Schwäche dieses Films. Das Portrait einer normalen, hilfsbreiten Frau dagegen, die durch widrige Umstände falsche Entscheidungen trifft und lieber ins Gefängnis geht, als ihre Würde zu verlieren, ist äußerst gelungen.

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