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Neue, schöne Bayern-Welt: «Es wird immer mehr aufgesogen»

04.10.2019 - Das 7:2 gegen Tottenham war eine Fußball-Sternstunde. Der FC Bayern ist im zweiten Jahr unter Niko Kovac dabei, ein anderer zu werden. Die Zeitenwende hat Gründe. Gegen Hoffenheim ist Charakter gefragt.

  • Bayerns Trainer Niko Kovac feiert mit Neuzugang Ivan Perisic (l) ein Tor. Foto: Angelika Warmuth/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bayerns Trainer Niko Kovac feiert mit Neuzugang Ivan Perisic (l) ein Tor. Foto: Angelika Warmuth/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Diesmal kann Niko Kovac auf einen entspannten Oktoberfest-Besuch mit dem FC Bayern hoffen - ganz anders als in seinem ersten Jahr als Trainer des Rekordmeisters.

Vor zwölf Monaten sorgte ein 0:3 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach schon vor dem ersten Prosit für einen Kater. Nach der damals vierten sieglosen Partie am Stück war es insbesondere für Kovac eine Krisen-Wiesn.

Nach der 7:2-Gala bei den Tottenham Hotspur wollen sich Kovac und seine Münchner Ballermänner am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit dem nächsten Bundesliga-Erfolg gegen 1899 Hoffenheim in beste Festzeltstimmung versetzen. «Wir wollen das Spiel gewinnen. Wir wollen Erster bleiben. Wir wollen in die Länderspielpause mit einem guten Gefühl gehen», sagte der Trainer. Die Tottenham-Gala soll beflügelnd wirken, wie der Ex-Hoffenheimer Niklas Süle erklärte: «Das war ein Spiel, das uns die kommenden Wochen tragen kann.»

Vieles ist anders als im Oktober 2018 - gerade auch mit und für Kovac. Das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal hat den Kroaten gestärkt fürs zweite Jahr, in dem er ganz andere Voraussetzungen vorfindet. Und auch wenn er selbst sagt, «ich bin weiterhin so, wie ich bin», hat auch bei ihm eine Veränderung stattgefunden. «Das eine Jahr hat uns sicherlich etwas gebracht. Es wird immer mehr aufgesogen von den Spielern, was wir möchten», schilderte Kovac vor Hoffenheim: «Die Spieler verstehen immer mehr, was wir gerne hätten.»

Der personelle Umbruch im Sommer entfacht eine positive Wirkung. Serge Gnabry trat etwa mit seiner Vier-Tore-Gala gegen Tottenham endgültig aus dem Schatten der Außenbahn-Legenden Arjen Robben und Franck Ribéry. «Ich denke schon, dass wir eine gute, homogene Truppe zusammen haben, die zusammenwächst, die sich miteinander sehr gut versteht», bemerkte Kovac zum Binnenklima der Mannschaft.

Robben, Ribéry, Hummels, Rafinha, James gingen im Sommer. Dafür kamen neue Topspieler wie Philippe Coutinho, Lucas Hernández, Benjamin Pavard und Ivan Perisic. Das veränderte vieles. «Die Charaktere, die letztes Jahr da waren, waren auch gute Charaktere. Aber Spieler, die viel erreicht haben in ihrem Leben und ein gewisses Alter haben, haben eine ganz klare Erwartungshaltung. Es ist nicht einfach, wenn man hier ankommt und die Älteren managen muss. Wir haben junges Blut nach bekommen, dadurch ist es ruhiger zu arbeiten», sagte Kovac.

Das junge Blut umfasst die Generation Gnabry, Kimmich, Süle, Goretzka, Coman, die mehr in den Fokus gerückt ist und damit auch verstärkt in die Verantwortung. «Die Gier ist riesig. Wir haben alle Lust, dieses Jahr noch mehr zu holen», verkündete Süle in London.

Kovac, für den sich Erfolg im Fußball vor allem über eine gute Defensivhaltung einstellt, nutzt aber auch vermehrt das gewaltige Offensivpotenzial. «Wir sind sehr variabel geworden. Wir machen Tore aus Standards, wir machen Tore aus dem Spiel heraus, wir machen Tore aus der Umschaltsituation», sagte er. Eine Zeitenwende vollzieht sich in München: «Es ist jetzt nicht immer nur so, dass unsere Außen vorbeigehen und wir urplötzlich ein Tor machen.»

Die größere Vielseitigkeit hat auch mit den Neuen um Coutinho zu tun. «Wir haben Qualität dazu bekommen. Jeder Einzelne gibt uns eine neue Dimension, etwas Neues, etwas Besonderes. Das ist der springende Punkt», glaubt Kovac. Er schöpft diese Möglichkeiten aus. Und ihn schrecken auch rigorose Entscheidungen nicht (mehr). Thomas Müller muss hoffen, gegen Hoffenheim mal wieder ins Team zu rotieren. Viermal nacheinander zählte der Vize-Kapitän nicht zur Startelf.

Gegen Tottenham zeigte Kovac Mut, in dem er Mittelfeld-Künstler Thiago eine Denkpause verordnete. Mit dem Spanier sei er beim Sieg in Paderbon «nicht zufrieden» gewesen. In London kam Thiago rein und spielte top. Kovac war danach sehr zufrieden: «Ich bin mir sicher, dass es genau die richtige Maßnahme war. All das, was er in der zweiten Halbzeit gezeigt hat, ist das, was wir brauchen.»

Die Stars zu kitzeln, ist eine spezielle Herausforderung in großen Clubs. Gala gegen Tottenham, Alltag gegen Hoffenheim - das ist die anstehende Herausforderung, gerade auch für den Tottenham-Helden Gnabry. «Das ist das Schwierige an diesem Job, dass man nach so einem sensationellen Abend für einen persönlich drei Tage später wieder dieselbe Leistung abrufen muss», sagte Kovac. Er ist gespannt, auch wenn man nicht erwarten könne, dass Gnabry «wieder vier Tore schießt».

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