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Kein Rennen für Neureuther: Riesenslalom in Sölden abgesagt

28.10.2018 - Auf die Standortbestimmung Sölden müssen die Skirennfahrer auch in diesem Jahr verzichten. War in den vergangenen Wochen zu wenig Schnee das Problem beim Training, kam am Sonntag zu viel für ein sicheres Rennen. Felix Neureuther reagierte mit viel Humor.

  • Felix Neureuther hat sich den Daumen gebrochen. Foto: Expa/Johann Groder/APA © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Felix Neureuther hat sich den Daumen gebrochen. Foto: Expa/Johann Groder/APA © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Helfer bauen nach der Absage das Zielbanner in Sölden ab. Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Helfer bauen nach der Absage das Zielbanner in Sölden ab. Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Statt des erhofften Comebacks nach überstandenem Kreuzbandriss bekamen die Fans von Felix Neureuther aus Sölden nur einen Video-Clip. Mit viel Humor reagierte Deutschlands bester Skirennfahrer darin auf den wie im vergangenen Jahr abgesagten Riesenslalom zum Auftakt des WM-Winters.

Nach seiner Vertragsverlängerung mit seinem Ausrüster bis zum Olympia-Winter 2022 und der damit wahrscheinlichen Fortsetzung seiner Karriere wird er wohl noch ein paar Mal im Ötztal antreten können.

Auf einem Ergometer sitzend, imitierte der 34-Jährige mit vollem Einsatz die Handbewegungen vor einem Rennen, bei denen er normalerweise vor seinem geistigen Auge die Strecke abfährt. «Ich bereite mich gerade aufs Rennen vor», sagte er und tat, als erfahre er erst in diesem Moment von der Absage wegen zu viel Schnee und Wind. «Was? Abgesagt? Hör auf! Ich bin schon voll im Flow!» Dann zählte er in einem kleinen Dialog mit dem Pressesprecher seine gesundheitlichen Baustellen der vergangenen Wochen auf und kam zu dem Schluss: «In drei Wochen Levi - da sind wir bereit.» Die Saison beginnt für ihn nun mit dem Slalom in Finnland am 18. November.

Nach all der Ungewissheit in den Tagen vor dem für Sonntag geplanten Rennen wäre Neureuther aber trotzdem am liebsten schon auf dem Rettenbachgletscher in den WM-Winter gestartet. «Ich wäre bereit gewesen», betonte er einen Tag nach dem vierten Platz von Viktoria Rebensburg im Damen-Rennen. Schon beim Sieg von Weltmeisterin Tessa Worley aus Frankreich hatte der Schnee für schlechte Sicht gesorgt. Aber Neureuther war heiß. Sein Rücken habe sich gut angefühlt, das Knie ist ohnehin längst ausgeheilt, und auch die leichte Grippe war kein Problem mehr. Er habe sich «sehr auf das Rennen gefreut».

Auch sein Kumpel und Reha-Leidensgenosse Stefan Luitz wollte nach überstandenem Kreuzbandriss ein Comeback geben, Experten sahen ihn stark genug für einen Podestplatz. «Wir beschweren uns nicht, dass der Winter gekommen ist, aber er kommt halt zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt», sagte Luitz.

Kleiner Trost: Im Gegensatz zur vergangenen Saison, als der Herren-Riesenslalom wegen eines Sturms nicht stattfinden konnte, darf das Auftaktrennen des Weltcups inzwischen nachgeholt werden. Der Skiweltverband FIS änderte dafür im Frühjahr sein Reglement. «Bis morgen werden wir offizielle Informationen geben, wann und wo wir es nachholen», sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner am Sonntag bei Eurosport. «Wir werden es noch vor Weihnachten nachholen. Nicht in Amerika, weil wir bereits drei Rennen in Beaver Creek haben. Aber es wird noch vor Weihnachten nachgeholt.» Möglich scheint ein zusätzliches Rennen in Val d'Isère oder Alta Badia.

Insgesamt ist es für die Herren das vierte Mal seit Einführung der Rennen in Sölden 1993, dass ihr Wettkampf nicht ausgetragen oder beendet werden kann.

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