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NBA-Stars wollen in China die US-Kadermisere nutzen

28.08.2019 - Der Kampf um den Titel bei der Basketball-WM war lange nicht mehr so offen. Da den zuletzt übermächtigen Amerikanern die Ausnahmespieler fehlen, machen sich mehrere internationale NBA-Stars Hoffnungen auf den großen Coup.

  • US-Nationaltrainer Gregg Popovich hat für die WM viele Absagen erhalten. Foto: Stefan Postles/AAP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    US-Nationaltrainer Gregg Popovich hat für die WM viele Absagen erhalten. Foto: Stefan Postles/AAP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Haupt-Attraktion steht an der Seitenlinie. Wenn die US-Basketballer bei der WM in China ihre Mission starten, als erstes Team überhaupt den Titel-Hattrick perfekt zu machen, überstrahlt ein legendärer Erfolgscoach seine Spieler.

«Gregg Popovich wird der größte Star des Team USA sein», titelte die «LA Times» über den 70 Jahre alten Trainer des NBA-Clubs San Antonio Spurs. Nach zahllosen Absagen von Superstars wie LeBron James, Stephen Curry oder James Harden spottete die Zeitung: «Team USA ist ein bisschen peinlich geworden wie jemand, der späte Einladungen zu einer Hochzeit verschickt, auf die nur "Nein" als Antwort kommt».

Im Gegensatz zu Olympischen Spielen stehen Weltmeisterschaften bei den amerikanischen Top-Akteuren aus der besten Liga der Welt nicht hoch im Kurs. Aus dem endgültigen Kader wurde nur Aufbauspieler Kemba Walker (Boston Celtics) vergangene Saison unter die Top-15-Profis in eines von drei All-NBA-Teams gewählt. Seit dem dritten Platz bei der WM 2006 räumten die Amerikaner bei Olympia, Weltmeisterschaften und Amerika-Meisterschaften alle sieben möglichen Goldmedaillen ab. Diese internationalen Top-Stars haben die besten Chancen, bei der WM (31. August - 15. September) die US-Dominanz zu durchbrechen.

GIANNIS ANTETOKOUNMPO (Griechenland)

Der 24-Jährige will seiner märchenhaften Geschichte ein neues Kapitel hinzufügen. Als Kind half der Sohn nigerianischer Einwanderer seiner Familie, Sonnenbrillen und Uhren auf den Straßen Athens zu verkaufen. Vergangene Saison wurde er zum wertvollsten Spieler der NBA ausgezeichnet - und erklärte zuletzt, er würde diese Trophäe gerne gegen WM-Gold eintauschen. Seine spektakuläre Spielweise sowie die Kombination von Größe, Schnelligkeit und Sprungkraft brachten dem 2,11 Meter langen Athleten den Spitznamen «Greek Freak» ein. Im griechischen Nationalteam spielt Antetokounmpo an der Seite seines älteren Bruders Thanasis.

MARC GASOL (Spanien)

Der 34 Jahre alte Center feierte schon 2006 den bislang letzten WM-Titelgewinn eines anderes Teams als den USA. Nach dem Rücktritt seines fünf Jahre älteren Bruders Pau aus dem Nationalteam setzt Marc die Gasol-Dynastie alleine fort. Der 2,16-Meter-Hüne gehört zu einem sehr erfahrenen spanischen Team - acht von zwölf Spieler sind bereits älter als 30. Dabei muss Gasol mit einer kurzen Pause vor der WM fertig werden: Im Juni gewann er mit den Toronto Raptors überraschend seinen ersten NBA-Titel.

RUDY GOBERT (Frankreich)

Durch den Abschied von Superstar Tony Parker nach Olympia 2016 sucht auch die französische Auswahl ihren neuen Top-Star. Der 2,16 Meter große Gobert steht dabei weniger für die große Show - ist dafür in der Verteidigung absolute Spitzenklasse. In der NBA wurde der Center der Utah Jazz bereits die zweite Saison in Serie als bester Defensivspieler der kompletten Liga ausgewählt. Diese Qualität will der 27-Jährige auch direkt im ersten WM-Vorrundenspiel gegen das deutsche Team am Sonntag beweisen.

NIKOLA JOKIC (SERBIEN)

Während der NBA-Basketball immer athletischer wird, wirkt der 2,13 Meter große Center aus der Zeit gefallen. Jokic kann nicht besonders hoch springen, seinen Körper beschreiben US-Medien mit «pummelig». Und doch hat der 24-jährige von den Denver Nuggets Fähigkeiten, die ihn vergangene Saison bei der Wahl des wertvollsten NBA-Spielers bis auf Platz vier brachten. Jokic besitzt die Spielintelligenz und Pass-Qualitäten eines Aufbauspielers. An der Seite von NBA-Star Bogdan Bogdanovic will er die Silber-Serie Serbiens nach drei zweiten Plätzen in den jeweils letzten Turnieren bei WM, EM und Olympia krönen.

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