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Im "Polizeiruf 110" geraten die Kommissare auf Abwege

12.11.2018 - Im neuen Rostocker "Polizeiruf 110: Für Janina" wird ein unaufgeklärter Mord, der sich in der DDR ereignet hat, wieder aufgerollt. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie der Täter überführt werden kann. Dabei sind den Kommissaren scheinbar alle Mittel recht.

  • Komissar Bukow ist ratlos, wie er der trauernden Mutter Gerechtigkeit verschaffen kann. © NDR / Christine

    Komissar Bukow ist ratlos, wie er der trauernden Mutter Gerechtigkeit verschaffen kann. © NDR / Christine Schroeder

  • König rettet die Mutter des Opfers vor einer Verzweiflungstat. © NDR / Christine

    König rettet die Mutter des Opfers vor einer Verzweiflungstat. © NDR / Christine Schroeder

  • Kommissarin König (Anneke Kim Sarnau) kommt in dieser Folge auf Abwege. © NDR / Christine

    Kommissarin König (Anneke Kim Sarnau) kommt in dieser Folge auf Abwege. © NDR / Christine Schroeder

Im „Polizeiruf 110“ aus Rostock wird ein alter unaufgeklärter Fall wieder aufgerollt. Janina, die Tochter einer ehemaligen Kollegin wurde vor über 30 Jahren ermordet, der Täter nie gefasst. Das hat die trauernde Mutter nie losgelassen, sie fordert eine Aufrollung des Falles. Die eifrige Kommissarin König ist sofort zur Stelle und will sich des Falls annehmen.
Doch gleich zu Anfang wird ein weiteres Thema dieses Films deutlich: Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) sitzen zur Abwechslung auf der Anklagebank. König hat bei einer versuchten Vergewaltigung beinahe den Täter getötet, ohne Notwehr, Bukow versuchte das zu vertuschen. Man erinnert sich dunkel, dass das vor drei Folgen einmal vorkam. Beide kommen mit einer Geldstrafe davon und stürzen sich in den neuen Fall. Die Kommissarin setzt alles daran, den Täter zu überführen.


Damals war ihr Chef Röder für die Ermittlungen zuständig. Es gab einen Verdächtigen, Guido Wachs, der sogar verurteilt wurde, später wegen Verfahrensfehler jedoch freigesprochen werden musste. Mit ihrer Fallanalyse stellt König bald fest: Der Täter muss aus der Gegend stammen. Er muss gewusst haben, wo das Opfer wohnte, ist ihr nachdem sie 1988 von einer Fahrt nach Berlin zum Bruce Springsteen-Konzert zurückkehrte vom Hauptbahnhof einen Schleichweg nach Hause gefolgt. Dort wurde das Opfer missbraucht und ermordet aufgefunden. Doch auch eine später durchgeführte DANA-Analyse konnte den Verdächtigen nicht überführen. Bukow lässt nicht locker. Mit moderneren Methoden hofft er Wachs doch noch überführen zu können. Als die Kommissare bei ihm anrücken und wegen vorgegebener Einbrüche in der Gegend eine DANA-Probe verlangen, ist er skeptisch und verhält sich verdächtig. Ist er tatsächlich der Täter von damals? König und Bukow sind sich sicher. Doch wurde Wachs schon einmal für die Tat freigesprochen. Für dieselbe Tat kann er nur noch einmal angeklagt werden, wenn er gesteht. Könnte ein weiterer unaufgeklärter Mord aus der Zeit Wachs doch noch hinter Gitter bringen?


Während ihrer Ermittlungen wandeln die Kommissare auf zweifelhaften Pfaden. Da werden Schulden mit illegalen Mitteln beglichen, Aggressionen nicht unter Kontrolle gebracht, Verdächtige unnötig bedroht und drangsaliert, und etwa auch noch Beweise gefälscht?
„Gesetz ist Gesetz“, sagt Bukow. Das scheint die Kommissare dann aber doch nicht allzu sehr zu interessieren. Ist Gerechtigkeit also wichtiger als das Recht? Vor allem wenn wie in diesem Fall das Recht daran scheitert einen Mörder zu verurteilen? Der „Polizeiruf“ leitet mit dieser Frage die Themenwoche „Gerechtigkeit“ in der ARD ein und regt zum Nachdenken an.


„Für Janina“ ist ein eindringlicher Film, der zeigt, wie grausame Verbrechen auch nach Jahrzehnten noch die Angehörigen belasten. Er wandelt dann aber allzu sehr auf realitätsfernen Pfaden und der Eifer der Ermittler wirkt das eine oder andere Mal doch allzu melodramatisch, der Versuch Wachs zu überführen mehr als stümperhaft. Die Frage ist auch, wie es nach dieser Folge für die korrupten Ermittler weiter gehen soll.

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