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Promi-Geburtstag vom 22. März 2020: Stephen Sondheim

22.03.2020 - Ob «West Side Story» oder «Sweeney Todd»: Stephen Sondheim gilt als einer der besten Texter und Komponisten der Theaterbranche. In seiner Heimat USA hat er alle renommierten Preise gewonnen. Jetzt wird Sondheim 90 - und schreibt fleißig weiter.

  • Stephen Sondheim gilt als einer der besten Texter der Theaterwelt. Foto: Michael Reynolds/EPA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stephen Sondheim gilt als einer der besten Texter der Theaterwelt. Foto: Michael Reynolds/EPA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Den Oscar bekam Stephen Sondheim für einen Song in dem Film «Dick Tracy», den Pulitzer-Preis für das Musical «Sunday in the Park with George» und sein wohl bekanntestes Werk als Texter bleibt die «West Side Story».

Sondheim selbst hat aber einen ganz anderen Favoriten: «Assassins», ein 1990 am New Yorker Broadway uraufgeführtes Musical über neun Männer und Frauen, die versuchen, verschiedene US-Präsidenten umzubringen. «Autor John Weidman und ich wussten, was wir machen wollten und haben es getan. So bewerte ich Stücke», sagte Sondheim einmal dem britischen «Telegraph». «Ich schaue mir 'Assassins' an und es erfüllt mit wenigen Ausnahmen alle meine Erwartungen.»

Sondheim, der heute 90 Jahre alt wird, ist ein Großer in der US-Theaterbranche - der Größte, sagen manche sogar. «Es ist schwer, Sondheims Einfluss auf das amerikanische Musiktheater überzubewerten», schrieb der Schauspieler, Texter und Komponist Lin-Manuel Miranda, in der «New York Times». «Er ist der beste Texter des Musiktheaters. Punkt.»

In seiner jahrzehntelangen Karriere habe er die Möglichkeiten der Form des Musiktheaters weitergebracht und auch den Inhalt weiterentwickelt. Bei Sondheim gibt es keine schmalzigen und stets gut ausgehenden Liebesgeschichten, sondern es geht um die großen Fragen und positiven wie negativen Emotionen des Lebens.

Geboren wurde Sondheim in eine reiche jüdische Familie in New York hinein und wuchs dann auch teilweise in Pennsylvania auf. Das Verhältnis zu seinen Eltern, die sich später scheiden ließen, war schwierig. Sondheim freundete sich mit James Hammerstein an und lernte dessen Vater, den Komponisten und Texter Oscar Hammerstein, kennen, der sein Mentor wurde und ihm den Weg in die Branche ebnete. Den Durchbruch schaffte Sondheim dann bereits mit 25 Jahren, als er die Texte zu Leonard Bernsteins Erfolgsmusical «West Side Story» schrieb.

In den Jahrzehnten darauf arbeitete Sondheim für Theater, Film und Fernsehen und sammelte Preise ein: Einen Oscar, mehrere Tonys und Grammys, den Pulitzer-Preis und 2014 die Friedensmedaille des US-Präsidenten, die zu den höchsten zivilen Auszeichnungen der USA gehört. Besonders erfolgreiche Musicals waren unter anderem «Sweeney Todd», «Gypsy» und «Sunday in the Park with George».

Er sei ein «Kollaborations-Tier», sagte Sondheim, der neben seinen Texten auch für seine anspruchsvollen musikalischen Kompositionen bekannt ist, jüngst der «New York Times». «Meine Ideen entstehen oft aus Zusammenarbeiten. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, die mich zum Schreiben bringen.» Das Theater interessiere ihn, weil er an «Kommunikation mit den Zuschauern» interessiert sei, sagte der als introvertiert geltende Texter, der in einem Haus in Manhattan lebt. «Sonst würde ich für Konzertmusik arbeiten, oder in einer anderen Branche. Ich liebe das Theater genau wie die Musik und die Idee, das zu den Zuschauern rüberzubringen und sie zum Lachen, zum Weinen oder einfach zu Gefühlen zu bringen - das ist für mich das Wichtigste.»

Auch im hohen Alter arbeitet Sondheim weiter, auch wenn seine Branche an Bedeutung verloren habe, wie er jüngst beklagte. «In den 1920er Jahren hatte das Theater Auswirkungen darauf, wie die Menschen dachten. Bis eine Show heute auf der Bühne ist, ist die Idee schon vorbei. Das Theater ist eine Nischen-Industrie, es hat nicht viel Einfluss.» Trotzdem blieben ihm sein Einfluss und seine Zuschauer wichtig. «Ich will, dass die Menschen das mögen, was ich schreibe. Ich bin ein Produkt des Broadway, egal wie anmaßend jemand das findet, was ich schreibe. Ich schreibe nicht für mich. Ich schreibe, weil ich die Menschen zum Lachen, Weinen und Denken bringen will. Ich will so viel Publikum wie möglich.»

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