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Ob neu oder alt: immer echtes Roadster-Gefühl

24.05.2018 - Während die Roadster-Mode kommt und geht, gehört der Mazda MX-5 seit fast drei Jahrzehnten mit ungebrochener Beliebtheit zum Inventar des Frischluft-Segments. Fährt man das Ur-Modell noch einmal, stellt sich heraus: Die aktuelle Variante ist erstaunlich authentisch geblieben.

  • Ob alt oder neu: Der Mazda MX-5 bietet immer echtes Roadster-Gefühl © SP-X/Patrick

    Ob alt oder neu: Der Mazda MX-5 bietet immer echtes Roadster-Gefühl © SP-X/Patrick Broich

  • Das Interieur des MX-5 NA von 1990 © SP-X/Patrick

    Das Interieur des MX-5 NA von 1990 © SP-X/Patrick Broich

  • Der Blick in den Motorraum des MX-5 der ersten Generation: Der Zweisitzer wirft nicht mit Superlativen um sich, hat einen eher schlichten 1,6-Liter-Vierzylinder mit 85 kW/116 PS Leistung © SP-X/Patrick

    Der Blick in den Motorraum des MX-5 der ersten Generation: Der Zweisitzer wirft nicht mit Superlativen um sich, hat einen eher schlichten 1,6-Liter-Vierzylinder mit 85 kW/116 PS Leistung © SP-X/Patrick Broich

  • Auch in der jüngsten Neuauflage ist sich der MX-5 in fast allen Belangen treu geblieben. Er ist mit 3,92 Metern etwas kürzer geworden als der Urahn, steht dank fülligerer Breite aber satter da © SP-X/Patrick

    Auch in der jüngsten Neuauflage ist sich der MX-5 in fast allen Belangen treu geblieben. Er ist mit 3,92 Metern etwas kürzer geworden als der Urahn, steht dank fülligerer Breite aber satter da © SP-X/Patrick Broich

  • Seine Anhängerschaft hat der Mazda MX-5 im Laufe der Jahrzehnte niemals verloren und ist bis heute ein solides Standbein im Programm der Marke aus Hiroshima © SP-X/Patrick

    Seine Anhängerschaft hat der Mazda MX-5 im Laufe der Jahrzehnte niemals verloren und ist bis heute ein solides Standbein im Programm der Marke aus Hiroshima © SP-X/Patrick Broich

  • Bezahlbar, ausreichend motorisiert, leicht, wendig und mit Heckantrieb: Das gilt für das Exemplar der ersten Generation (links) genauso wie für den aktuellen MX-5 © SP-X/Patrick

    Bezahlbar, ausreichend motorisiert, leicht, wendig und mit Heckantrieb: Das gilt für das Exemplar der ersten Generation (links) genauso wie für den aktuellen MX-5 © SP-X/Patrick Broich

  • Das Interieur des MX-5 ND von 2018 © SP-X/Patrick

    Das Interieur des MX-5 ND von 2018 © SP-X/Patrick Broich

  • Der 2,0-Liter-Sauger im aktuellen MX-5 leistet 118 kW/160 PS © SP-X/Patrick

    Der 2,0-Liter-Sauger im aktuellen MX-5 leistet 118 kW/160 PS © SP-X/Patrick Broich

Als der Mazda MX-5 im Jahr 1989 vorgestellt wurde, war die Welt der leichten, puristischen Roadster klein geworden. Die englischen Klassiker gehörten längst zum alten Eisen, und was Mercedes mit dem im gleichen Jahr frisch eingeführten SL der Baureihe R129 anbot, war erstens nur gutbetuchten Kunden vorbehalten und zweitens schwere Kost im wahren Sinne des Wortes. Auch der zwei Jahre zuvor präsentierte, hochtechnische BMW Z1 lief weit außer Konkurrenz. Blieb alleine der Alfa-Spider – auch alles andere als jung zu jenem Zeitpunkt. Der bezahlbare, frische Mazda MX-5 traf den Nerv der Roadster-Freunde und begeistert bis heute: Der fast 30 Jahre alte Zweisitzer wirft nicht mit Superlativen um sich, hat einen eher schlichten 1,6-Liter-Vierzylinder mit 85 kW/116 PS Leistung und wiegt leer weniger als eine Tonne. Heckantrieb, knackiges Fahrwerk und ein Arbeitsplatz wie ein eng geschnittener Maßanzug – so geht Autospaß. Und das Verdeck fällt schneller als jede elektromotorisch angetriebene Stoffkapuze.

Also, schleunigst runter mit dem schwarzen Faltdach und rein in den 3,95 Meter kurzen Spaßmacher. Eine leichte Windjacke sollte mit, denn in dieser Disziplin ist der kesse Japaner unerbittlich – hier sitzen die Passagiere satt im Sturm. Wer Nackenheizung und Windschott fürs Wohlbefinden braucht, lässt die Finger vom MX-5. Der genügsame 1,6-Liter ist treibt den Roadster behände an, hängt gut am Gas und macht aus der Fahrt mit dem roten Fast-Oldtimer eine quirlige Angelegenheit. Richtig Laune kommt natürlich auf kurvigen Landstraßen auf, und zwar insbesondere dann, wenn man statt Lenkrad das Gaspedal zur Richtungsänderung nutzt. Der betagte MX-5 giert förmlich nach Kehren, saugt sich auf dem Boden fest, vermittelt dem tief über dem Boden kauernden Fahrer feinstes Gokart-Feeling. Übertreiben darf man es aber nicht, denn einen Rettungsanker namens ESP gibt es 1990 noch nicht. Spätestens jetzt stellt sich die Sinnfrage nach dem Neuwagen. Lieber für erschwingliche 6.000 Euro einen MX-5 erster Generation kaufen oder vielleicht doch das potente Neuwagenmodell mit 118 kW/160 PS wählen, das ab 27.390 Euro in der Preisliste steht?

Auch in der jüngsten Neuauflage ist sich der MX-5 in fast allen Belangen treu geblieben. Er ist mit 3,92 Metern etwas kürzer geworden als der Urahn, steht dank fülligerer Breite aber satter da. Das Verdeck verschwindet genauso schnell im Kasten, nicht einmal eine Persenning muss angelegt werden. Denn das letzte Stück des Stoffdaches bildet bei offenem Verdeck gleichzeitig den Abschluss des Verdeckkastens. Moderne Zeiten natürlich im etwas geräumigeren Innenraum des Japaners, der den Kunden ein großes Bildschirm-Navi ebenso wenig vorenthält wie moderne Assistenzsysteme wie Spurhalteassistent oder Tempomat. LED-Scheinwerfer leuchten nächtliche Straßen natürlich besser aus als die Halogenfunzeln des Oldies. Und klar, der füllige Zweiliter-Sauger beißt nach der Kurve einfach kraftvoller zu, beschleunigt die knapp über eine Tonne schwere Neuauflage binnen wenig mehr als sieben Sekunden auf Landstraßentempo, während der Veteran hierfür rund neun Sekunden benötigt.

Seine Anhängerschaft hat der Mazda MX-5 im Laufe der Jahrzehnte niemals verloren und ist bis heute ein solides Standbein im Programm der Marke aus Hiroshima. Und das, obwohl die erschwinglichen Roadster nach einem Hoch – mit Vertretern wie Alfa Spider, Fiat Barchetta, Honda S 2000, MG TF oder Toyota MR-2 – heute wieder weitgehend aus den Modellprogrammen verschwunden sind. Unter dem heutigen engsten Wettbewerber, der Neuauflage des Fiat 124 Spider, steckt ebenfalls nichts anderes als ein optisch auf Fiat getrimmter Mazda MX-5 – nur eben mit Turbomotoren. Da dürfte mancher Kunde zum authentischen Original mit dem herrlichen Sauger greifen. Kein Wunder, dass der definiert-muskulöse Japaner mit 1.769 zugelassenen Exemplaren in den ersten vier Monaten dieses Jahres die größte Präsenz im Segment hat.

Mazda MX-5 1,6i (NA) – technische Daten:
Roadster (Bauzeit 1990 bis 1994), Länge: 3,95 Meter, Breite: 1,68 Meter, Höhe: 1,23 Meter, Radstand: 2,27 Meter
1,6-l-Vierzylinder-Ottomotor mit Vierventiltechnik, 85 kW/115 PS, maximales Drehmoment: 135 Nm bei 5.500 U/Min, 0-100 km/h: 8,8 s, Vmax: 195 km/h, Fünfgang-Schaltgetriebe
Ehemaliger Neupreis (1990):  ab 36.750 Mark
Heutiger Marktpreis nach Classic Data
Note 2: 7.200 Euro
Note 3:  3.800 Euro
Note 4: 1.700 Euro

Mazda MX-5 2,0i (ND) – technische Daten
Roadster, Länge: 3,92 Meter, Breite: 1,74 Meter, Höhe: 1,23 Meter, Radstand: 2,31 Meter
2,0-l-Vierzylinder-Otto mit Direkteinspritzung, 118 kW/160 PS, maximales Drehmoment: 200 Nm bei 4.600 U/Min, 0-100 km/h: 7,3 s, Vmax: 214 km/h, Sechsgang-Schaltgetriebe, Durchschnittsverbrauch: 6,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 154 g/km, Schadstoffklasse: F, Grundpreis: ab 27.390 Euro

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