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Im "Treibjagd-Tatort" wird gegen die Polizei gehetzt

19.11.2018 - Einbrecher machen einen Hamburger Stadtteil unsicher, die Bürger wehren sich mit Selbstjustiz und die Polizei ist hilflos.

  • Die Polizei sucht nach der flüchtigen Einbrecherin. © NDR / Sandra

    Die Polizei sucht nach der flüchtigen Einbrecherin. © NDR / Sandra Hoever,

  • Die Kommissare wirken hilflos gegenüber der Hetze der Bürger. © NDR / Sandra

    Die Kommissare wirken hilflos gegenüber der Hetze der Bürger. © NDR / Sandra Hoever,

  • Wurde der Einbrecher vorsätzlich getötet? © NDR / Sandra

    Wurde der Einbrecher vorsätzlich getötet? © NDR / Sandra Hoever,

Im neuen "Tatort" aus Hamburg geraten die Kommissare selbst ins Visier einer Bürgerwehr: In einem Stadtteil am Rande Hamburgs versetzt eine Einbrecherbande die Bewohner in Angst. Die Kommissare Grosz (Franziska Weisz) und Falke (Wotan Wilke Möhring) bilden eine Sondereinheit, die "Super-Soko" soll den Einbrechern endlich das Handwerk legen.

Doch als ein Einbrecher erschossen wird, gerät alles außer Kontrolle. Nun wird gegen das Einbruchsopfer wegen Totschlags ermittelt. Im Internet wird währenddessen gegen die Kommissare gehetzt und versucht, die Ermittlungen zu behindern.

Die Kommissare stehen derweil auch nicht gerade gut da. Als der Bürger des Hamburger Stadtteils Neugraben, in dem die Einbrüche stattfinden, Dieter Kranzbühl, den Einbrecher erschießt, gibt es eine Zeugin: Die Freundin und Komplizin des Einbrechers. Um zu beweisen, dass Dieter gar nicht in Notwehr sondern mit Vorsatz gehandelt hat, müssen die Kommissare nun die flüchtige Einbrecherin aufspüren. Doch aus demselben Grund ist Dieter hinter ihr her. Die Einbrecherin selbst schleppt sich angeschossen durch den Wald und versucht zu fliehen. Warum die Polizei nicht alle Ressourcen auffährt, um die Flüchtige zu fassen und den Mörder zu überführen, bleibt unverständlich. So jagen die Kommissare ein wenig hilflos hinter der Verdächtigen her, ohne dazu zu kommen, erst mal richtig zu ermitteln. Aufgestachelt durch die Hetze im Netz, formt sich eine Bürgerwehr, die zur Selbstjustiz aufruft. Der Polizei gelingt es nicht, dem etwas entgegenzusetzen.

Das Besondere an diesem "Tatort": Er wird aus Sicht aller Beteiligter erzählt. Die Einbrecher werden so ein wenig sympathischer, die Not der Einbruchsopfer deutlicher. Doch statt diese Erzählform ganz auszureizen, scheint der Film mit den verschiedenen Perspektiven überfordert. Keine der Figuren erscheint ganz schlüssig. Die Kommissare erscheinen hilflos, da sie die Gesuchte immer wieder knapp verpassen. Zudem geht Falke die Einbruchsopfer unnötig ruppig an - und die Einbrecherin muss am Schluss noch einmal eine überflüssige Tat begehen, die nicht wirklich schlüssig erscheint. Der Bruder des Einbrechermörders verurteilt zwar dessen Tat, tut dann aber alles, um sie zu vertuschen. Warum die Einbrecher in einem Stadtteil ihr Unwesen treiben, der nicht unbedingt für den Reichtum seiner Bewohner bekannt ist - eher im Gegenteil - bleibt auch unklar.

"Treibjagd" greift ein spannendes Thema auf, hätte in der Umsetzung aber noch mehr herausholen können. Nachdem die Kommissare im letzten "Tatort" offen korrupt waren, möchte man doch auch mal wieder sorgfältig arbeitende Kommissare sehen, die einen Fall mit guter Polizeiarbeit lösen.

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