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Modern Studies: Frischer Wind für den Schotten-Folk

09.06.2018 - Da tut sich was hoch im Norden des Königreiches: Nach dem tollen Debüt der Indie-Folkies Lomond Campbell im Vorjahr begeistert nun auch die vielköpfige Band Modern Studies - und das nicht zum ersten Mal.

  • Modern Studies haben ihre Musik weiter verfeinert. Foto: Greig Jackson © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Modern Studies haben ihre Musik weiter verfeinert. Foto: Greig Jackson © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das erste Album der schottischen Chamber-Folk-Truppe Modern Studies vor gut einem Jahr war schon ungewöhnlich genug. Um den Klang eines uralten Harmoniums herum bauten Sängerin Emily Scott und ihre Mitstreiter eine regelrechte «Wall of Sound» mit erhabenen Stimmen und faszinierenden Stimmungen.

Das zweite Werk der Band ist nun ebenso eigenartig - und sogar noch besser. Man merkt «Welcome Strangers» (wieder erschienen beim feinen britischen Indie-Label Fire) an, dass Modern Studies ihren Reifeprozess im Vergleich zum Debüt «Swell To Great» (2016) vorangetrieben und ihre Musik weiter verfeinert haben.

Der zunächst traditionell-altertümliche Brit-Folk erhält gelegentlich einen sinfonischen oder gar spannungsvoll avantgardistischen Dreh, etwa im Crescendo von «Fast As Flows». Ein purer Popsong wie «Phosphene Dream» indes hätte einst auch Fairport Convention und Sandy Denny zur Ehre gereicht.

Mit einer Vielzahl von Saiteninstrumenten, Bläsern und Chorälen setzen Modern Studies auf Überwältigung. Im Mittelpunkt dieser Strategie steht neben den sich wunderbar umschlingenden Stimmen von Keyboarderin Scott (kristallin hell) und Gitarrist Rob St. John (dunkel raunend) das vielköpfige Streicher-Ensemble The Pumpkinseeds unter der Leitung von Produzent Pete Harvey.

Falls der Name hier jemandem bekannt vorkommt: Auch beim grandiosen Erstling «Black River Promise» des Edinburgher Indie-Projekts Lomond Campbell (2017) hatten die «Kürbissamen» ihre Geigen, Bratschen und Celli im Spiel - und den typisch schottischen Sound maßgeblich geprägt. Da scheint sich also einiges zu tun im Norden Großbritanniens. Frischer Wind für den Folk aus den Highlands.

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