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Söder und UBA-Chef wollen keine neuen Verbrenner ab 2035

27.09.2020 - Das Vorbild ist Kalifornien. Jetzt wollen auch zwei völlig unterschiedliche politische Akteure aus Deutschland neue Verbrenner bis 2035 von der Straße holen.

  • Der US-Bundesstaat Kalifornien will ab dem Jahr 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen erlauben - zieht Bayern nach?. Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der US-Bundesstaat Kalifornien will ab dem Jahr 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen erlauben - zieht Bayern nach?. Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Umweltbundesamtchef Dirk Messner bei einer Pressekonferenz. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Umweltbundesamtchef Dirk Messner bei einer Pressekonferenz. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Chef des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, und CSU-Chef Markus Söder wollen ein Zulassungsverbot für Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2035. «Kalifornien hat es vorgemacht», sagte Messner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

«Ein Verbot von Neuzulassungen für Diesel und Benziner ab 2035 halte ich für eine gute Idee.» CSU-Chef Markus Söder sagte am Samstag auf dem Parteitag seiner Partei: «Ich bin sehr dafür, dass wir uns ein Enddatum setzen, ab dem Zeitpunkt, an dem fossile Verbrenner mit fossilen Kraftstoffen nicht mehr neu zugelassen werden können.» Und weiter: «Das, wie es in Kalifornien gewesen ist, erscheint mir ein sehr gutes Datum dafür zu sein.»

Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien will Autoabgase drastisch reduzieren und ab dem Jahr 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen erlauben - dies hatte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch mitgeteilt. Benziner und Diesel sollen also langsam verschwinden.

Für eine Übergangszeit und angesichts der Pandemie erneuerte Bayerns Ministerpräsident Söder aber seine Forderung nach einer Autokaufprämie oder ähnlichem für modernste Verbrenner: Es brauche ein Anreizsystem, eine Recyclingprämie oder einen Umtauschgutschein, den man in einigen Jahren dann beim Kauf eines noch moderneren Autos nutzen könnte. Messner hingegen betonte: «Wir brauchen in unseren Städten keine schweren SUVs und Geländewagen, sondern kleinere, sparsamere und zukünftig emissionsfreie Autos.»

Grünen-Bundestagsfraktionsvize Oliver Krischer sagte zum Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten: «Wir begrüßen den erfreulichen Sinneswandel Markus Söders zum Ende des Verbrennungsmotors. Das ist ein Erkenntnisgewinn, den wir kaum mehr erwartet hätten. Hoffentlich ist das nicht nur eine seiner Shownummern, denn es ist absurd, das Ende des Verbrennungsmotors, aber gleichzeitig noch Kaufprämien für neue zu fordern. Ähnlich äußerte sich auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Kritik an der Idee kam von der FDP. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Partei, Marco Buschmann, twitterte: «Erst bei Autoherstellern mit Kaufprämien für Verbrennungsmotoren punkten wollen, aber dann ein Produktionsverbot verlangen. Typisch Söder!» Synthetische Kraftstoffe könnten Verbrenner klimaneutral machen.

© dpa-infocom, dpa:200927-99-724907/4

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