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Informatiker verschleppt und getötet: Hohe Haftstrafen

Die Fahrt nach Norden sollte den Beginn eines neuen Lebensabschnitts des Informatikers markieren. Doch sie fand ein gewaltsames Ende. Jetzt sprechen die Richter ein Urteil.
Ein Justizmitarbeiter im Landgericht in Dessau-Roßlau. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Ein Justizmitarbeiter im Landgericht in Dessau-Roßlau. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Nach dem qualvollen Tod eines Informatikers aus München sind seine vier Peiniger vom Landgericht Dessau-Roßlau zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Die Richter sprachen die Angeklagten am Donnerstag unter anderem wegen versuchten Totschlags und erpresserischen Menschenraubes schuldig und verhängten Strafen von zehn Jahren und drei Monaten bis zwei Jahren und sechs Monaten. Ein heute 36-Jähriger und ein 38-Jähriger sollen zudem in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Mit den Urteilen am 96. Tag der Hauptverhandlung blieb das Gericht unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die aus Litauen stammenden Männer den 39-Jährigen Münchner im Januar 2012 auf einem Parkplatz an der Autobahn 9 in Sachsen-Anhalt überfallen, verschleppt und getötet haben, um an dessen Geldkarten und Geheimnummern zu kommen. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu zwölfeinhalb Jahren Haft gefordert.

Die Familie des Opfers hatte als Nebenkläger eine Verurteilung wegen Mordes und lebenslange Haftstrafen gefordert. Die Verteidiger verlangten deutlich geringere Strafen, im Falle des 36-Jährigen sogar einen Freispruch. Der Prozess hatte im Mai 2016 begonnen, nachdem der Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein früheres Urteil der Dessauer Richter kassiert hatte.

Zur Urteilsbegründung hieß es unter anderem, es habe sich nicht eindeutig feststellen lassen, wer der Ideengeber für die Tat war.

Einer der Verteidiger erklärte, er lege Revision ein, wolle aber die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann endgültig entscheiden, ob er diese aufrechterhalte.

Das Verbrechen hatte für Entsetzen gesorgt. Das Opfer war den Tätern auf seinem Weg von München zu seinen Eltern in der Nähe von Hamburg begegnet. Der 39-Jährige wollte dort Sachen unterstellen, weil er eine Weile in Asien leben wollte. Auf der Fahrt in Richtung Norden hielt er am Abend des 9. Januar 2012 an der A9 in Sachsen-Anhalt auf einem Parkplatz an.

Als er von der Toilette kam, traf er auf seine Peiniger. Die Täter überfielen den Mann, verschleppten ihn in ein Waldstück und schlugen und traten ihn, um an seine Geldkarten und die Geheimnummern dafür zu kommen. Laut Obduktion starb das Opfer innerhalb von 24 Stunden an seinen schweren Verletzungen. Erst sechs Tage nach dem Überfall wurde der mit Klebeband gefesselte Informatiker tot in dem Waldstück gefunden.

Auf die Spur der Täter kamen die Ermittler über das Konto des Opfers. Nach der Tat waren sie an Bankautomaten von Überwachungskameras gefilmt worden. Sie kauften für 4000 Euro Turnschuhe sowie 75 Pakete Kaffee und waren auf dem Weg in ihre Heimat Litauen.

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Die Fahrt nach Norden sollte den Beginn eines neuen Lebensabschnitts des Informatikers markieren. Doch sie fand ein gewaltsames Ende. Jetzt sprechen die Richter ein Urteil.
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