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Saudis als Stimmungskiller für Putins Party?

13.06.2018 - Geld spielt keine Rolle. Ein 0:8 wie 2002 gegen Deutschland soll es für Saudi-Arabien nicht mehr geben. Das Ziel ist das Achtelfinale. Dafür wurde seit Jahresbeginn ein immenser Aufwand betrieben. Richten soll es Ex-Chile-Trainer Pizzi.

  • Ex-Keeper Oliver Kahn und der König von Saudi-Arabien Salman bin Abdulaziz al-Saud (2.v.l) fördern Torhüter. Foto: SPA © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ex-Keeper Oliver Kahn und der König von Saudi-Arabien Salman bin Abdulaziz al-Saud (2.v.l) fördern Torhüter. Foto: SPA © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Kronprinz von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman, hat viel Geld in seine Fußball-Nationalmannschaft investiert. Foto: SPA © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kronprinz von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman, hat viel Geld in seine Fußball-Nationalmannschaft investiert. Foto: SPA © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der saudi-arabische Sportminister Turki al-Sheikh beim Training der Nationalmannschaft. Foto: Antonio Calanni/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der saudi-arabische Sportminister Turki al-Sheikh beim Training der Nationalmannschaft. Foto: Antonio Calanni/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fünf Trainingslager, drei ausländische Trainer, ein Fortbildungsprogramm für Spieler in Spanien und dazu Oliver Kahn als Torwart-Berater: Wenn Saudi-Arabien das Eröffnungsspiel gegen WM-Gastgeber Russland bestreitet, soll sich der immense Aufwand der letzten Monate auszahlen.

Kronprinz Mohammed bin Salman wird in der Ehrenloge jedenfalls ganz genau hinschauen, ob sein Geld gut angelegt worden ist. Der Außenseiter - Nummer 67 der Weltrangliste - will nicht nur als Stimmungskiller für die Gastgeber auftreten, sondern erstmals seit 1994 wieder ins WM-Achtelfinale.

Rekordnationalspieler und Volksheld Sami Al-Jaber spricht seinen Nachfolgern jedenfalls Mut zu. «Wenn sie mit Mittelfeldspielern wie Toni Kroos mithalten können, dann können sie auch bei der WM mithalten. Gegen Deutschland konnten wir sehen, dass es taktisch in die richtige Richtung geht», sagte Al-Jaber mit Blick auf die gute Vorstellung beim 1:2 gegen Deutschland in Leverkusen.

Das Duell mit dem Weltmeister war zugleich das Ende eines Mammut-Programms Richtung Russland. Die Grünen Falken bestritten gleich vier Testspiele, die gegen Belgien (0:4), Italien (1:2), Peru (0:3) und Deutschland zwar allesamt verloren gingen, aber durchaus Hoffnung machten. Dazu hat der argentinische Coach Juan Antonio Pizzi seit Januar gleich fünf Trainingslager mit seinem Team absolviert. «Ich hoffe, dass sich die lange Zeit in den Camps auch auszahlt. Wir wollen drei Punkte gegen Russland», sagt Mittelfeldspieler Jahja Al-Schehri.

Einfach werde es aber nicht, wie Pizzi auf der Pressekonferenz am Donnerstag betonte. Die WM-Auftaktpartie sei «das schwierigste Spiel». Für alle Teams sei der Druck groß, so der Coach. Das Eröffnungspiel bringe aber noch einen Extrafaktor mit sich. «Der einzige Weg um erfolgreich zu sein, ist in jedem Spiel superfokussiert zu bleiben», betonte der Argentinier.

Pizzi ist der dritte Coach innerhalb weniger Monate bei den Saudis, nachdem bei seinem Landsmann Edgardo Bauza nach drei Testspiel-Pleiten schnell der Daumen gesenkt worden war und Ex-Bundesliga-Coach Bert van Marwijk hingeschmissen hatte. Der Niederländer wollte seinen Hauptwohnsitz nicht nach Riad verlegen. Nun also Pizzi. Und der neue Trainer kann durchaus Erfolge vorweisen, hat er doch mit Chile 2016 die Copa America gewonnen.

Dazu hat Kahn mit seiner Torwart Academy die Schlussmänner WM-tauglich gemacht. Gegen Deutschland war es schon ganz ansprechend, was Abdullah Al-Mayouf in seinem achten Länderspiel alles hielt.

Eine Kooperation waren die Saudis auch mit der spanischen Liga eingegangen. Neun Akteure, darunter vier Nationalspieler, wurden für ein halbes Jahr an spanische Clubs verliehen, damit sie unter Profibedingungen trainieren konnten, auch wenn sie nicht zum Einsatz kamen.

Sorgen bereitet dagegen Stürmer Mohammed Al-Sahlawi. In der Qualifikation erzielte er 16 Tore und hält zusammen mit Bayern-Stürmer Robert Lewandowski den Rekord. Seit dem 8. Juni 2017 hat er aber schon nicht mehr getroffen. Gegen Deutschland verschoss er gar einen Elfmeter. «Die Zufriedenheit ist zu akzeptieren, was Gott für dich reserviert hat», sagt Al-Sahlawi und hofft gegen Russland auf mehr Beistand von oben. Die Saudis könnten es gebrauchen.

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