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Berührender "Tatort" Hamburg: Alles für die Tochter

03.12.2019 - Das neue Hamburger Ermittler-Team bekommt es mit einem Scharfschützen zu tun, der einen Trucker niederschießt. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwierig. Vor allem ist es Milan Peschel in seiner Rolle als verzweifelter Vater, der diesen "Tatort" sehenswert macht.

  • Milan Peschel spielt den verzweifelten Vater Thewes. © NDR / Sandra

    Milan Peschel spielt den verzweifelten Vater Thewes. © NDR / Sandra Hoever

  • Die Hamburger Kommissare Grosz (Franziska Weisz) und Falke (Wotan Wilke Möhring) versuchen den Scharfschützen zu finden. © NDR / Sandra

    Die Hamburger Kommissare Grosz (Franziska Weisz) und Falke (Wotan Wilke Möhring) versuchen den Scharfschützen zu finden. © NDR / Sandra Hoever

"Tatort"-Kommissar ist Wotan Wilke Möhring in seiner Rolle als Kommissar Falke schon in 12 Fällen gewesen. Zuletzt durfte allerdings Til Schweiger direkt im Hamburg ermitteln und Möhring war ins Umland verbannt. Nun kehrt er mit neuer Kollegin Franziska Weisz als Julia Grosz zurück. Die Ermittler bleiben in "Querschläger" aber im Hintergrund. Vielmehr ist der Film ein Psychogramm eines verzweifelten Vaters.

Bei einer Zollkontrolle auf einer Raststätte verhält sich ein LKW-Fahrer verdächtig. Als die Polizei ihn stoppen will, rast er erst mal weiter und behauptet dann, er müsse dringend zur Toilette. Doch dann fallen Schüsse. Ein Scharfschütze schießt auf den LKW und erwischt dabei einen Passanten. Die eifrige Komissarin Grosz eilt dem Täter nach, denn sie glaubt, ein Scharfschütze würde fliehen, wenn er verfolgt würde. Das findet Falke berechtigterweise nicht sehr überzeugend und weist seine Kollegin an, sowas nicht noch einmal zu tun. Die Spur führt zum Speditionsunternehmen von Cem Aksoy, der Bruder des Fahrers. Jemand gab dem Zoll einen anonymen Tipp, dass bei ihm nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Aksoy ist ein gutverdienender Unternehmer, der mit seiner Familie am idyllischen Stadtrand lebt.

Wer der Scharfschütze ist, erfährt der Zuschauer lange vor den Kommissaren. Der verzweifelter Vater Steffen Thewes (Milan Peschel), ein Zollbeamter, der sich bisher nichts zu Schulden kommen ließ ("Ich habe immer meine Steuern bezahlt"). Doch seine jugendliche Tochter ist todkrank und nur eine teure Operation in den USA kann sie noch retten. Warum das amerikanische Gesundheitssystem hier besser sein soll als das deutsche sei mal dahingestellt. Um an das nötige Geld zu kommen, will er Aksoy erpressen. Doch der ist stur und rückt das mit "Balkangeschäften" verdiente Bargeld nicht raus.

Als Falke und Grosz ihm auf die Spur kommen, dreht Thewes immer mehr durch und ist bereit alles zu tun, um an das Geld zu kommen. Peschel spielt den verzweifelten Vater überzeugend und eindringlich. Schon seit 2005 spielt er in verschiedensten Rollen im "Tatort" mit. Damals hatte er auch sein Kinodebüt mit "Netto". Für "Halt auf freier Strecke" erhielt der den Deutschen Filmpreis. Sonst spielt er oft Nebenrollen in Kino und TV, aber auch am Theater, wo er auch Regie führt. Man wünscht sich den Charakterdarsteller nach diesem "Tatort" öfter in der Hauptrolle. Jeder kann sich in seine verzweifelte Lage hineinversetzen und sich fragen, wie weit er gehen würde, um das eigene Kind zu retten.

Ein wenig blass und bemüht wirken dagegen die Kommissare, die nur langsam mit den Ermittlungen voran kommen und sich erst auf Aksoys Schwiegervater als Täter einschießen. Grosz darf immerhin ein bisschen mit der Kollegin flirten und Falke mit seiner Katze kuscheln. Die bekommt ordentlich was vom Joint ab, den der Drogen-Infromant mitbringt: "Sogar die Katze ist bekifft!". Ein bisschen Milch, Falkes Lieblingsgetränk (hoffentlich laktosefrei) gibt's dann für die Katze auch noch. Da bleibt mehr über die Katze als über den Kommissar beim Zuschauer hängen.

Ansonsten gibt es leider das übliche "Alleine dem Täter in den Wald-Nachgerenne". Falke bietet sich auch gerne als Ziel für den Scharfschützen an - natürlich ohne Schutzweste.

Dass der  "Tatort" trotz einiger Längen am Ende noch spannend bleibt, verdankt er den gut gezeichneten Figuren. Außerdem bleibt die Handlung dank Verfolgungsjagden und Geiselnahmen in Bewegung.

Der verzweifelte Vater ist am Ende gezwungen, aufzugeben. Rettung für die Tochter ist dennoch in Aussicht. So ein positives Ende hat man im "Tatort" selten.

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