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Rote Leichtigkeit

10.11.2020 - Wenn man Rot sieht, muss das nicht unbedingt an der eigenen Aufregung liegen. Auch nicht an einer Ampel. Mitunter dient die Farbe Rot auch einem guten Zweck. Und macht zudem Spaß.

  • Beim Sondermodell ist der Name Programm: Alles ist in rote Farbe getaucht, nicht nur die Kunststoffteile oder die Blechkarosse ©

    Beim Sondermodell ist der Name Programm: Alles ist in rote Farbe getaucht, nicht nur die Kunststoffteile oder die Blechkarosse © RKM

  • Sehr sensibel verarbeitet das Fahrwerk auch derbes Kopfsteinpflaster und hält sogar dann noch tadellos die Spur, wenn der vergleichsweise frühe ABS-Eingriff ein blockierendes Vorderrad verhindert ©

    Sehr sensibel verarbeitet das Fahrwerk auch derbes Kopfsteinpflaster und hält sogar dann noch tadellos die Spur, wenn der vergleichsweise frühe ABS-Eingriff ein blockierendes Vorderrad verhindert © RKM

  • Das Heck der Vespa bleibt die Schokoladenseite des Roller-Klassikers ©

    Das Heck der Vespa bleibt die Schokoladenseite des Roller-Klassikers © RKM

  • Auch die Felgen vorn und hinten, der Kotflügel vorn und sogar die Sitzbank sind rot gehalten, nur die Felgenränder, Reling, Spiegel und Zierleisten sind silbern ©

    Auch die Felgen vorn und hinten, der Kotflügel vorn und sogar die Sitzbank sind rot gehalten, nur die Felgenränder, Reling, Spiegel und Zierleisten sind silbern © RKM

  • Manch einem ist das eine Spur zu viel Rot, doch bei Verwendung einer Komplementärfarbe wäre das begehrte RED-Label futsch ©

    Manch einem ist das eine Spur zu viel Rot, doch bei Verwendung einer Komplementärfarbe wäre das begehrte RED-Label futsch © RKM

  • Dank der einarmigen Vorderradführung kommt das Rot der Felge auf der rechten Seite in besonderer Weise zur Geltung ©

    Dank der einarmigen Vorderradführung kommt das Rot der Felge auf der rechten Seite in besonderer Weise zur Geltung © RKM

  • Die Sitzbank - natürlich in Rot - eignet sich auch für den Zwei-Personen-Betrieb ©

    Die Sitzbank - natürlich in Rot - eignet sich auch für den Zwei-Personen-Betrieb © RKM

  • Beim Preis von 5.000 Euro für einen 125er-Roller, der nicht einmal das erlaubte Limit ausschöpft, kann man mitunter Rot sehen – das kann auch die Beigabe in Form eines limitierten T-Shirts, natürlich in Rot, nur wenig...

    Beim Preis von 5.000 Euro für einen 125er-Roller, der nicht einmal das erlaubte Limit ausschöpft, kann man mitunter Rot sehen – das kann auch die Beigabe in Form eines limitierten T-Shirts, natürlich in Rot, nur wenig abmildern © RKM

  • Das Cockpit bietet einen Mix aus analogen und digitalen Anzeigen ©

    Das Cockpit bietet einen Mix aus analogen und digitalen Anzeigen © RKM

  • Bei der Ausstattung hält die RED mit dem Niveau der Basismodelle locker mit dank kompletter LED-Beleuchtung inklusive schick integrierter Blinker ©

    Bei der Ausstattung hält die RED mit dem Niveau der Basismodelle locker mit dank kompletter LED-Beleuchtung inklusive schick integrierter Blinker © RKM

SP-X/Düsseldorf. Lässigen Kult fahren und dabei entspannt Gutes tun – das geht bestens mit dem Sondermodell der Vespa Primavera 125 RED, das der Piaggio-Konzern zusammen mit der Wohltätigkeitsorganisation „Product Red” für den Modelljahrgang 2021 auflegt. Die 2006 unter anderem von Bono, Frontmann von U2, begründete Initiative hat sich dem Kampf gegen AIDS, Malaria und Tuberkulose verschrieben und als Erkennungszeichen die Farbe Rot gewählt.

Nachdem die Italiener bereits 2017 eine Sonderserie ihrer sündhaft teuren 946 aufgelegt hatten, breitet sich die internationale Kooperation nun in weniger exklusive Segmente des italienischen Produktportfolios aus: Mit einer rundum geröteten Vespa Primavera 125 RED können sich nun auch weniger Betuchte die beschriebene Kombination aus Fahrspaß und Wohltätigkeit leisten. Dafür wird die Farbe Rot aus dem Spektrum der „normalen” Serien-Primaveras gestrichen.

Beim Sondermodell ist der Name Programm: Alles ist in rote Farbe getaucht, nicht nur die Kunststoffteile oder die Blechkarosse. Auch die Felgen vorn und hinten, der Kotflügel vorn und sogar die Sitzbank sind rot gehalten, nur die Felgenränder, Reling, Spiegel und Zierleisten sind silbern. Manch einem ist das eine Spur zu viel, doch bei Verwendung einer Komplementärfarbe wäre das begehrte RED-Label futsch. Doch der 2021er-Jahrgang hat mehr als nur Farbe zu bieten, denn der überarbeitete, nach Euro 5 homologierte Antrieb weist tatsächlich kleinere Änderungen auf: Der konstruktiv unveränderte luftgekühlte Dreiventiler zeigt sich minimal erstarkt auf 11 PS, gleichzeitig geriet die Einstiegs-Vespa leichter, nicht zuletzt wegen einer kleineren Batterie.

Dessen ungeachtet springt der luftgekühlte Single auch bei wenig optimalen Witterungsbedingungen spontan an und ist sofort abfahrbereit. Die Vespa nimmt zügig das Tempo auf und reagiert angemessen auf Gasgriffänderungen. Klar, ein Ampelsprinter wird die schmale Italienerin durch die Modifikationen nicht, doch kann sie sich im Großstadtgewühl durchaus behaupten. Das liegt weniger an der Spritzigkeit als an dem kinderleichten Handling und der herzerfrischenden Agilität, mit der der 126 Kilo leichte Automatikroller auf kleinen Zwölfzollrädern durch den Feierabendverkehr tänzelt. Bei 90 km/h Spitzentempo braucht sich die Primavera auch auf den Ausfallstraßen nicht zu verstecken, nur über Land sollte das Überholen nur auf gut einsehbaren Streckenabschnitten erfolgen. Tadellose Manieren wie ein vibrationsfreier Motorlauf, die dezente Geräuschkulisse und ein mit 3,1 Liter auf 100 Kilometer relativ sparsamer Umgang mit dem Brennstoff adeln das Achtelliteraggregat zusätzlich.

Keine zwei Meinungen gibt es zu der vorzüglichen Fahrerintegration, die von der Vespa-typischen Konstruktion mit durchgehender Stahlkarosse und dem flachen Trittbrett traditionell herrührt: Auf der mäßig gestuften Sitzbank finden selbst Großgewachsene ein ausnehmend bequemes Plätzchen mit viel Bewegungsfreiheit vor. Beeindrucken kann ebenfalls der Fahrkomfort, den die von vielen als antiquiert verschriene gezogene Schwinge am Vorderrad bietet: Sehr sensibel verarbeitet sie auch derbes Kopfsteinpflaster und hält sogar dann noch tadellos die Spur, wenn der vergleichsweise frühe ABS-Eingriff ein blockierendes Vorderrad verhindert. Schade nur, dass die Primavera hinten lediglich mit einer schlecht dosierbaren Trommel verzögert.

Funktional ist das Sondermodell also eine Primavera mit allen Vor- und Nachteile, nur eben einen Hauch exklusiver. Bei der Ausstattung hält die RED mit dem Niveau der Basismodelle locker mit dank kompletter LED-Beleuchtung inklusive schick integrierter Blinker. Auch das kleine Handschuhfach, das eine USB-Ladebuchse beherbergt und sich über das Zündschloss öffnen lässt, ist an Bord. Allerdings könnte man beim Preis von 5.000 Euro für einen 125er-Roller, der nicht einmal das erlaubte Limit ausschöpft, mitunter Rot sehen – das kann auch die Beigabe in Form eines limitierten T-Shirts, natürlich in Rot, nur wenig abmildern.

Vespa Primavera 125 Red - Technische Daten:

Motor: luftgekühlter Viertakt-Einzylinder, 124 ccm Hubraum, 8,1 kW/11 PS bei 8.000 U/min, 10,4 Nm bei 6.750 U/min; drei Ventile/Zylinder, ohc, Einspritzung, CVT-Automatik, Fliehkraftkupplung, Riemen-Sekundärantrieb

Fahrwerk: Stahlrohrrahmen; gezogene Einarmkurzschwinge vorne (nicht einstellbar), 7,8 cm Federweg; Triebsatzschwinge hinten, ein Federbein (Vorspannung vierfach einstellbar), 7 cm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; 110/70-12 (vorne) und 120/70-12 (hinten). 20 cm Einscheibenbremse vorne, 14 cm Trommelbremse hinten

Assistenzsysteme: Vorderrad-ABS

Maße und Gewichte: Radstand 1,340 m, Sitzhöhe 79 cm, Gewicht fahrfertig 126 kg, Zuladung 179 kg; Tankinhalt 8 l

Fahrleistungen und Verbrauch (Testwerte): Höchstgeschwindigkeit 90 km/h, 3,1 l/100 km

Preis: 5.000 Euro

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