Dienste

 

 

Russland und USA im Streit USA verbieten Behörden Nutzung von Kaspersky-Software

Der Konflikt zwischen Russland und den USA hat längst die Privatwirtschaft erreicht. Der russische Software-Konzern Kaspersky steht im Verdacht, mit den Behörden in Moskau zusammen zu arbeiten. Hat der russische Geheimdienst Einfluss auf die Sicherheitssoftware?
Firmenchef Eugene Kaspersky: Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten. Foto: Friso Gentsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Firmenchef Eugene Kaspersky: Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten. Foto: Friso Gentsch/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten.

Das Heimatschutzministerium teilte mit, es sei besorgt über mögliche Verbindungen zwischen Firmenvertretern und russischen Geheimdiensten. Es bestehe das Risiko, dass die russische Regierung den Zugang über Kaspersky-Produkte ausnutzen könne, um Informationssysteme der US-Behörden zu kompromittieren, hieß es in einer Mitteilung. Die Firmenzentrale von Kaspersky in Moskau reagierte empört auf die Vorwürfe.

Kaspersky Lab ist auf Sicherheits- und Anti-Viren-Programme spezialisiert. Die Software wird auch in Deutschland häufig genutzt. Kritiker vermuten, dass das Unternehmen Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben könnte.

Die Sicherheitssoftware von Kaspersky gewähre umfassenden Zugang auf Dateien und Administrationsrechte von Computern, auf denen sie installiert sei, erklärte das US-Ministerium. Die Behörden hätten 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Man habe Kaspersky die Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken Position zu beziehen.

Die Stellungnahme ließ nicht lange auf sich warten. «Angesichts der Tatsache, dass Kaspersky Lab keine politischen Verbindungen zu Staaten unterhält, sind wir ziemlich enttäuscht von der Entscheidung des US-Heimatschutzministeriums», sagte ein Konzern-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag der Agentur Interfax.

Die US-Behörden hätten keine Beweise vorgelegt. Sämtliche Anschuldigungen basierten auf Lügen, hieß es weiter. «Das Unternehmen pflegt keinerlei politische Beziehungen zu irgendeiner Regierung, einschließlich der russischen», sagte der namentlich nicht genannte Sprecher. Kaspersky arbeite seit 20 Jahren in der Sicherheitsbranche und halte die höchsten Standards ein. Zudem betonte er, dass Kaspersky die Daten seiner Nutzer schütze.

Die Vorwürfen seien politisch motiviert, kritisierte er. Dennoch wolle der Konzern weiter mit den US-Behörden zusammen arbeiten, um zu zeigen, dass der Verdacht unbegründet sei.

Der russische Dumaabgeordnete Leonid Lewin verurteilte die Entscheidung der USA als «Etappe im Wirtschaftskrieg gegen russische Unternehmen». Weitere Maßnahmen Washingtons seien nicht ausgeschlossen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Informationspolitik.

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. In den vergangenen Wochen hatte sich zwischen beiden Ländern ein Streit um diplomatische Vertretungen hoch geschaukelt. Auslöser waren neue Sanktionen der USA gegen Russland. Diese hatte die Regierung von Präsident Donald Trump auf Drängen des Kongresses verhängt. Senat und Repräsentantenhaus wollten den Kreml damit auch für die mutmaßlich russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl abstrafen. US-Geheimdienste werfen Moskau vor, hinter Hackerangriffen auf Computer der Demokraten während des Wahlkampfes zu stehen.

© dpa-infocom GmbH
 
6283168
USA verbieten Behörden Nutzung von Kaspersky-Software
Der Konflikt zwischen Russland und den USA hat längst die Privatwirtschaft erreicht. Der russische Software-Konzern Kaspersky steht im Verdacht, mit den Behörden in Moskau zusammen zu arbeiten. Hat der russische Geheimdienst Einfluss auf die Sicherheitssoftware?
http://www.arcor.de/content/aktuell/news_politik_ausland/6283168,1,Russland-und-USA-im-Streit--USA-verbieten-Beh%C3%B6rden-Nutzung-von-Kaspersky-Software,content.html
http://www.arcor.de/iimages/gimages/E2v5cf8ZVft4JpMNzl7sGZb3R03DXMp9yPyG+3VnjOrWjB7egiUfiu2EtkWeX0rwhwCrwE4X7BEAFBSsXNhbPQ==.jpg

Arcor Video-News des Tages

 
 

Topthema - Empfehlung der Redaktion

 
Nachsitzen: Volkswagen muss im Zuge der Rückrufaktion in Deutschland rund 2,6 Millionen Diesel-Autos in seinen Werkstätten nachrüsten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
 

Dieselskandal: Das sollten VW-Kunden zum Rückruf wissen

Im Zuge des Abgasskandals hatte das Kraftfahrt-Bundesamt einen Rückruf für 2,6 Millionen Diesel-Autos des VW-Konzerns angeordnet. Der ist auch für ...  mehr
 
 
 

Sorge um den Iran-Deal

Das iranische Atomkraftwerks Buschehr. Foto: Abedin Taherkenareh/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
US-Präsident Trump wettert kräftigt gegen das Atomabkommen mit dem Iran. Viele befürchten nun, die USA könnte aus dem Deal aussteigen. Wird es soweit kommen?
 Ach Quatsch, Trump redet doch immer viel, wenn der Tag lang ist. Damit würde er nicht durchkommen.
 Besorgt bin ich schon, das wäre eine Katastrophe! Aber ich hoffe einfach, dass Trump nur blufft...
 Leider ja, Trump hasst das Abkommen und wird alles tun, um ihm sobald wie möglich den Rücken zu kehren.
Abstimmen Ergebnis
 
Krabbelnde Tester: Krebse prüfen Wasser in Russland
 

Krabbelnde Tester: Krebse prüfen Wasser in Russland

St. Petersburgs Wasser hat eine schlechte Qualität. Um diese regelmäßig zu überprüfen nutzen Forscher Flusskrebse, die schnell auf Giftstoffe im ...  mehr
 
 
 
 

Topthema - Empfehlung der Redaktion

 
Tanja (2. v. rechts) hatte kein Glück an ihrem Shopping-Tag. © MG RTL D / Constantin Ent.
 

"Shopping Queen": Die Zuschauer sind sauer

"Shopping Queen"-Kandidatin Tanja wurde vom Pech verfolgt: Sie fand einfach kein Outfit! Doch anstatt Mitleid hagelt es nun üble Kritik der ...  mehr
 
 
 
Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
 

Kalenderblatt 2017: 22. September

Das aktuelle Kalenderblatt für den 22. September 2017:  mehr