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Ametsreiter fordert Nachbesserungen bei 5G-Frequenzvergabe

25.09.2018 - Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland, fordert Nachbesserungen bei der Vergabe von 5G-Frequenzen. Die Bundesnetzagentur hatte einen Entwurf für eine 5G-Auktion vorgelegt, mit dem die Weichen für das Netz der nächsten Generation gestellt werden sollen.

  • Vodafone-CEO Ametsreiter fordert Änderungen am Entwurf der Bundesnetzagentur zur geplanten 5G-Auktion ©

    Vodafone-CEO Ametsreiter fordert Änderungen am Entwurf der Bundesnetzagentur zur geplanten 5G-Auktion © Vodafone

Für Vodafone ist 5G der nächste Schritt in der Entwicklung seiner Netze. Mit dem 4G-Nachfolger werden Geschwindigkeiten erreicht, die bisherige Übertragungsraten in den Schatten stellen. In der Theorie sind Rekordwerte von bis zu zehn GBit/s im Download möglich. Bereits 2015 konnte Vodafone in Kooperation mit der Technischen Universität Dresden im Labor einen Datenrekord von 10,2 GBit/s aufstellen. Nun geht es bei der Frequenzvergabe durch die Bundesnetzagentur darum, welchen Rahmenbedingungen für den Aufbau von 5G in Deutschland gelten sollen.

„Deutschland muss ein Leitmarkt für 5G werden“, so der Vodafone-Chef in seinem Statement zum Entwurf der Bundesnetzagentur. „Dafür muss aber die Einigung jetzt schnell kommen und sie muss für alle finanziell wie technisch machbar sein. Wenn die Politik diese Entscheidung jetzt aufschiebt, wenn sie die Weichen zu spät und falsch stellt, dann fährt der 5G-Zug aufs Abstellgleis. Und damit auch Deutschlands Zukunft.“ Vodafone könne ein leistungsfähiges 5G-Netz bauen, aber nur, wenn man die Möglichkeit habe, die milliardenschweren 5G-Investitionen wieder zurückzuverdienen. Ansonsten gingen der Branche im Bau womöglich die nötigen Investitionsmittel aus.

Diensteanbieter-Verpflichtung

Der Entwurf der Bundesnetzagentur zur 5G-Auktion behandelt die sogenannte Diensteanbieter-Verpflichtung, National Roaming, das lokale wie regionale Spektrum sowie die Ausbauverpflichtung.

Vodafone-CEO Ametsreiter zeigt sich erfreut darüber, dass die Bundesnetzagentur der Diensteanbieter-Verpflichtung weitgehend einen Riegel vorgeschoben hat. Mit dieser Regelung oder sogar einer Ausweitung auf eine so genannte MVNO-Verpflichtung wollen sich Firmen, die selbst keine 5G-Netze ausbauen, einen günstigen Zwangszugang zu einem 5G-Netz sichern. Dennoch wurden nach Ansicht des Vodafone-Chefs noch Lücken gelassen, die es zu reparieren gelte, um nicht „die Amazons und Apples dieser Welt auf den Plan zu rufen, die dann ohne einen Masten zu bauen den Markt auf den Kopf stellen“.

National Roaming für 5G

Ametsreiter kritisiert auch Forderungen nach einem National Roaming. Drittanbieter wollen so einen vergünstigten Zugang zu den Netzen von Vodafone, Deutscher Telekom und Telefónica Deutschland erhalten. Er glaube nicht an das Versprechen der Anbieter irgendwann auch selbst 5G-Netze zu bauen, da eines der Unternehmen dies das seit über drei Jahren mit dem Netz der Telefónica hätte machen können, aber noch keinen einzigen Mast aufgestellt habe.

Für den falschen Weg hält Ametsreiter auch das sogenannte lokale Roaming, bei dem Netzbetreiber ihre Netze in weißen Flecken zusammenschalten. Wo kein Betreiber einen Mast habe, gebe es nun einmal auch kein Netz, das man zusammenschließen könne. Vodafone will lieber Geld in den Netzausbau investieren. Dabei stellt der Vodafone-CEO die Möglichkeit in Aussicht Masten gemeinsam zu nutzen ohne die Netze zusammenzuschalten.

Lokale und regionale 5G-Netze

Ein Viertel des 5G-Spektrums soll nach dem Willen der Bundesnetzagentur lokalen Firmenstandorten und Regionen zugeteilt werden. Das sogenannte lokale Spektrum für Firmen hält Ametsreiter für noch nachvollziehbar, doch wenn ganze Regionen künftig ihre eigenen 5G Mini-Netze bauten, entstehe eine 5G-Kleinstaaterei. Die 5G-Netze der bundesweiten Anbieter drohten so langsamer zu werden als in den benachbarten Staaten.

Da das regionale und lokale 5G-Spektrum günstig und ohne große Verpflichtungen außerhalb der Auktion zu erwerben sei, drohe der Einstieg von Private-Equity-Unternehmen und Drittanbietern wie 1&1, freenet & Co, die sich die lukrativsten Städte herauspicken würden, während die bundesweit tätigen Netzbetreiber die teure Ausbauarbeit auf dem Land übernehmen müssten, so der Vodafone-Chef weiter. Hier brauche man unbedingt eine Klarstellung der Bundesnetzagentur, dass regionale Frequenzen auch nur für regionale Geschäftsmodelle genutzt werden dürfen und ein Sammeln von Regionen ausgeschlossen sei.

Ausbau-Verpflichtung

Ametsreiter kritisiert ferner die von der Bundesnetzagentur geforderte Ausbau-Verpflichtung für Netzbetreiber in der Fläche bis zum Jahr 2022. Da gar nicht genügend Bau-Ressourcen im Markt zur Verfügung stünden, wäre eine Verschiebung auf 2025 angezeigt. Zudem seien die zu versteigernden Frequenzen auf Kapazität und nicht auf Flächenversorgung ausgelegt. Der Vodafone-Chef beziffert den nötigen finanziellen Aufwand auf rund 19 Milliarden Euro, ein Summe, die für sein Unternehmen nicht darstellbar sei.

Vodafone möchte sich laut Ametsreiter gern dazu verpflichten, dass Deutschland das bestmögliche 5G-Netz bekomme. Die ländlichen Regionen wolle man sukzessive mit weiteren 5G-Frequenzen adressieren, die günstigere Ausbreitungsbedingungen hätten. Die Frequenzen hierfür habe man zum Teil bereits erworben und man werde sie nutzen, wenn man sie bundesweit einsetzen dürfe.

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