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Littbarski über Hertha: Noch langer Weg zum «Big-City-Club»

23.01.2020 - Jürgen Klinsmann und der Investor Lars Windhorst wollen aus Hertha BSC einen Großclub formen, der in Zukunft dauerhaft in der Champions League mitspielt. Der gebürtige Berliner und frühere Klinsmann-Mitspieler Pierre Littbarski sieht diese Pläne skeptisch.

  • Gebürtiger Berliner: Pierre Littbarski. Foto: Ronny Hartmann/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gebürtiger Berliner: Pierre Littbarski. Foto: Ronny Hartmann/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Champions League in nur wenigen Jahren. Ein «Big City Club» auf Augenhöhe mit Bayern München oder Real Madrid. Wenn man Pierre Littbarski in jungen Jahren eine solche Perspektive ausgemalt hätte, wäre der spätere Weltmeister vielleicht immer in seiner Heimatstadt Berlin geblieben.

So aber zog er mit 18 Jahren weg, er spielte für den 1. FC Köln und war Trainer in Japan, Australien oder Iran. Mittlerweile arbeitet der 59-Jährige als Markenbotschafter für den nächsten Hertha-Gegner VfL Wolfsburg - und sieht die ambitionierten Pläne der Berliner und seines früheren Mitspielers Jürgen Klinsmann eher skeptisch.

«Hertha muss für dieses Projekt auch Spieler rekrutieren, die interessant sind», sagte Littbarski in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Das könnten jüngere Spieler sein, für die du dann aber wieder einen längeren Atem brauchst. Oder du holst zwei, drei richtige Kracher, die dann aber richtig die Geldbörse strapazieren. Das ist wie mit einer Rockgruppe. Die braucht auch einen Tophit, um auf Tournee gehen zu können.»

Nach Auffassung des gebürtigen Berliners könne man die Hertha einfach nicht mit Großclubs wie Real Madrid vergleichen. Weder von ihrer Historie her, noch von ihrer Bedeutung für die eigene Stadt. «Berlin pulsiert, aber diese Stadt dreht sich nicht nur um Fußball», sagte Littbarski. «In Berlin leben sehr viele Zugereiste. Als ich dort in den 70er-Jahren aufgewachsen bin, hatte Hertha schon einen gewissen Fan-Stamm und auch eine Geschichte. Aber das ist durch Skandale und Misswirtschaft lange Zeit auf der Strecke geblieben. Also musst du viele Menschen oder junge Leute in dieser Stadt erst wieder neu für den Verein und für so ein Projekt begeistern. Und wenn du das schaffen willst, musst du den Leuten auf dem Platz etwas bieten.»

Derjenige, der das schaffen will, ist Jürgen Klinsmann. Der neue Hertha-Trainer und Pierre Littbarski wurden 1990 zusammen Weltmeister. Ob sein früherer Nationalmannschafts-Kollege der Richtige sei, um aus der Hertha einen Champions-League-Club zu formen, will auch Littbarski erst einmal «abwarten». Er sagt aber auch: Wenn das jemand hinkriegen möchte, braucht er dazu Eigenschaften, wie Klinsmann sie besitzt.

«Jürgen hat auch als Mitspieler nicht in das Schema normaler Fußballer gepasst. Er hat schon damals anders gedacht», sagte Littbarski. «Und die Zeit in Amerika hat ihn sicher noch weiter beeinflusst. Schon als Trainer der Nationalelf und des FC Bayern brachte er viele Ideen ein, die damals neu waren und heute immer häufiger vorzufinden sind: zum Beispiel ein großer Trainerstab mit Experten für verschiedene Bereiche. Vielleicht hat bei Bayern der Zeitpunkt nicht gepasst und mit Sicherheit auch nicht das Ergebnis. Aber manche Ansätze waren ihrer Zeit voraus.»

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