Dienste

 

 

Böen bis 140 km/h Orkantief wütet über weiten Teilen Deutschlands

Schwere Sturmböen entwurzeln Bäume und werfen Baugerüste um, mindestens zwei Menschen werden davon erschlagen. Bei der Bahn sind viele Strecken blockiert. An der Nordsee fallen etliche Fähren aus. Ein früher Herbststurm hat Deutschland erreicht.
  • Spaziergänger stemmen sich am Strand von St. Peter-Ording gegen den ersten Herbststurm des Jahres. Foto: Wolfgang Runge © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Spaziergänger stemmen sich am Strand von St. Peter-Ording gegen den ersten Herbststurm des Jahres. Foto: Wolfgang Runge © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Jede Menge Wind: Ein Surfer ist auf den Wellen der Nordsee am Strand von St. Peter-Ording unterwegs. Foto: Bodo Marks © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Jede Menge Wind: Ein Surfer ist auf den Wellen der Nordsee am Strand von St. Peter-Ording unterwegs. Foto: Bodo Marks © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Weltuntergangsstimmung: Dunkle Sturmwolken ziehen über das Ostseebad Warnemünde hinweg. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Weltuntergangsstimmung: Dunkle Sturmwolken ziehen über das Ostseebad Warnemünde hinweg. Foto: Bernd Wüstneck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Tödlicher Unfall: Polizeibeamte sichern in Hamburg ein umgestürztes Baugerüst, das einen Passanten unter sich begraben und getötet hatte. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Tödlicher Unfall: Polizeibeamte sichern in Hamburg ein umgestürztes Baugerüst, das einen Passanten unter sich begraben und getötet hatte. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Ausflugs- und Linienschiffe sind im Hafen von Hamburg bei starkem Gegenwind auf der Elbe vor den Landungsbrücken unterwegs. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Ausflugs- und Linienschiffe sind im Hafen von Hamburg bei starkem Gegenwind auf der Elbe vor den Landungsbrücken unterwegs. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Landschaftsmalerei: Sand weht auf Norderney bei stürmischem Wind über eine Düne und wirkt wie ein natürlicher Weichzeichner. Foto: Volker Bartels © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Landschaftsmalerei: Sand weht auf Norderney bei stürmischem Wind über eine Düne und wirkt wie ein natürlicher Weichzeichner. Foto: Volker Bartels © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • "Wir sind Hamburg" - und wir sind nass: Ein Linienschiff kämpft sich im Hafen bei starkem Gegenwind durch die Elbe vor den Landungsbrücken. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    "Wir sind Hamburg" - und wir sind nass: Ein Linienschiff kämpft sich im Hafen bei starkem Gegenwind durch die Elbe vor den Landungsbrücken. Foto: Christian Charisius © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Am Strand von Norderney haben die Strandkörbe dem Herbststurm nicht standgehalten. Foto: Volker Bartels © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Am Strand von Norderney haben die Strandkörbe dem Herbststurm nicht standgehalten. Foto: Volker Bartels © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
1 / 8

Als erster großer Herbststurm des Jahres hat Orkantief «Sebastian» den Norden und Nordwesten Deutschlands getroffen. In Hamburg wurde ein Mann von einem Baugerüst erschlagen.

Im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen traf ein entwurzelter Baum einen Mann tödlich. Im Laufe des Mittwochs tobte Sturmtief «Sebastian» mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde, so heftig wehte es beispielsweise auf dem Brocken im Harz, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte (DWD). Orkanböen etwa an der Nordsee kamen demnach auf bis zu 140 Stundenkilometer, am Abend dann wurden die stärksten Winde an der Ostsee gemessen.

Etliche Bäume stürzten um, wodurch es etwa in Nordrhein-Westfalen zu Behinderungen im Bahnverkehr kam. Der Wind beschädigte Autos und Gebäude; Dachziegel flogen umher. An der Nordsee fielen viele Fährverbindungen aus. Zuvor hatte «Sebastian» bereits die Niederlande erreicht. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden zeitweise Start- und Landebahnen geschlossen.

Der heftige Wind sollte an der See in der Nacht zu Donnerstag andauern. Auch für den Südwesten Deutschlands rechneten die Meteorologen mit Sturmböen. «Über der Mitte lässt der Wind hingegen deutlich nach», teilte der DWD mit. Hinzu komme aber Dauerregen, der sich von Südwesten her bis zur Mitte Deutschlands ausbreite. Stellenweise könnten dabei am Donnerstag unwetterartige Mengen zusammenkommen.

Zu dem tödlichen Unfall in Hamburg kam es, als ein umgestürztes Baugerüst einen Passanten in der Innenstadt unter sich begrub. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich in Folge starker Böen vom Dach eines siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst. In der Elbe in Hamburg kam außerdem ein Rollstuhlfahrer ums Leben. Warum der Mann ins Wasser geriet, war zunächst unklar. «Der Sachverhalt wird untersucht. Ein Suizid ist ausdrücklich nicht ausgeschlossen», sagte ein Polizeisprecher.

Das Todesopfer im Hochsauerlandkreis war ein 53-jähriger Mann, der am frühen Mittwochnachmittag bei Brilon Vermessungsarbeiten an einem Wald vornahm. Der starke Wind entwurzelte in seiner unmittelbaren Nähe eine etwa 20 Meter hohe Fichte, die auf ihn fiel, wie die Polizei mitteilte. Der Bauleiter fand den Mann und alarmierte den Rettungsdienst. Die Bergung gestaltete sich wegen des starken Windes sehr schwierig.

Auf der Nordseeinsel Föhr wurde eine Fußgängerin von einem Baum getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt, wie die Polizeidirektion Flensburg mitteilte. Glück im Unglück hatte ein Mitarbeiter der Nikolaikirche in Kiel: Ein Firstziegel fiel nach Angaben der Gemeinde vom Dach der Kirche auf das Auto des Mannes und zerschlug das Glasdach, der Mann hatte den Wagen aber kurz zuvor verlassen.

«Sebastian» beeindruckte selbst die sturmerprobten Hallig-Bewohner. Das laue Lüftchen habe sich gewandelt zu einem richtig kräftigen Sturm, sagte Erco Lars Jacobsen von der Hallig Hooge. Unangenehm mache das Wetter vor allem der Regen - und dass der Sturm dieses Jahr sehr früh da ist.

Der Sturm wirbelte auch die Fahrpläne der Fähren durcheinander. Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren zum Teil nicht, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei mitteilte. Auch die Hochseeinsel Helgoland war per Schiff am Mittwoch nicht erreichbar. Auf dem Hindenburgdamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet, wurde der Bahnverkehr eingestellt.

In Hamburg zog «Sebastian» Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr nach sich. Die Feuerwehr der Hansestadt rückte zwischen 12.00 und 19.15 Uhr gut 350 Mal aus, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Mehrfach hätten die Einsatzkräfte Straßen und Bahngleise freiräumen müssen.In Nordrhein-Westfalen war ebenfalls Geduld auf Straßen und Schienen gefragt. Wegen der starken Windböen schloss hier außerdem der Wuppertaler Zoo zwischenzeitlich seine Pforten. In Berlin rief die Feuer am Mittwochnachmittag wegen der vielen wetterbedingten Einsätze für knapp zwei Stunden den Ausnahmezustand aus. Es habe keine Verletzten gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zwischen 14 und 18 Uhr sei es zu 75 Einsätzen gekommen.

Flensburg schloss wegen der Sturmwarnungen die städtische Kindertagesstätten und empfahl den Schulen, ebenfalls zu schließen. In Husum wurden vier Leichtbauhallen einer Messe zum Thema Windenergie geräumt. Zu etlichen Feuerwehreinsätzen kam es auch in Ostfriesland und in Bremen. Ein Polizeisprecher sagte: «Die Einsätze kommen im Minutentakt rein.»

Im Online-Portal «Kachelmannwetter» hieß es mit Blick auf umstürzende Bäume: «Die belaubten Bäume sind das Problem. Im Winter ohne Laub würde der Sturm deutlich weniger anrichten. Schon bei 70 km/h können einzelne Bäume umstürzen, 80 km/h und mehr sind dann für so einige Bäume zu viel.»

In den Niederlanden war der Flugverkehr stark beeinträchtigt. Die Fluggesellschaft KLM strich rund 60 innereuropäische Flüge, wie das Unternehmen mitteilte. Auf dem Flughafen Schiphol mussten Start- und Landebahnen wegen starker Winde geschlossen werden. Der Flughafen warnte Passagiere vor großen Verspätungen. Umfallende Bäume verursachten in den Niederlanden Verkehrsunfälle. Dabei wurden nach Angaben der Feuerwehr mindestens zwei Menschen verletzt.

© dpa-infocom GmbH
 
Von 51 neuen Antibiotika, die laut WHO in der Entwicklung sind, eröffnen nur acht wirklich neue Wege bei der Behandlung. Foto: Friso Gentsch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

WHO sieht gefährlichen Mangel an wirksamen Antibiotika

In einer Klinik soll man gesund werden. Gleichzeitig sind dort Erreger unterwegs, die für geschwächte Patienten lebensgefährlich sein können. Die WHO fordert daher dringend Investitionen in ...
 
 
 Zur Übersicht PanoramaZur Startseite 
 

 
6280629
Orkantief wütet über weiten Teilen Deutschlands
Schwere Sturmböen entwurzeln Bäume und werfen Baugerüste um, mindestens zwei Menschen werden davon erschlagen. Bei der Bahn sind viele Strecken blockiert. An der Nordsee fallen etliche Fähren aus. Ein früher Herbststurm hat Deutschland erreicht.
http://www.arcor.de/content/aktuell/news_panorama/6280629,1,B%C3%B6en-bis-140-kmh--Orkantief-w%C3%BCtet-%C3%BCber-weiten-Teilen-Deutschlands,content.html
http://www.arcor.de/iimages/gimages/_6WIp5LOHE3Adv3S6LVQgodiR_hCGz5Te6XjGxBzf2C3lblO6npOjJYOz4fef5DXMlxC5x03CqQROYZxc9uULg==.jpg

Arcor Video-News des Tages

 
 

Topthema - Empfehlung der Redaktion

 
  • Bei Speichernot auf Android-Geräten ist meistens eine SD-Speicherkarte die einfachste Lösung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Braucht man sie wirklich noch? Bei Platzmangel auf dem Smartphone sollte jede App in Frage gestellt werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
  • Apple-Geräte können zwar nicht mit Speicherkarten erweitert werden. Dafür ist mit iCloud ein Online-Speicher ins Betriebssystem integriert. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
 

Platz schaffen auf dem Smartphone

Wenn die Kamera partout kein Bild mehr aufnehmen will, wird es Zeit, auf dem Smartphone wieder klar Schiff zu machen. Denn ein voller Speicher ...  mehr
 
 
 

Gesetzliche Rente für Kanzler, Minister, Abgeordnete

Abgeordnete bekommen eine «Altersentschädigung», der Bundespräsident ein Ruhegehalt, der Bundeskanzler und seine Minister eine Pension. Foto: Franz-Peter Tschauner © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Bundespräsidenten, Kanzler, Minister und Bundestagsabgeordnete sollen nach dem Willen der Linken künftig nur noch eine gesetzliche Rente beziehen. Dies sei nötig als Signal für mehr sozialen Zusammenhalt. Eine gute Idee?
 Auf jeden Fall! Das würde beweisen, dass die Politik ihre Verantwortung für den sozialen Zusammenhalt im Lande begreift
 Das wäre ein tolles Statement, allerdings wird das niemals umzusetzen sein.
 Was für eine Schnapsidee! Leuten in einer gewissen Position steht nun mal ein Ruhegehalt bzw. eine Pension zu, Punkt. Das ist nur fair.
Abstimmen Ergebnis
 
Polizist dreht durch: Kontrolle endet glimpflich
 

Polizist dreht durch: Kontrolle endet glimpflich

Ein Polizist der Stadt Columubs im US-Bundesstaat Mississippi verlor die Kontrolle. Bei einer bloßen Verkehrskontrolle wegen einer ...  mehr
 
 
 
 

Topthema - Empfehlung der Redaktion

 
Dieter Bohlen soll dabei helfen, "DSDS" eine Frischzellenkur zu verpassen. © picture alliance / dpa / Revierfoto
 

Nach Quoten-Tief: Wird "DSDS" rundum verändert?

"DSDS" in der Krise: Die 14. Staffel verfolgten so wenig Zuschauer wie noch nie zuvor - trotz des heiß ersehnten Comebacks der Liveshows! Jetzt soll ...  mehr
 
 
 
Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
 

Kalenderblatt 2017: 20. September

Das aktuelle Kalenderblatt für den 20. September 2017:  mehr