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Deutsche Beckenschwimmer in der «Pflicht»

20.07.2019 - Das WM-Kribbeln wird größer. Mit dem Start der Beckenschwimmer erreichen die Weltmeisterschaften den Höhepunkt. Florian Wellbrock ist größter deutscher Medaillenkandidat, doch der Teamchef nimmt alle «in die Pflicht». Und plötzlich taucht der Name Biedermann auf.

  • Florian Wellbrock bereitet sich auf sein Training im Wettkampfbecken vor. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Florian Wellbrock bereitet sich auf sein Training im Wettkampfbecken vor. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Teamcoach Frank Embacher beobachtete das Schwimm-Training genauestens. Am Startblock mit der Nummer 5 stand der langjährige Erfolgstrainer von Paul Biedermann, wiederholt ging sein Blick auf die Stoppuhr.

Konzentriert bereiteten sich deutsche Beckenschwimmer und internationale Konkurrenten auf ihren Weltmeisterschaftsauftakt in Südkorea vor. Von Sonntag an geht's in Gwangju um Medaillen und Bestzeiten. «In die Pflicht nehmen wir alle Sportler, dafür sind sie hier. Sie sollen abliefern, aber wir setzen da keinen unter Druck», sagte Teamchef Bernd Berkhahn. «Alle sollen versuchen, sich positiv darzustellen und richtig Gas zu geben.»

Größter Medaillenkandidat ist Zehn-Kilometer-Weltmeister Florian Wellbrock, der über 800 und 1500 Meter Freistil gute Aussichten hat. Die Teamkollegen wollen mit Topplätzen überraschen, insgesamt soll das neuformierte deutsche Team sich weiterentwickeln. «Ich glaube, wir werden hier den nächsten Schritt machen können, um dann auch mit größerem Selbstbewusstsein bei den Olympischen Spielen in Tokio antreten zu können», sagte Berkhahn. Als Erste springen am Sonntag Angelina Köhler über 100 Meter Schmetterling, Marius Kusch über 50 Meter Schmetterling und Fabian Schwingenschlögl über 100 Meter Brust ins Becken.

Passend zur Embacher-Beförderung auf Zeit als Vertreter des erkrankten Hannes Vitense in der Rolle des Teamcoachs tauchte auch Biedermann im Nambu University Aquatics Center auf - zumindest sein Name auf der Anzeigetafel. Bei Tests der Anlage schwamm der einstige Weltmeister in einem imaginären Rennen ein deutsches Quartett an, das nach 4 x 100 Metern Freistil weit unter Weltrekordzeit in seinem Vorlauf auf Rang drei anschlug. So wird das bei den Wettkämpfen bis zum kommenden Sonntag nicht passieren, aber die Staffeln sollen möglichst viele Olympia-Tickets sichern. Ein Top-12-Rang ist dazu notwendig. Die Freistil-Staffeln über 4 x 100 Meter wollen diese Prüfung gleich am Sonntag meistern.

Am Beckenrand wurden am Samstag jede Menge Erinnerungsfotos geknipst. Die Athleten sind in Vorfreude und fiebern dem Jahreshöhepunkt entgegen. «Auf jeden Fall möchte ich Bestzeiten schwimmen. Wie weit das nach vorne reicht, muss man schauen», sagte Langstreckenschwimmerin Sarah Köhler. Dass irgendwer allerdings US-Dauersiegerin Katie Ledecky schlagen könne, brauche keiner zu hoffen. Die fünfmalige Olympiasiegerin und 14-malige Weltmeisterin aus den USA musste lachen, als sie gefragt wurde, auf welcher ihrer Freistilstrecken am ehesten der Weltrekord drin sei. «Das kann ich wirklich nicht sagen. Ich fühle mich gut und so, als ob ich ein paar gute Zeiten in mir habe. Wir werden sehen», sagte die 22-Jährige.

Die WM-Fieberkurve steigt mit den prestigeträchtigen Rennen auf der 50-Meter-Bahn, im regnerischen Gwangju bildeten sich angesichts der vielen neu angekommenen Athleten längere Schlangen an den Shuttlebussen - und längst sind noch nicht alle da.

«Auf nach Gwangju», verkündete der Olympia-Sechste Philip Heintz und drückte seine Vorfreude mit einem Smiley aus. Heintz und Marco Koch, Weltmeister von 2015 über 200 Meter Brust und damit der bisher letzte deutsche Goldmedaillengewinner im Becken, kommen für ihre Wettkämpfe erst später. Ihre 26 Kollegen, die Bestzeiten, Finalplätze oder wie Wellbrock sogar Medaillen anstreben, sind schon vor Ort. Gesund, heiß und leistungsbereit - wie Berkhahn sagte.

«Ich wäre zufrieden, wenn es ein Großteil der Mannschaft schafft, schneller zu sein als im Qualifikationszeitraum», sagte der Teamchef. Nach WM-Silber 2017 über 200 Meter Schmetterling durch Franziska Hentke, die auch in Gwangju wieder angreifen will, soll ein Jahr vor Tokio mehr Edelmetall herausspringen. Bei der WM 2015 in Kasan hatte es einmal Gold durch Koch sowie jeweils Bronze durch Biedermann und die Mixed-Lagenstaffel gegeben.

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