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  • 21. September 2017 00:01

    König der Angst Promi-Geburtstag vom 21. September 2017: Stephen King

    «Friedhof der Kuscheltiere», «Shining» oder «Es»: Stephen King ist der Meister des Grauens. Mit dutzenden Bestsellern und Blockbuster-Verfilmungen lehrte er Fans rund um die Welt das Fürchten. Jetzt wird King 70 - und das Gruseln geht weiter.
    Grusel-König Stephen King wird 70. Foto: Maja Hitij © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Grusel-König Stephen King wird 70. Foto: Maja Hitij
     
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    Sieben Verfilmungen zum 70. Geburtstag: Rund um seinen Ehrentag an diesem Donnerstag steht Stephen King mitten im Scheinwerferlicht. Gerade erst hat die Verfilmung seines Bestsellers «Es» an den nordamerikanischen Kinokassen den bislang erfolgreichsten Start eines Horrorfilms hingelegt.

    Sechs weitere Filme und Serien auf Basis von Kings Büchern sind gerade angelaufen oder stehen demnächst an. Dazu hat King noch ein neues Buch, erstmals mit seinem Sohn Owen, der auch Schriftsteller geworden ist. «Sleeping Beauties» soll Ende September erscheinen, die geplante Vater-Sohn-Lesetour ist so gut wie ausverkauft.

    Aber King bleibt bescheiden, wie es seine Art ist. «Es fühlt sich schon irgendwie an, als wäre das gerade ein besonderer Moment für mich, aber nicht etwas, wo mir jetzt die Brust schwellen würde», sagte der Autor jüngst in einem seiner seltenen Interviews der «Vanity Fair».

    «So läuft das halt. Man streut die Samen aus und manchmal erntet man alles gleichzeitig und das ist wunderbar. Es ist mein Glücksjahr, was soll ich sagen.» Seinen Geburtstag werde King wohl trotzdem klein und bescheiden zu Hause im US-Bundesstaat Maine mit seiner Familie feiern, sagte seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

    King produziert wie besessen, mindestens 2000 Wörter pro Tag, und das obwohl er finanziell längst ausgesorgt hat. Dutzende Bestseller-Romane, übersetzt in mehr als 50 Sprachen, dutzende darauf basierende Blockbuster-Filme, mehr als 400 Millionen verkaufte Bücher. Obendrauf betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Tabitha eine eigene Radiostation und einen Verlag.

    Mit Büchern wie «Friedhof der Kuscheltiere», «Shining», oder «Es» - und ihren jeweiligen Verfilmungen - lehrte King Millionen Menschen auf der ganzen Welt das Fürchten und wurde zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Schriftsteller seiner Generation.

    Trotzdem rümpfen viele Literatur-Kritiker bis heute die Nase über sein Werk. Als er 2003 den «National Book Award» erhielt, eine der höchsten Ehren für US-Literaten, wollte der Protest nicht verstummen. «Dass sie glauben konnten, in seinen Werken stecke auch nur ein bisschen literarischer Wert, ästhetische Errungenschaft oder erfinderische Intelligenz, bezeugt einfach ihre eigene Dummheit», erboste sich etwa Yale-Professor Harold Bloom. King selbst beurteilt sein Werk pragmatisch. «Meine Bücher sind das literarische Äquivalent eines Big Mac mit einer großen Portion Pommes.»

    Der Autor wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater verließ die Familie, als King gerade zwei Jahre war, die Mutter arbeitete hart. Als eine Krankheit den Jungen ein ganzes Jahr lang ans Bett fesselte, fing er an zu schreiben. «Meine Mutter liebte die Geschichten. Das war mein Antrieb. Jemand wie ich will anderen gefallen.»

    King studierte, um Englisch zu unterrichten, fand aber anfangs nur einen Job in einer Großwäscherei. Zum Durchbruch verhalf ihm seine Frau, die das Manuskript für den ersten Roman aus dem Müll fischte und King ermunterte, «Carrie» zu Ende zu schreiben. Tabitha, genannt «Tabbie», rettete King später auch aus der Abhängigkeit von Alkohol und Kokain. Die Söhne des Paares, Owen und Joe, sind ebenfalls Schriftsteller geworden, Owens Ehefrau ist auch Autorin, Tochter Naomi Pastorin.

    Die Kings sind eine Vielschreiber-Familie und Vater Stephen hat sich in den vergangenen Jahren dafür noch einen zusätzlichen Kanal gesucht: Twitter. Fast täglich veröffentlicht er auf dem Kurznachrichtendienst kleine Botschaften, kommentiert das Weltgeschehen, kritisiert US-Präsident Donald Trump oder gibt Tipps zu seinen Veröffentlichungen. Ende des Monats werde die Verfilmung seines Romans «Das Spiel» als Film beim Streamingdienst Netflix zu sehen sein, kündigte King vor Kurzem an. «Schaut es euch nicht alleine an. Ich meine es ernst.»

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  • 20. September 2017 00:01

    «Deutschland 83»-Star Promi-Geburtstag vom 20. September 2017: Jonas Nay

    Jonas Nay hat in wenigen Jahren eine steile Karriere hingelegt und zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. Besonders hängt sein Herz an der Serie «Deutschland 83».
    Er ist Musiker, er ist Schauspieler und er ist sehr erfolgreich: Jonas Nay wird 27 Jahre alt. Foto: Georg Wendt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Er ist Musiker, er ist Schauspieler und er ist sehr erfolgreich: Jonas Nay wird 27 Jahre alt. Foto: Georg Wendt
     
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    Dankesreden bei Preisverleihungen sind nur in seltenen Fällen wirklich originell oder gelungen. Als aber der junge Schauspieler Jonas Nay 2014 beim Bayerischen Filmpreis für seine Rolle in dem Familiendrama «Hirngespinster» geehrt wurde, hatte er sich etwas Besonderes einfallen lassen.

    Seine Dankesrede verpackte er in ein Musikvideo. Begleitet von seiner damaligen Band Northern Lights (inzwischen Pudeldame) schilderte Nay in seinem Song, wie er per Telefon von seiner Auszeichnung mit dem Nachwuchspreis erfahren hatte. «Einmal klingeln und dann geht wer ran, mein Name ist Dümig von der Staatskanzlei, hier liegt ein Nachwuchspreis zu Händen von Herrn Nay, kommen se doch im Januar mal vorbei», sang er.

    Aber auch schon vor dem Bayerischen Filmpreis ist Jonas Nay häufiger angerufen worden. Alles fing für den jungen Schauspieler, der heute 27 Jahre alt wird, mit dem Cyber-Mobbing-Film «Homevideo» (2011) an, mit dem ihm der Durchbruch gelang.

    Nay spielt Jakob, einen scheuen, introvertierten und voll in der Pubertät steckenden Junge, von dem heikle Aufnahmen im Internet landen. Das Mobbing setzt ein, immer heftiger, grausamer. Die Eltern, die Lehrer stehen hilflos da. Und das böse Spiel spitzt sich zur Tragödie zu.

    Für seine einfühlsame Darstellung bekam Jonas Nay, der in «Homevideo» eine emotionale Hölle durchlebt, den Förderpreis beim Deutschen Fernsehpreis. Später kamen noch der Grimme-Preis, der New Faces Award und der Günter-Strack-Fernsehpreis hinzu.

    Jonas Nay ist ein Typ mit dem gewissen Etwas: «Man kommt nicht mehr weg von seinem Gesicht», hat sein Kollege Tobias Moretti einmal gesagt. Ein Markenzeichen: eine Narbe an der Stirn, die von einem Autounfall als kleiner Junge stammt.

    «Homevideo» war der Auftakt für eine ganze Reihe starker Auftritte - vor allem in Dramen: In der SAT.1-Produktion «Nichts mehr wie vorher» (2013) spielte Jonas Nay einen Jungen unter Mordverdacht, der sich einer Hetzjagd ausgesetzt sieht. In dem Kinofilm «Wir sind jung. Wir sind stark» (2015) geht es um die Krawalle von Rostock-Lichtenhagen 1992 und mit dem Dreiteiler «Tannbach» (2015) ging Nay auf Zeitreise in die deutsche Nachkriegsgeschichte.

    Vorläufiger Höhepunkt seiner steilen Karriere ist die RTL-Serie «Deutschland 83» (2015), in der Jonas Nay einen jungen DDR-Grenzsoldaten spielt, der zur Spionage in die BRD und in eine Bundeswehrkaserne geschleust wird. Sie sei etwas Besonderes geworden, meinte Jonas Nay, der viel Herzblut in die Serie gesteckt hat. «Sie ist so etwas wie mein Baby.»

    Von den Kritikern wurde «Deutschland 83» hoch gelobt. Zu den zahlreichen Auszeichnungen des auch international erfolgreichen Mehrteilers gehören der Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Kamera und ein Emmy. Nur bei den Einschaltquoten blieb die Serie hinter den Erwartungen zurück.

    Jonas Nay sieht in geänderten Fernsehgewohnheiten einen Grund dafür: «Ich kann mir vorstellen, dass gerade viele jüngere Zuschauer gar nicht mehr klassisch fernsehen, sondern online unterwegs sind», sagte er der «Bild»-Zeitung. «Ich selbst bin Serienfan und schaue nur noch im Netz, zeitlich würde ich es anders gar nicht schaffen.»

    Für eine Fortsetzung von «Deutschland 83» hat Jonas Nay aber auf jeden Fall Zeit. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen und 2018 wird «Deutschland 86» dann beim Streamingdienst Amazon Prime zu sehen sein.

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  • 19. September 2017 00:01

    Provokanter Russland-Erklärer Promi-Geburtstag vom 19. September 2017: Viktor Jerofejew

    Sein Aufstieg begann mit einem «literarischen Vatermord». Der Schriftsteller Viktor Jerofejew hat sich an der Sowjetunion wie am neuen Russland abgearbeitet. Nach sieben Lebensjahrzehnten schwankt er zwischen Sorge um sein Land und Hoffnung.
    Der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew wird 70 Jahre alt. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
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    Darf man so schreiben? «Russen muss man mit dem Stock prügeln. Russen muss man erschießen. Russen muss man an die Wand klatschen. Sonst hören sie auf, Russen zu sein.»

    Wegen dieses Zitats aus seinem Buch «Enzyklopädie der russischen Seele» ist der Schriftsteller Viktor Jerofejew 2010 angezeigt worden. Der Vorwurf: Russophobie. Jerofejew hatte seine liebe Not zu erklären, dass nicht er so denkt, sondern die erfundene Hauptfigur des Buches.

    Trotzdem ist es natürlich eine Spitze gegen die Grausamkeiten der russischen Nationalgeschichte. Mit Provokationen, postmoderner Ironie und Fantasie deutet Jerofejew, der am 19. September 70 Jahre alt wird, den russischen Lesern seit Jahrzehnten ihre Welt. Auch für Europa ist der Autor mit Romanen wie «Die Moskauer Schönheit» und «Die Akimuden» zum kritischen Erklärer der Zustände in Russland geworden.

    Jerofejews Werke setzen ein hohes Maß an Toleranz voraus, doch die ist derzeit ein knappes Gut in der Kulturpolitik unter Kremlchef Wladimir Putin. Nationalpatriotisches steht hoch im Kurs; dafür hält die Justiz den Theatermacher Kirill Serebrennikow wegen Betrugs unter Hausarrest; orthodoxe Fundamentalisten laufen Sturm gegen einen Film über Zar Nikolaus II., den Streifen «Mathilda» von Alexej Utschitel.

    Mit dem Fall Serebrennikow sei der liberalen Intelligenz «der Krieg erklärt worden», sagte Jerofejew der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. «Wenn das so weitergeht, wird das schwerwiegende Folgen haben.» Hoffnung mache ihm, dass diesmal auch Künstler ihre Stimme erhoben hätten, deren Meinung dem Kreml wichtig sei. Er selbst gehört in der Moskauer Literaturszene zu den wenigen, die mit den Machthabern wie mit den Dissidenten auskommen.

    Mit der Stalin-Diktatur seiner Kinderjahre will er die Repression im modernen Russland trotzdem nicht vergleichen. «Das Leben unterscheidet sich vom Leben in der Sowjetunion», sagt Jerofejew.

    Sein Aufwachsen in einer sowjetischen Familie, die allmähliche Loslösung von der Diktatur hat Jerofejew in dem hochgelobten Roman «Der gute Stalin» (dt. 2010) verarbeitet. Vater Wladimir Jerofejew war Stalins Dolmetscher, Mitarbeiter von Außenminister Wjatscheslaw Molotow, später Kulturattaché in Paris, Botschafter in Österreich.

    Und er wäre noch höher aufgestiegen, wenn - ja wenn der behütete Sohn nicht beschlossen hätte, Autor zu werden und 1978 einen Beitrag im Untergrund-Almanach «Metropol» zu veröffentlichen. Das war, wie Jerofejew schreibt, ein «literarischer Vatermord». Der Aufstieg des Sohnes zum Schriftsteller und Dissidenten bedeutete den Ausschluss des Vaters aus der sowjetischen Elite.

    Auch mit einem anderen Jerofejew musste es der Neuling aufnehmen, mit dem Schriftsteller Wenedikt Jerofejew (1938-1990). Der Verfasser des Trinker-Poems «Die Reise nach Petuschki», eines Klassikers der neuen Literatur in Russland, war nicht begeistert über den Namensvetter. Bis heute werden die beiden verwechselt. «Doch das war ein wichtiger Ansporn, ein ernstzunehmender Schriftsteller zu werden», sagt Viktor Jerofejew. «Ich bin mehr Europäer als Wenedikt. Aber seine Position hat mir geholfen, Russland besser zu verstehen.»

    In Europa liebt Jerofejew besonders Frankreich, das Land seiner Jugend, und Polen, das Land seiner ersten Frau. Aber auch Deutschland hält er seit langen Jahren die Treue. «Ich schätze an Deutschland die Offenheit für andere Kulturen», sagt er.

    Gerade die deutschen Kritiken seien für ihn ein Gradmesser, ob ein Buch gelungen sei. Nun, deutsche Kritiker haben den Erkenntnisgewinn seiner Werke über Russland oft gelobt. Aber sie haben auch seinen Hang zu Weitschweifigkeit und drastischen Sexszenen bemängelt.

    Zum 70. Geburtstag bekommt Jerofejew zwei besondere Geschenke. Sein neues Buch «Rosowaja Mysch» (Rosa Maus) wird erscheinen. «Das ist ein Roman über ein elfjähriges russisches Mädchen an der Grenze zwischen Kindheit und Jugend, zwischen Alice im Wunderland und Lolita.» Und noch vor Jahresende wird der Schriftsteller zum dritten Mal Vater.

    So ist er auch nicht generell pessimistisch, was die Zukunft Russlands angeht. «Die jetzige Entwicklung bremst das Land, vielleicht sogar für eine Generation.» Aber einst werde Russland «ein Partner, keine Bedrohung» mehr sein für Europa.

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  • 18. September 2017 00:01

    Moosmutzel und Springginkel Promi-Geburtstag vom 18. September: Monika Ehrhardt-Lakomy

    Die Waldgeister Waldwuffel und Moosmutzel begeistern seit 1980 nicht nur Kinder. Der «Traumzauberbaum» ist der größte Erfolg des Künstlerpaars Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt-Lakomy. Die Autorin hat noch viele Pläne.
    Monika Ehrhardt-Lakomy wird 70. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
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    Warum seh ich nie ein Ei? Ja was wär denn schon dabei? Mich doch auch mal zu benutzen, statt mich immer nur zu putzen.» Der Song vom unzufriedenen Eierbecher hat schon Generationen von Kindern begeistert - ebenso wie die anderen Lieder vom «Traumzauberbaum».

    Die Schallplatte aus dem Jahr 1980 wurde und wird bei vielen Familien immer wieder aufgelegt. Sie ist das erfolgreichste Gemeinschaftswerk des Künstlerpaares Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt-Lakomy: Sie schrieb die Texte, er lieferte die Kompositionen.

    Vor vier Jahren starb der Musiker «Lacky» an Krebs. Sie hält nun das Unternehmen «Traumzauberbaum» mit diversen Verästelungen allein am Leben - und zwischendurch feiert die agile Autorin heute ihren 70. Geburtstag.

    Mit ihrer auffälligen knallroten Brille, den kurzen blonden Haaren und der knallroten Kleidung ist die zierliche Künstlerin kaum zu übersehen. Zu Lebzeiten des beliebten Komponisten - er schuf auch Musicals, Ballett- und Filmmusik und Jazz-Werke - stand sie in seinem Schatten. So mancher wisse bis heute nicht, dass die Texte der Kinderlieder von ihr stammen, sagt sie. «Er war der Frontmann, ich hatte es schön bequem hinter ihm - und jetzt habe ich richtig viel Arbeit.»

    Die Vita der gebürtigen Thüringerin: Schon als Achtjährige steht sie auf der Bühne des Theaters in Greiz, während des Abiturs macht sie eine Maurer-Ausbildung, dann studiert sie klassisches Ballett, reist mit einer Tanzkompanie um die Welt und absolviert ein Fernstudium der Kulturwissenschaften. 1977 heiratet sie Reinhard Lakomy. Seit 1981 ist Monika Ehrhardt freie Autorin - von Fernsehfilmen, Bühnenwerken, Kurzgeschichten und mehr als ein Dutzend Hörspiel-CDs.

    «Meine Arbeit ist mein Hobby», sagt die vielseitig begabte Wahl-Berlinerin, die als Kind drei Berufswünsche hatte: Tänzerin, Schriftstellerin und Kapitän. Zwei hat sie sich ganz erfüllt, den Dritten zumindest halb: Auf einem See in Brandenburg hat sie ein Boot, auf dem sie auch schöpferisch arbeitet. Und so manche Texte entstehen bei Aufenthalten auf ihrer Lieblingsinsel Elba. Faul am Strand liegen - das ist nicht ihr Ding.

    Die «Geschichtenlieder» mit dem Regentropfen Paule Platsch, der frechen Nudel Springginkel, dem dicken Kürbis Kugel und den Waldgeistern Waldwuffel und Moosmutzel, die es als Hörbücher und als Bühnenstücke gibt, wurden zum Dauerbrenner. Doch woher nimmt die quirlige Mutter einer Tochter ihre Ideen? «Ich brauche keine bestimmten Umstände, nur meinen Kopf und mein Kinderherz», berichtet die Künstlerin. Als Kind habe sie viel gelesen und manchmal ganz allein im Wald übernachtet - oder auf einem Hochstand auf dem Apfelbaum Gedichte verfasst.

    350 Lieder hat das Ehepaar Lakomy gemeinsam geschaffen - in jahrzehntelanger Arbeitsteilung. «Er war mein Komponist, er hat mit niemand anderem mehr arbeiten wollen», schildert die Witwe. Im März 2013 starb Reinhard Lakomy im Alter von 67 Jahren im gemeinsamen Haus in Berlin - an Lungenkrebs. Monika Ehrhardt-Lakomy führt nun das Unternehmen «Traumzauberbaum» alleine weiter und hat jede Menge Projekte und Ideen.

    Sie schreibt das Drehbuch für einen «Traumzauberbaum»-Animationsfilm. «Das muss ein Klassiker werden - so wie die CD!», betont die Künstlerin. Der «Traumzauberbaum» wurde millionenfach verkauft. Auch die nächste CD habe sie «schon im Kopf». An mehreren Grundschulen betreut sie Inszenierungen von Lakomy-Bühnenwerken. «Ich bin streng und verlange was - und die Kinder lernen Disziplin und Gemeinsinn.»

    Die Autorin ist auch Intendantin des Reinhard-Lakomy-Ensembles, das mit fünf verschiedenen Stücken auf Tour ist. «Meine Mädels spielen mit so viel Freude», schwärmt die Autorin. Mit einer der Schauspielerinnen bietet sie zudem musikalische Lesungen an, in denen sie als «Traumzauberfee» im schrillgrünen «Mistkäfer»-Kleid aus dem «Traumzauberbaum» liest.

    Auch bei ihr Zuhause gibt es nach dem Tod von Reinhard Lakomy keinen Stillstand. Gemeinsam hatten sie beschlossen, dass in sein Studio ein Kindergarten einziehen soll. Wo der Komponist einst alleine frickelte, toben nun zehn Kinder. Die Schauspielerin Olivia Winter, die das «Moosmutzel» spielt und auch Kindergärtnerin ist, betreut die Kleinen. «Früh wird dort zuerst gesungen», berichtet die gesellige Hausherrin.

    Ein weiteres großes Projekt ist das «Traumzauberbaum»-Archiv. Dort soll künftig das umfangreiche Werk des kreativen Paares zur Verfügung stehen; etwa für Musikstudenten, wie Ehrhardt-Lakomy ankündigte. «Bisher befindet sich alles in Schuhkartons.»

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  • 17. September 2017 00:01

    Auf allen Kanälen Promi-Geburtstag vom 17. September 2017: Anastacia

    Die Sängerin aus New York hat in ihrem bisherigen Leben schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Heute, sagt sie, haue sie nichts mehr so leicht um. Sie ist eine wahre Powerfrau, Stil-Ikone und 2017 in Deutschland allgegenwärtig.
    Anastacia kurz vor ihrem 49. Geburtstag in Köln. Sie bringt Mode und Musik unter einen Hut. Foto: Henning Kaiser © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Anastacia kurz vor ihrem 49. Geburtstag in Köln. Sie bringt Mode und Musik unter einen Hut. Foto: Henning Kaiser
     
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    An ihrem Namen kommt man dieser Tage hierzulande kaum vorbei: Anstacia (Newkirk) auf allen Kanälen. Mit voller Wucht. Heute wird die amerikanische Sängerin und Songwriterin 49 Jahre alt.

    Bis in den August hinein war sie in Europa auf Tour und machte währenddessen auch mehrfach Station in Deutschland. Vergangenen Freitag ist ihr neues Album «Evolution» herausgekommen, seit Donnerstag wird ihre eigene Glam-Rock-Modelinie beim deutschen Discounter Aldi angeboten, und am Abend des selben Tages wurde ihr beim SWR3 New Pop Festival in Baden-Baden der «Pioneer of Pop»-Preis verliehen. Von dort aus hatte sie einst in eine große Karriere starten können. Das Erste strahlt die von Barbara Schöneberger moderierte «Special»-Show am 22. September ab 23.30 Uhr aus.

    Sie ist - musikalisch gesehen - eine Spätzünderin und war bereits 31, als sie sich im Jahr 2000 mit ihrem Albumdebüt «Not That Kind» vorstellte. Der Longplayer erreichte auf Anhieb Platz zwei der deutschen Charts und hielt sich über anderthalb Jahre in den Top 100. Seitdem hat die Blondine mit den dunkel funkelnden Augen und der ausgeprägt kräftigen Soulstimme ihrer Plattenfirma zufolge in 19 Ländern über 30 Millionen Alben verkauft. Erstaunlich dabei: Zu Hause in den USA gehen ihre Songs alles andere als gut. Ihre letzten vier Alben schrammten dort noch nicht einmal die Charts.

    Geboren am 17. September 1968 in Chicago und nach der Scheidung ihrer Eltern aufgewachsen bei ihrer Mutter in New York, begann Anastacia nach der Schulzeit eine Ausbildung zur Friseurin. Nebenbei jobbte sie als Tänzerin und Studiosängerin, bis sie vor 17 Jahren mit «I'm Outta Love» (von ihrem Debütalbum) einen wahren Welthit landete. Sechs MTV Awards und drei Brit Awards sowie unter anderem vier Echos, ein Bambi und eine Goldene Kamera hat sie seither eingesammelt. Dennoch gesteht sie laut Universal Music, ihrem Label: «Mir wurde noch nie etwas geschenkt; ich musste mir immer alles hart erarbeiten. Doch nur, wenn man sich gewisse Dinge erarbeitet hat, weiß man sie erst wirklich zu schätzen.» Dazu käme, dass sie eine «echte Kämpfernatur» sei und niemals aufgebe.

    Das gilt offenbar auch für ihr Privatleben, in dem es nicht immer rund lief. Ihre 2007 geschlossene Ehe mit Wayne Newton, ihrem Bodguard, hielt nicht lange. 2010 reichte sie die Scheidung ein. Und dann die gesundheitlichen Probleme: Schon als Jugendliche hat sie an einer chronischen Darmerkrankung gelitten, viel schlimmer aber war allerdings die Diagnose Brustkrebs. Beide Brüste waren betroffen und mussten abgenommen werden.

    Woher nimmt sie ihren Lebensmut? «Ich spüre immer das Licht am Ende des Tunnels. Oftmals kann ich es nicht sehen, glaube fest daran, dass es einfach da ist. Man muss positiv denken», sagt sie.

    Auf ihrem jüngsten Album, das nicht umsonst «Evolution» (Fortentwicklung) heißt und das sie zusammen mit dem Produzenten Anders Bagge (Céline Dion, Madonna) in Schweden aufnahm, verarbeitet die Singer/Songwriterin nun ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Sie erklärt: «Die Platte beschreibt, wo ich heute bin. Ich fühle mich im wahrsten Sinne des Wortes geerdet. Heute kann mich nichts mehr so leicht umhauen.»

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  • 16. September 2017 00:01

    Sängerin Promi-Geburtstag vom 16. September 2017: Katie Melua

    Kindheit in Armut, Umzug, Erfolg als Sängerin, Zusammenbruch - im Leben von Katie Melua ist schon viel passiert: Erhebendes und Niederschmetterndes.
    Katie Melua wird 33 Jahre alt. Foto: Ennio Leanza © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Katie Melua wird 33 Jahre alt. Foto: Ennio Leanza
     
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    In den letzten Jahren hat sich Katie Melua immer mehr auf ihre Wurzeln besonnen. Auch wenn die Sängerin in London aufgewachsen ist, ihre georgische Heimat, die sie als Kind mit ihren Eltern verlassen hat, ist immer noch in ihrem Herzen.

    Auch wenn sie die Vergangenheit nicht verklärt, denn Katie Melua, die heute 33 Jahre alt wird, durchlebte eine entbehrungsreiche und von Armut geprägte Kindheit: «Fließendes Wasser zu haben und die Möglichkeit, eine Lampe anschalten zu können, sind faszinierender für mich als die Millionen auf dem Konto», sagte sie einmal der «Berliner Zeitung».

    Georgien, das Katie Melua immer wieder regelmäßig besucht, aber ist so viel mehr für die Sängerin: «Das Wetter und die Landschaft dort sind fantastisch. Die Leute haben ein großes Herz», sagte sie im Interview mit der «Kronenzeitung». Und Georgien ist voller Musik. «In Winter» heißt das letzte Album von Katie Melua, das 2016 erschienen ist. Unterstützung hat sie sich dabei vom vielstimmigen Gori Frauenchor aus Georgien geholt - und probierte damit etwas für sie völlig Neues aus.

    Bereits ihr Album «Ketevan» (2013) war eine emotionale Rückkehr in ihre Heimat. Katie Melua - Ketevan ist ihr eigentlicher Vorname - wurde im georgischen Kutaissi als Tochter eines Herzchirurgen geboren und wuchs in Tiflis auf. Sie lebte dort mit ihren Eltern, Onkeln, Tanten und Cousins zusammen unter einem Dach. Auch in Moskau verbrachte Melua einen Teil ihrer Kindheit. 1993 zog sie mit ihren Eltern nach Belfast in Nordirland und 1997 nach Südengland.

    Gleich mit ihrem Debüt «Call Off The Search» (2003) gelang Katie Melua der Durchbruch. Songs wie «The Closest Thing to Crazy» oder «Nine Million Bicycles» vom zweiten Album «Piece by Piece» (2005) wurden weltweite Hits. Ihr Pop mit Jazz-, Folk- und Blues-Elementen angereichert kam großartig an.

    In ihre Karriere hat Katie Melua von Anfang an alles investiert. Immer am Limit, immer 100% - und das hatte seinen Preis. 2010 hatte die Sängerin einen Zusammenbruch und war mehrere Wochen im Krankenhaus.

    Ein Warnschuss, der aber eine heilsame Wirkung hatte. Im Rückblick sagte sie im Interview mit der britischen Zeitung «Independent»: «Es war das Beste, was mir passieren konnte. Sicher, es war beängstigend, aber es machte Schluss mit der Vorstellung, dass man alles tun könne. Das Schlimmste an dem Job ist, das man ein Gefühl der Überlegenheit bekommt. Es war ein ziemlicher Weckruf.»

    Kreativ ist Katie Melua, die mit dem Ex-Motorrad-Champ James Toseland verheiratet ist, aber immer geblieben. Und neugierig auf Neues: Dazu gehören auch Konzerte mit den Stuttgarter Philharmonikern (2009), ein ganzes Album mit großem Orchester - «Secret Symphony» - folgte 2012. Auch wenn Katie Melua in ihrer Karriere einen Gang zurückgeschaltet hat, die Lust auf Neues hat sich die sympathische und bodenständige Sängerin immer bewahrt.

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  • 15. September 2017 00:01

    Schauspieler Promi-Geburtstag vom 15. September 2017: Tom Hardy

    In vielen seiner Film ist er ein Mann zum Fürchten. In den letzten Jahren hat Tom Hardy eine steile internationale Karriere hingelegt. Selbst als neuer James Bond war er im Gespräch.
    Leicht verwildert: Tom Hardy wird 40. Foto: Will Oliver © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Leicht verwildert: Tom Hardy wird 40. Foto: Will Oliver
     
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    Düster, geheimnisvoll, unberechenbar, bedrohlich, zwielichtig, zuweilen brutal - und manchmal auch verletzlich: In der Amazon-Serie «Taboo» (2017) bekommt man Tom Hardy pur. Heute wird der britische Schauspieler, der immer ein bisschen verwildert aussieht, 40 Jahre alt.

    In dem in finsterste Farben getauchten mehrteiligen Drama spielt Hardy einen Briten, der nach langen Jahren in Afrika plötzlich wieder in London auftaucht. Ein Mann mit einer dunklen Vergangenheit, ein irrer Typ, der voller Geheimnisse steckt und vor dem man sich hüten sollte.

    Von seinem Vater hat er einen Landstrich in den USA geerbt, die im Krieg mit dem Vereinigten Königreich sind. Das Erbe erlaubt ihm, Einfluss auf die politischen Entwicklungen zu nehmen, macht ihn aber auch zum Konkurrenten der mächtigen East India Company.

    Gefährliche und knallharte Burschen, die immer ein bisschen undurchsichtig sind und ihre Probleme gerne auch mit roher Gewalt lösen - dafür wird Tom Hardy, der Mann mit den wohl sinnlichsten Lippen der Filmbranche, immer wieder gerne besetzt. Eindimensional aber sind die Charaktere, die er verkörpert, nie.

    Neben seiner fein austarierten darstellerischen Klasse, kann Tom Hardy auch immer wieder mit seiner Physis punkten. Der Schauspieler sieht zwar nicht aus wie Dwayne «The Rock» Johnson, aber wenn es um Kraft und Präsenz geht, ist er absolut erste Wahl. Zuletzt war das in Christopher Nolans bildgewaltigem Kriegs-Epos «Dunkirk» (2017) der Fall, in dem Hardy einen Piloten spielt.

    Regisseur Christopher Nolan und Tom Hardy - das ist überhaupt ein sehr gutes und sehr erfolgreiches Gespann. Mit dem Science-Fiction-Thriller «Inception» (2010) gelang Hardy an der Seite von Leonardo DiCaprio der endgültige Aufstieg in die erste Hollywood-Liga. 2012 folgte der apokalyptischen Comic-Helden-Film «The Dark Knight Rises», in dem Hardy als fieser Gegenspieler Batmans besonders zum Fürchten ist.

    Mit DiCaprio war Tom Hardy auch in dem Rachedrama «The Revenant - Der Rückkehrer» (2015) zu sehen gewesen, in dem DiCaprio ums Überleben kämpft und auf Rache sinnt, nachdem Hardy ihn vermeintlich tot in der Wildnis zurückließ. Für DiCaprio gab es einen Oscar, Hardy erhielt immerhin eine Nominierung als bester Nebendarsteller.

    Und was Hardy schauspielerisch drauf hat, das kann man vor allem in dem Gangsterfilm «Legend» sehen. In dem knallharten Thriller von Brian Helgeland spielt er in einer Doppelrolle die verbrecherischen und legendären Kray-Zwillinge, die in den 50er und 60 Jahren London terrorisierten und sich für unbesiegbar hielten. Kaum glaublich, dass hinter den vollkommen unterschiedlichen Zwillingen nur ein Schauspieler steckt. Eine echte Tour de force.

    Und was hat Hardy, was anderen vielleicht fehlt? Für George Miller, der mit ihm den unglaublich furiosen Non-Stop-Action-Kracher «Mad Max: Fury Road» (2015) drehte, ist das ganz klar: «Hardy hat ein unwahrscheinliches Charisma», meint der Regisseur.

    Tom Hardys Karriere begann mit der Mini-TV-Serie «Band of Brothers - Wir waren wie Brüder» (2001) - und dem Fernsehen sollte er neben Bühnenauftritten und Kinoabenteuern auch immer treubleiben. So brilliert Hardy in der hochgelobten Serie «Peaky Blinders - Gangs of Birmingham» (seit 2013). Seine Rolle: ein brutaler, wenn auch sehr intelligenter Bandenboss. Dann kam «Taboo» hinzu...

    Und vielleicht wäre Tom Hardy auch der neue James Bond geworden. Der Schauspieler wurde als Nachfolger von Daniel Craig hoch gehandelt, aber Craig legt als 007 doch noch (mindestens) einmal nach. In einen anderen Blockbuster schnuppert Tom Hardy aber wohl hinein. Es heißt, er habe einen Cameo-Auftritt als Stormtrooper in dem neuen Star-Wars-Film.

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  • 14. September 2017 00:01

    Winzer und Schauspieler Promi-Geburtstag vom 14. September 2017:  Sam Neill

    «Jurassic Park»-Star, Tierfreund und Winzer - der neuseeländische Schauspieler Sam Neill macht in Hollywood Karriere und bleibt dabei bodenständig. Mit 70 Jahren pendelt er zwischen seiner Farm und dem Set.
    Sam Neill stellte in Venedig seinen Film «Sweet Country» vor. Foto: Claudio Onorati © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Sam Neill stellte in Venedig seinen Film «Sweet Country» vor. Foto: Claudio Onorati
     
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    Sam Neill ist wohl der einzige Schauspieler mit einem Huhn namens Meryl Streep, den Schafen Susan Sarandon und Anjelica Huston und einer nach Helena Bonham Carter benannten Kuh.

    Der «Jurassic Park»-Star, der in Neuseeland eine Farm und ein Weingut betreibt, twitterte Anfang September zu einem Foto eines neugeborenen Kalbes, dass es «Laura Dern» und ihrer Mutter Helena Bonham Carter gut gehe. Neill, der heute 70 Jahre alt wird, outet sich auf Twitter als stolzer Landwirt und Winzer, der auch «ein wenig schauspielt», wenn er dazu gedrängt werde.

    In Irland geboren, in Neuseeland aufgewachsen, gibt sich Neill bodenständig und humorvoll. Seit über 20 Jahren betreibt der dreifache Vater auf der neuseeländischen Südinsel das Weingut «Two Paddocks». Ende August postete er auf Twitter ein kurzes Video, auf dem er sich von einem seiner Schweine verabschiedet. «Sei nicht traurig», er werde ein paar Wochen unterwegs sein, tröstet der Schauspieler das Tier, mit dem Fazit: «Schwein nicht glücklich».

    Der Grund für die Reise: Bei den Filmfestspielen in Venedig stellte Neill Anfang September seinen neuen Film «Sweet Country» vor. Er selbst flanierte im schwarzen Anzug, mit Fliege und grauem Bart über den roten Teppich. Der Western des australischen Regisseurs Warwick Thornton thematisiert die brutale Herrschaft der Weißen über die Ureinwohner des Landes. Neill verkörpert den gläubigen Fred Smith, der um Menschlichkeit bemüht ist.

    Die Rolle, die ihn weltweit berühmt machte, spielte er vor fast 25 Jahren als Paläontologe Dr. Alan Grant in Steven Spielbergs «Jurassic Park». In dem Dinosaurier-Blockbuster von 1993 nach Michael Crichtons Erfolgsroman «Dino-Park» kämpfte er an der Seite von Laura Dern und Jeff Goldblum gegen die Riesenechsen.

    Im selben Jahr begeisterte Neill auch in der emotionalen Dreiecksgeschichte «Das Piano» im Neuseeland des 19. Jahrhunderts. In Jane Campions Film verkörperte er einen verklemmten Mann in einer arrangierten Ehe mit einer stummen Engländerin (Holly Hunter), die sich in den Nachbarn (Harvey Keitel) verliebt.

    Er war nie der ganz große Star, trotz seiner enormen Bandbreite und Wandlungsfähigkeit. Doch sein Talent konnte er in Dutzenden Filmen an der Seite von Hollywoodgrößen beweisen. Er war Meryl Streeps Leinwand-Ehemann in dem Drama «Ein Schrei in der Dunkelheit» (1988), mit Sean Connery machte er «Jagd auf Roter Oktober» (1990), für Wim Wenders ging er 1991 «Bis ans Ende der Welt». Robert Redford holte ihn für «Der Pferdeflüsterer» (1998) vor die Kamera, mit Stallone & Schwarzenegger drehte er den Action-Thriller «Escape Plan» (2013). In diesem Jahr war Neill in dem Sci-Fi-Thriller «MindGamers» zu sehen.

    An seiner Seite fiel auch Nicole Kidman erstmals dem internationalen Kinopublikum auf. In dem australischen Thriller «Todesstille» (1988) spielte sie - damals gerade Anfang Zwanzig - die Ehefrau eines älteren Mannes (Neill), die auf einer Segelyacht von einem psychopathischen Kidnapper (Billy Zane) terrorisiert wird. Hollywoods Superstar Tom Cruise wurde auf die rothaarige Schönheit aufmerksam und heuerte Kidman für «Tage des Donners» an.

    Auch mit 70 Jahren steht Neill weiter vor der Kamera - Ende Oktober ist er in einer kleinen Rolle in dem Superheldenstreifen «Thor: Tag der Entscheidung» zu sehen. Doch sein Herz hängt gleichermaßen an seinem Weingut. Was er als sein größtes Verdienst betrachten würde, wurde Neill 2016 von der britischen Zeitung «The Guardian» gefragt: «Immer noch zu arbeiten. Und meine Weinberge; sie sind wunderschön», antwortete der Schauspieler. Er arbeite daran, einen Pinot Noir von «Weltklasse» zu erzeugen, schreibt Neill auf seiner Webseite.

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  • 13. September 2017 00:01

    Sänger und Gitarrist Promi-Geburtstag vom 13. September 2017: Niall Horan

    Nachdem er mit der Boyband One Direction berühmt wurde, geht der Sänger und Gitarrist nun eigene Wege - genau wie seine Kollegen. Und das mit großem Erfolg: Ende August startete er seine Welttournee «Flicker Sessions».
    Niall Horan ist auch ohne One Direction erfolgreich. Foto: Paul Buck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Niall Horan ist auch ohne One Direction erfolgreich. Foto: Paul Buck
     
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    Er war der «Ire unter den Briten», der Einzige ohne Tattoo in der Boygroup One Direction. Und Niall Horan mag keine Tauben. Der Mädchenschwarm wird heute 24 Jahre alt.

    Seine Tante entdeckte sein musikalisches Talent, als Niall im Auto sang und sie dachte, das Radio wäre an. Von da an arbeitete er immer weiter an seinen Gesangskünsten. Gitarrespielen brachte sich Niall selber bei - mithilfe von YouToube-Tutorials. 2010 trat der aus Mullingar stammende Ire bei der britischen Version von «X Factor» auf. Der damals 16-Jährige schaffte es mit seiner Gitarre zwar nur ein paar Runden weit, traf dann jedoch auf die Jungs, mit denen er berühmt werden sollte: Harry Styles, Louis Tomlinson, Liam Payne und Zayn Malik.

    Sie wurden zu One Direction und bereits während der Castingshow wuchs ihre - überwiegend weibliche - Fangemeinde rasant an. Für die fünf Jungs begann ein Leben wie im Film: Reisen um die ganze Welt, ein Hit nach dem anderen, viele Fans. Mit Songs wie «What Makes You Beautiful» (2011), «Story of my Life» (2013) und «Drag me Down» (2015) sangen sie sich in Millionen Mädchenherzen.

    Dann kam der große Schock: Zayn Malik verabschiedete sich 2015 als Erster von der Band. One Direction machten zwar weiter, aber richtig zusammenzufinden schienen sie nicht mehr und legten Anfang 2016 eine Band-Pause ein.

    Kein Grund für Niall Horan, untätig zu bleiben. Der Musiker konzentrierte sich fortan auf seine Solo-Karriere. Seine Debüt-Platinum-Single «This Town» (2016) wurde mehr als drei Millionen Mal weltweit verkauft, der Song kletterte sofort die Charts nach oben. Auch 2017 sollte ein erfolgreiches Jahr für den Sänger werden: im Januar gewann er den People's Choice Award in der Kategorie «Favorite Breakout Artist». «Vielen Dank, dass ihr für mich gevotet habt. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen. Großartig!», bedankte sich Niall via Twitter.

    Im Mai 2017 veröffentlichte er seine neueste Single «Slow Hands», die sofort die Nummer eins in 44 Ländern der Welt wurde. Im Moment reist der Mädchenschwarm mit seiner Tournee «Flicker Sessions» um die Welt. Nicht nur seine neuen Hits, sondern auch seine Songs des kommenden Debütalbums präsentiert er den Fans.

    Er erinnert sich immer noch an alte Zeiten: Bei der ersten Show in seinem Heimatland überraschte Niall seine Fans mit «Fool’s Gold», einer Ballade aus seiner One-Direction-Zeit. Doch wer weiß, vielleicht stehen die «1D»-Jungs bald wieder zusammen auf der Bühne? Angedeutet hat Niall Horan es bereits...

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  • 12. September 2017 00:01

    Schlagerstar Promi-Geburtstag vom 12. September 2017: Gus Backus

    Als Schlagerstar macht Gus Backus vor allem in den 60er und 70er Jahren von sich reden. Es folgen Rollen in zahlreichen Filmen. Nun wird der gebürtige Amerikaner 80 Jahre alt und hat einen Wunsch.
    Gus Backus ist mit seiner Frau Heidelore zum zweiten Mal verheiratet. Foto: Ursula Düren © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Gus Backus ist mit seiner Frau Heidelore zum zweiten Mal verheiratet. Foto: Ursula Düren
     
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    Er gehört zu den Schlagerlegenden der 60er und 70er Jahren: Gus Backus. Mit Hits wie «Brauner Bär und weiße Taube», «Da sprach der alte Häuptling der Indianer» oder «Der Mann im Mond» unterhielt er damals die Menschen.

    Auch vor der Kamera kam der sympathische Sonnyboy aus den USA gut an und ergatterte zahlreiche Rollen. Heute wird der Erfolgssänger 80 Jahre alt. Was er sich wünscht? «Dass ich 90 werde», sagt der Wahl-Münchner der Deutschen Presse-Agentur.

    Während seiner Karriere war Backus in mehr als 30 Filmen zu sehen - oft singend. Seinen berühmtesten Auftritt hatte er in der österreichischen Filmkomödie «Unsere tollen Tanten» (1961) mit seiner «Sauerkraut Polka». In weißer Schürze und Kochmütze singt er mit amerikanischem Akzent: «Ich esse gerne Sauerkraut und tanze gerne Polka, und meine Braut heißt Edeltraut, die denkt genau wie ich.» Später habe er nur gedacht: Das kannst du nie deiner Mutter zeigen, wie er in seiner Autobiografie «Ich esse gar kein Sauerkraut» schreibt.

    Musikalisch legt der gebürtige New Yorker noch in seiner Zeit beim Militär los. Als Gründungsmitglied der Gruppe The Del-Vikings sichert er sich einen Plattenvertrag. Während es eigentlich gerade weiter bergauf mit seiner Band geht, wird Donald Edgar Backus, wie er bürgerlich heißt, mit knapp 20 Jahren nach Deutschland versetzt. In Wiesbaden stationiert, lernt er dort seine erste Frau Karin kennen, mit der er drei Söhne hat.

    Nach dem Durchbruch in den USA wird Backus in Deutschland, Österreich und der Schweiz als singender GI populär. Mit Hits wie «Wooden Heart», «Linda», «Rote Lippen soll man küssen» und «No Bier, No Wein, No Schnaps» feiert er große Schlager-Erfolge. Seine Lieder sind leicht und erzählen von Vergnügen, Freundschaft und der großen Liebe - oft auf komödiantische Art, wie bei der Schunkel-Nummer «Bohnen in die Ohren».

    Das Leben des Schlagersängers ist dagegen geprägt von Höhen und Tiefen. Während er als gefragter Schlagerstar tourt, hat er mit Alkohol- und Tablettenproblemen zu kämpfen. «Es ist ungeheuer anstrengend, unterhaltsam und witzig zu sein», resümiert er in seiner Autobiografie. «Wenn wir nach einer Show oder einem Film mit den Kollegen weggingen, gab es natürlich meist Alkohol. Und irgendwann kamen die Tabletten dazu.»

    Seine Ehe mit Karin geht in die Brüche. Nach dem Scheitern seiner zweiten Ehe mit Balletttänzerin Heidelore, mit der er seinen vierten Sohn hat, kehrt Backus getrieben von finanziellen Problemen in die USA zurück. Dort schlägt er sich als Gelegenheitsarbeiter durch. «Hauptsache, man konnte laufen und hatte zwei Arme und ein gesundes Kreuz - und man war willig», erinnert er sich an diese Zeit. In den USA heiratete er ein drittes Mal, doch seine Frau Byra stirbt 2001.

    Backus sortiert sein Leben neu und kehrt wieder nach Deutschland zurück. Er findet zu seiner früheren Liebe Heidelore zurück, die beiden heiraten ein zweites Mal. Das Paar lebt nun in der Nähe von München. Seinen runden Geburtstag will die Schlagerlegende im engeren Kreis mit Familie und Freunden beim Essen feiern.

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  • 11. September 2017 00:01

    Monarchin im Ruhestand Promi-Geburtstag vom 11. September 2017: Königin Paola

    Einst versetzte sie als «Party-Prinzessin» den belgischen Hof in Aufregung. Später wurde sie zur geschätzten Landesmutter der Wallonen und Flamen. Seit vier Jahren ist Paola Königin im Ruhestand. Jetzt wird sie 80 Jahre alt.
    Königin Paola von Belgien hat mit ihrer Familie ihren 80. Geburtstags im Juni vorgefeiert. Foto: Bruno Fahy © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Königin Paola von Belgien hat mit ihrer Familie ihren 80. Geburtstags im Juni vorgefeiert. Foto: Bruno Fahy
     
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    Ihr Schwager Baudouin bezeichnete sie einst als «das schönste Geschenk, das Italien Belgien jemals gemacht hat». Aus dem sonnigen Süden verschlug sie die Liebe in das feucht-kühle Königreich zwischen Nordsee und Ardennen.

    Als junge Prinzessin brachte sie mediterranes Flair an den Brüsseler Hof. Im gesetzten Alter wurde die italienische Adlige zur belgischen Landesmutter. Auch nach der Thronbesteigung ihres Sohns Philippe 2013 blieb Paola der Königinnentitel. Heute wird die Monarchin 80 Jahre alt.

    Paola Margherita Maria-Antonia Consiglia Ruffo di Calabria, so ihr vollständiger Name, stammt aus einer uralten süditalienischen Adelsfamilie, vermutlich normannischen Ursprungs. Ihr Vater war einer der erfolgreichsten italienischen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Zur Welt kam Prinzessin Paola 1937 in der Toskana, später studierte sie in Rom. Dort lernte sie auch den Mann ihres Lebens kennen: Bei der Amtseinführung von Papst Johannes XXIII. Ende 1958 geschah es, dass der belgische Prinz Albert, Bruder König Baudouins, auf die bildschöne Blaublütige aufmerksam wurde. Im Juli 1959 wurde geheiratet.

    Es war eine Traumhochzeit in der Kathedrale von Brüssel, Fotos des jungen Paares füllten die Gazetten. Bald kamen drei Kinder zur Welt, Philippe (1960), Astrid (1962) und Laurent (1963). Mit ihrem unkonventionellen Lebensstil verschreckte Paola konservative Kreise am Hof. In den wilden 60er Jahren erlebte man sie bald als «Party-Prinzessin», Fotos der Schwägerin im Mini-Rock oder knappen Bikini fand der strenge katholische König Baudouin gar nicht lustig.

    Und bald schien es in der Ehe zu kriseln. Über Jahre soll das Prinzenpaar im Schloss Belvédère getrennte Gemächer bewohnt haben. Als Fotos von Albert in Begleitung junger Damen in der Presse auftauchten, ließ sich Paola in Begleitung anderer Männer sehen. Ihr wurde gar eine Affäre mit dem ebenfalls aus Süditalien stammenden Sänger Adamo («Es geht eine Träne auf Reisen») angedichtet. Der hatte ihr bei einem Auftritt in einem Brüsseler Stadion eine rote Rose geschenkt und sein Liebeslied «Dolce Paola» (Süße Paola) gesungen.

    Viel wurde in Belgien über die Umtriebigkeit des Paares gemunkelt, und niemanden wunderte es, als 1999 ein Biograf über ein uneheliches Kind Alberts spekulierte. Seit Jahren kämpft die 1968 geborene Künstlerin Delphine Boël vor Gericht darum, als dessen leibliche Tochter offiziell anerkannt zu werden. Albert hat stets bestritten, der Vater der Frau zu sein.

    Allen Unkenrufen zum Trotz hielt die Ehe. Als der kinderlose Baudouin 1993 mit nur 62 Jahren an plötzlichem Herzversagen starb, wurde sein vier Jahre jüngerer Bruder als Albert II. sechster König der Belgier. Er und seine Frau waren nun gekrönte Häupter eines Staates, der seit seiner Gründung 1830 immer wieder am Gegensatz zwischen Niederländisch sprechenden Flamen und französischsprachigen Wallonen zu zerbrechen drohte. Die Monarchie wirkt in dem die romanisch-germanische Sprachgrenze überlappenden Land mit seinen vielen Regierungskrisen wie eine Klammer. Es war für Paola ein Manko, dass sie sich als gebürtige Italienerin mit dem Flämischen sehr schwer tat.

    20 Jahre standen Albrecht und Paola an der Spitze des gut elf Millionen Einwohner zählenden Königreichs. Die Königin engagierte sich vor allem im Kulturellen und Sozialen. Am Nationalfeiertag 2013 (21. Juli) dankte Albert II. zugunsten seines ältesten Sohnes ab. Statt König der Belgier nennt er sich jetzt König von Belgien, eine sprachliche Feinheit in der noch recht jungen Monarchie. Paola hatte zuletzt gesundheitliche Probleme, im Februar brach sie sich den Oberschenkelhals und lag drei Wochen im Krankenhaus. Als sie Ende Juni ihren 80. Geburtstag vorfeierte, sah man sie aber wohlauf eine riesige Torte anschneiden.

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  • 10. September 2017 00:01

    Bridget Jones & Mr. Darcy Promi-Geburtstag vom 10. September 2017: Colin Firth

    Für viele seiner Fans ist Colin Firth einfach Mr. Darcy - ob als Held in der Jane-Austen-Verfilmung «Stolz und Vorurteil» oder in der «Bridget Jones»-Serie. Einen Oscar gewann er allerdings als englischer König.
    Der britische Schauspieler Colin Firth wird 57 Jahre alt. Foto: Richard Shotwell/Invision © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Der britische Schauspieler Colin Firth wird 57 Jahre alt. Foto: Richard Shotwell/Invision
     
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    Weihnachten ohne Colin Firth? Das ist kaum vorstellbar. Der romantische Episoden-Film «Tatsächlich...Liebe» (2003) ist für viele seit Jahren fester Bestandteil des Festtagsprogramms. Und in einer der schönsten Geschichten spielt Colin Firth, der heute 57 Jahre alt wird, die Hauptrolle.

    Als betrogener und etwas unbeholfener Krimi-Schriftsteller Jamie (C. F.) verliebt er sich in Südfrankreich in die zauberhafte Portugiesin Aurelia (Lúcia Moniz). Trotz aller Sprachbarrieren finden sie schließlich zueinander. Liebe kann so schön sein.

    Und zum Fest bietet sich geradezu ein Colin-Firth-Double-Feature an: Unvergessen ist der Auftritt des britischen Schauspielers im abgrundtief hässlichen Rentierpulli in dem Bridget-Jones-Film «Schokolade zum Frühstück» (2001) - und mit seinem «Ugly Christmas Sweater» wurde der Schauspieler ganz nebenbei zum Trendsetter.

    Die Bridget-Jones-Filme sollten das Gerüst von Colin Firths Karriere werden. 15 Jahre nach «Schokolade zum Frühstück» kam 2016 schließlich der dritte Teil der romantischen Komödienreihe ins Kino.

    Diesmal ist Bridget (Renée Zellweger), die Single-Frau mit leichten Gewichtsproblemen und einem Hang für Fettnäpfchen, schwanger - allerdings weiß sie nicht genau von wem: Ist es Ex-Freund Mark Darcy (Colin Firth) oder ihr neuer Liebhaber, gespielt von Patrick Dempsey («Grey's Anatomy»).

    An den Kinokassen war der Film ein Hit: Über 200 Millionen Dollar spielte laut der Branchenwebsite «Box Office Mojo» der dritte Teil der Bridget-Saga weltweit ein.

    Die Filmografie von Colin Firth beginnt Mitte der 80er Jahre mit kleineren Rollen, auch in Fernsehserien. Als Mr. Darcy eroberte er zehn Jahre später in der BBC-Serie «Stolz und Vorurteil» die Herzen seines vornehmlich weiblichen Publikums, das ihm in romantischer Schwärmerei fortan treu ergeben sein sollte. Colin Firth im nassen Hemd ist Kult.

    Dennoch fristete Firth sein Schauspieler-Dasein lange Zeit eher in der zweiten Reihe und musste sich mit romantisch-braven Rollen wie in «Shakespeare in Love» zufriedengeben. In Filmen wie «Das Mädchen mit dem Perlenohrring» (2003) deutete er als Jan Vermeer allerdings an, dass er doch eine Menge mehr drauf hat.

    Und dann, in einem Alter, wenn viele andere Männer in ihre Midlife-Krise fallen, startete Colin Firth durch: 2009 brillierte er schon als homosexueller Selbstmordkandidat in Tom Fords elegant-melancholischem Regiedebüt «A Single Man». Mit «The King's Speech» (2010) triumphierte er 2011 schließlich bei den Oscars als stotternder englischer König.

    Mit großer Spannung wird vor allem die Fortsetzung des Kinomusical-Hits «Mamma Mia!» erwartet. Obwohl Colin Firth wenig von seinen Gesangskünsten hält: «Haben Sie mich in 'Mamma Mia' singen gehört?», fragte er im Interview mit dem Magazin «Meins». «Na, dann wissen Sie, wie schrecklich das klingt. Am besten bin ich eigentlich beim Luftgitarre-Spielen.»

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  • 09. September 2017 00:01

    Eurythmics Promi-Geburtstag vom 9. September 2017: Dave Stewart

    Der Musiker, Producer und Songwriter ist vor allem als Hälfte des Synthiepop-Duos Eurythmics bekannt. Doch seither hat er mit vielen anderen Musikern Hits produziert. Nun wird er 65.
    «Sweet Dreams»: Eurythmics-Gründer Dave Stewart wird 65. Foto: Steve C. Mitchell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    «Sweet Dreams»: Eurythmics-Gründer Dave Stewart wird 65. Foto: Steve C. Mitchell
     
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    Sweet Dreams (Are Made of This)» eroberte weltweit die Hitparaden und ist bis heute ihre Erkennungsmelodie: «Ich kann praktisch überallhin in der Welt reisen, sag Äthiopien», sagte Dave Stewart vom Synthiepop-Duo Eurythmics der «Daily Mail», «und singen: 'Sweet Dreams Are Made of This'.»

    Heute wird der Brite 65 - ein Geburtstagswochenende mit gleich zwei Konzerten: Am Freitag stand er in London auf der Bühne, am Sonntag feiert er in seinem Geburtsort Sunderland.

    Dort schließt er sich als Teenager einer Band an und läuft weg, nach London. Zwei Jahre später nimmt Elton Johns Label Rocket Records den 18-Jährigen unter Vertrag. In einem Restaurant trifft er Annie Lennox - er exzentrisch im Pelzmantel, sie im blumigen Laura-Ashley-Kleid und braunen langen Haaren - und macht ihr einen Heiratsantrag. Stewart erzählte dem «Guardian»: «Als ich sie zum ersten Mal in ihrem winzigen möblierte Zimmer besuchte, sang sie ein Lied, das sie auf einem Harmonium geschrieben hatte. Ich sagte: 'Verdammt. Was machst du als Kellnerin? Du bist Künstlerin.'» Sie spielen zusammen in der Popgruppe The Tourists und haben mehrere Hits.

    Im amerikanischen «National Public Radio» erinnerte sich Stewart: «Wir lebten in einem besetzten Haus und gingen zu Flohmärkten, um ein Schlafsofa für ein Pfund zu bekommen. Wir haben wirklich bei Null angefangen.»

    Schon mit 15 nimmt er Drogen, vor allem Kokain und Amphetamine. Der «Huffington Post» beschrieb er seinen Tiefpunkt: «Man gleitet unter den Eisberg und merkt nicht, dass es den ganzen Weg hinunter geht. Und du kannst die Oberseite nicht mehr sehen, es wird sehr dunkel und düster und dann kommen Haie und umkreisen dich.» Seine Lebensgefährtin Lennox hilft ihm, seinen Drogenkonsum langsam einzuschränken.

    Doch 1980 brechen nicht nur The Tourists auseinander, sondern auch ihre Beziehung. Dennoch gründen sie eine neue Band, das Synthiepop-Duo Eurythmics. Lennox wird mit ihrem androgynen Kurzhaarschnitt zum Sex-Symbol der 80er. Sie verkaufen 75 Millionen Platten weltweit; das Duo verdient je 30 Millionen Pfund mit Hits wie «Who’s That Girl?», «Here Comes the Rain Again» und «There Must be an Angel (Playing with My Heart)».

    Stewart beschrieb dem «National Public Radio» die paradoxe Situation: «Vorher haben wir niemals Songs geschrieben; jetzt schreiben wir 140 Lieder über unsere Trennung.» Die beiden verarbeiten ihre Beziehung in ihrer Musik. Die Spannung auf der Bühne ist greifbar: «Wir schauen uns an und wissen, was wir durchgemacht habe. Und ich denke, das Publikum fühlte diese Emotionen, die sich durch ein Lied oder die Konzerthalle ziehen.»

    Doch privat entfernen sich die beiden. 1987 heiratet Stewart die Musikerin Siobhan Fahey (Bananarama, Shakespears Sister) - sie haben zwei Kinder. Seit 2001 ist er in dritter Ehe mit der holländischen Fotografin Anoushka Fisz verheiratet.

    Schon während der Zeit mit Eurythmics fängt Stewart an, Hits zu schreiben - für andere Stars. Lennox ist nicht begeistert. 1990 lösen sie Eurythmics auf. Während Annie Lennox erfolgreiche Soloalben aufnimmt und zur politischen Aktivistin wird, schreibt er Filmmusik, betätigt sich als Filmemacher, fotografiert, produziert einige Soloalben und arbeitet vor allem mit der Rockelite als Songwriter und Musiker.

    Sein Haus in Los Angeles wird zum Treffpunkt der Superstars. «Einmal schrammelten Bob Dylan, George Harrison, Jeff Lynne und Tom Petty mit ihren Gitarren unter einem Baum in meinem Garten. Und Roy Orbison sang.» Auch junge Künstler wie Katy Perry und Gwen Stefani lieben ihn - er hat mehr als 50 Hits geschrieben.

    2011 bringt er Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger, Soulsängerin Joss Stone, Bob Marleys Sohn Damian und den Bollywood-Komponisten A.R. Rahman für das Album «Superheavy» zusammen. Und am 15. September erscheint das neue Album von Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr mit ihrem gemeinsamen Song «So Wrong For So Long».

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  • 08. September 2017 00:01

    Top-Model Promi-Geburtstag vom 8. September 2017: Barbara Palvin

    Barbara Palvin war noch ein Teenie, als sich für sie die Tür zur glamourösen Modewelt öffnete. In wenigen Jahren stieg die schöne Ungarin zu einem der bestverdienenden Models der Welt auf.
    Das ungarische Top-Model Barbara Palvin wird 24 Jahre alt. Foto: Ettore Ferrari © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Das ungarische Top-Model Barbara Palvin wird 24 Jahre alt. Foto: Ettore Ferrari
     
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    Wie wird man eigentlich Model? Nicht selten spielt der Zufall dabei eine große Rolle. Und ein bisschen durch die Gegend zu laufen kann dabei auch recht hilfreich sein.

    Gisele Bündchen wurde in Sao Paolo entdeckt, als sie einen Burger aß. Candice Swanepoel brachte ein Flohmarktbesuch schließlich auf die Catwalks dieser Welt. Karlie Kloss fiel einem Scout beim Shoppen auf und eine Modelagentin wurde am New Yorker John F. Kennedy-Flughafen auf die 14-jährige Kate Moss aufmerksam.

    Noch ein Jahr jünger war Barbara Palvin, als sie bei einem Bummel durch ihre Heimatstadt Budapest entdeckt wurde. Richtig auf den Catwalk aber ging es für die Ungarin erst mit 16 Jahren. Inzwischen lief das Model mit den vollen Lippen und den blauen, hypnotischen Augen Shows für bekannte Labels wie Chanel, Prada, Miu Miu oder Louis Vuitton.

    Vor allem auf den Covern großer Magazine wie «Vogue», «Elle» oder «Harper's Bazaar» ist Barbara Palvin, die heute 24 Jahre alt wird, immer wieder zu sehen. Und das Dessous-Label Victoria’s Secret engagierte das Model ebenso wie L'Oréal.

    Das alles macht sich bezahlt. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 4 Millionen Dollar liegt Barbara Palvin im Ranking des Wirtschaftsmagazins «Forbes» auf Platz 17 der bestverdienenden Models.

    Wie alle Top-Models versorgt auch die schöne Ungarin ihre zahlreichen Fans über die sozialen Netzwerke mit vielen schönen Bildern und zuweilen recht unterhaltsamen Infos. «Ich habe gerade innerhalb von zwei Tagen alle Star-Wars-Filme gesehen... habe das Bett nicht verlassen und sehe furchtbar», schrieb Palvin im August auf Instagram, wo ihr 6,7 Millionen User folgen. Dazu postete sie ein Foto mit perfektem Styling von sich und schrieb weiter: «Kann jemand mal schnell vorbeikommen und mir diesen Look verpassen?»

    Über 700 000 Likes hat sie dafür bekommen. Aber nicht jeder Online-Kommentar ist nett. Im letzten Jahr postete sie ein sexy Bikini-Bild und wurde daraufhin vielfach beschimpft, sie sei zu dick. Barbara Palvin reagierte prompt und souverän: «Woow, ich habe ein paar üble Kommentare erhalten, dass ich fett sei», schrieb sie in einem Tweet. «Nun, ich bin nicht mehr so dünn wie mit 18, aber ich würde mich nicht als fett bezeichnen.»

    Noch bedrohlicher waren die Todesdrohungen, die das Model von aufgebrachten Fans von Justin Bieber und Selena Gomez erhalten hat, die Palvin für die die Trennung der beiden verantwortlich machten. Ein Bild, das Barbara Palvin von sich und Bieber gepostet hatte, löste diese Hass-Welle aus. Dabei sind das Model und der kanadische Sänger nur Freunde.

    Aber nicht nur eine Liaison mit Justin Bieber ist Barbara Palvin angedichtet worden. Angeblich soll das Model auch Affären mit Niall Horan, Leonardo DiCaprio, Nick Jonas, Ed Sheeran und Lewis Hamilton gehabt haben. Nun, denn...

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  • 07. September 2017 00:01

    Schauspielerin Promi-Geburtstag vom 7. September 2017: Hannah Herzsprung

    Ihre Eltern waren anfangs wenig begeistert, dass sie Schauspielerin werden wollte. Aber mit ihrem großen Talent hat Hannah Herzsprung alle überzeugt.
    Die Schauspielerin Hannah Herzsprung hat mit 36 Jahren schon viel erreicht. Foto: Jörg Carstensen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Die Schauspielerin Hannah Herzsprung hat mit 36 Jahren schon viel erreicht. Foto: Jörg Carstensen
     
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    Mörderin, Traumfrau, Ex-RAF-Terroristin - so verschieden und extrem sind die Rollen einer einzigen Schauspielerin nur selten. Doch Hannah Herzsprung taucht leidenschaftlich in jede Rolle ein - und wurde damit bekannt. Heute wird das Naturtalent 36 Jahre alt.

    Und die Schauspielerin ist gut im Geschäft: Kurz nach ihrem Geburtstag wird sie in der neuen Serie «Babylon Berlin» auf Sky zu sehen sein. Doch der Weg zum Erfolg war lang und nicht immer leicht.

    Als Tochter des Fernsehstars Bernd Herzsprung (75) kam Hannah schon früh in Kontakt mit der Schauspielerei. Aber was gab schließlich den Ausschlag, diesen Beruf zu ergreifen?

    Aufgewachsen in der Nähe von München auf einem Bauernhof, drehte ein Fernsehteam des ZDF dort eine Serie. Die damals Elfjährige sah jeden Tag nach der Schule zu, wie eine junge Schauspielerin in eine andere Rolle schlüpfte - und war davon begeistert. Zurückhaltender war ihr Vater, der ihr sagte, sie solle gute Schulnoten nach Hause bringen und sich keine Flausen in den Kopf setzen. Aber nichts konnte sie von ihrem Traum abbringen.

    Die junge Hannah Herzsprung besuchte Castings. Schließlich ergatterte sie eine Rolle in der Serie «Aus heiterem Himmel». Da sie noch nicht volljährig war und deshalb den Vertrag nicht unterschreiben konnte, musste sie ihren Eltern beichten, dass sie den Schauspieltraum nicht aufgegeben hatte. Bernd und Barbara Herzsprung (heute Engel) unterschrieben erst, nachdem die Jugendliche ihnen versprach, Abitur zu machen.

    Danach begann sie ein Studium der Kommunikationswissenschaften, nebenbei spielte sie kleinere Rollen. Eigentlich war sie gerade auf dem Sprung nach Rom, als sie das Drehbuch zu dem Film erhielt, mit dem ihr 2007 der Durchbruch gelingen sollte: «Vier Minuten».

    Um die Rolle der jungen Jenny, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt, zu ergattern, tat Hannah Herzsprung alles: Als sie beim Casting in Köln auffordert wurde, ein Stück Papier zu essen, weil Jenny das im Film macht, tat Hannah Herzsprung dies ohne zu zögern - als einzige von 1200 Mädchen.

    Als die Jury sie fragt, ob sie Klavierspielen kann, eine wichtige Voraussetzung für die Rolle, antwortet Hannah Herzsprung mit «Ja». Regisseur Chris Kraus gibt ihr die Hauptrolle. Doch die Jenny-Darstellerin hat ein wenig geflunkert: Hannah Herzsprung hat als junges Mädchen ein bisschen Klavier gespielt und konnte zum Zeitpunkt des Castings nicht mehr als den «Flohwalzer».

    Die damals 22-Jährige brach ihr Studium in Wien ab, um sich ganz auf den Dreh konzentrieren zu können. Sie zog nach Berlin, übte vier Monate lang Klavier spielen und trainierte Boxen, nur für ihre Rolle als Jenny. Doch die Mühe hat sich gelohnt: nicht nur ihre Familie ist von ihrer Darstellung in «Vier Minuten» begeistert, Hannah Herzsprung erhält auch den Bayrischen Filmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin.

    Volles Engagement zeigte sie auch in dem Drama «Das wahre Leben» (2007) unter Regie von Alain Gsponer. Für die Rolle der suizidgefährdeten Florina Krüger rasierte sie sich extra die Haare ab. Ausgezeichnet wurde sie für ihre intensive Darstellung mit dem Adolf-Grimme-Preis und erhielt den Deutschen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin.

    In den letzten Jahren überzeugte Hannah Herzsprung unter anderem in der ARD-Fernsehserie «Weissensee», 2015 war sie im Kino in der Komödie «Traumfrauen» zu sehen. Zuletzt spielte sie in dem ZDF-Fernsehfilm der Woche «Verräter - Tod am Meer» die Stasi-RAF-Aussteigerin Nina.

    Doch wie bekommt sie es hin, so viele verschiedene Rollen zu spielen? «Wenn ich vor der Kamera stehe, dann lege ich die Hannah Herzsprung ab wie einen Mantel, denke nicht mehr an die Realität, sondern bin die, die ich spiele. In diesen Momenten bin ich glücklich», sagte die Schauspielerin dem Magazin «Stern».

    Aber nicht nur ihr Schauspieltalent, auch als Synchronsprecherin ist sie begehrt: Hannah Herzsprung lieh der Zahnfee in «Die Hüter des Lichts» (2012) und Schlumpfine in «Die Schlümpfe 2» (2013) ihre Stimme.

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  • 06. September 2017 00:01

    Filmemacher Promi-Geburtstag vom 6. September 2017: Dominik Graf

    Mit zehn Trophäen hält Dominik Graf den Grimme-Preis-Rekord. In seinen Filmen macht er die Gewalt in der Gesellschaft sichtbar - und scheut dabei keine Kontroversen. Nun wird der «Thrillerkönig» 65.
    Dominik Graf ist einer der erfolgreichsten deutschen Filmemacher. Foto: Tim Brakemeier © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Dominik Graf ist einer der erfolgreichsten deutschen Filmemacher. Foto: Tim Brakemeier
     
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    Ist die Rede von Regisseur Dominik Graf, geht es schnell auch um Superlative. Mit zehn Grimme-Preisen und zahlreichen weiteren Auszeichnungen gilt der gebürtige Münchner als einer der erfolgreichsten Filmemacher Deutschlands.

    Mehr als 50 Filme hat er seit den 70er Jahren für Fernsehen und Kino gedreht. Bekannt wurde er vor allem durch seine Krimis. Heute wird der «Thrillerkönig» 65 Jahre alt.

    Bei seinen TV- und Kinoproduktionen inszeniert Graf intelligent, aber gleichzeitig unterhaltsam die Welten und Beziehungen seiner Figuren. Zwischen großer Leinwand und kleiner Mattscheibe bewegt sich Graf mit einer großen Selbstverständlichkeit.

    Gelernt hat Graf an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Gleich sein Abschlussfilm, «Der kostbare Gast» (1979), brachte ihm mit Ende Zwanzig den Bayerischen Filmpreis. Auch seine Lebensgefährtin, Oscarpreisträgerin Caroline Link («Nirgendwo in Afrika»), durchlief die renommierte Münchner Filmschule.

    Zum Film kommt der Sohn des bekannten Schauspieler-Ehepaars Selma Urfer und Robert Graf erst über Umwege. Er studiert erst Musikwissenschaft und Germanistik, merkt aber schnell, dass das nichts für ihn ist. Graf bricht ab und widmet sich dem Filmstudium. Die Ausbildung finanziert er unter anderem mit Schauspiel-Jobs. Eine Tortur, die ihm wenig Spaß macht, wie er später erzählt: Graf ist hinter der Kamera Zuhause - und stochert bevorzugt in Milieus, die mit exzessiver Gewalt zu tun haben.

    In Grafs Thrillern und Krimis geht es um Erpressung, Prostitution, Betrug - Kriminalität gepaart mit Action. Immer wieder löst der Regisseur so Kontroversen über Gewaltdarstellungen im Fernsehen aus. «Zu einer lebendigen Filmkultur gehört als treibende Kraft eine Tiefe, aus der auch radikale Kreativität aufsteigt», hatte Graf in einem Interview mal gesagt.

    Im Krimi «Der scharlachrote Engel» (2005) aus der ARD-Reihe «Polizeiruf 110» sind die Gewaltszenen so drastisch, dass sich der Sender entschied, den Zuschauern nach der Ausstrahlung eine Online-Diskussion mit dem Regisseur anzubieten. Kritikern entgegnet Graf, dass er in seinen Filmen die gesellschaftliche Verharmlosung von Gewalt nicht mittragen wolle.

    Gnadenlos wird es auch bei Grafs meistgelobter «Tatort»-Folge aus dem Jahr 1995. Den Kindesmissbrauch-Thriller «Frau Bu lacht» rund um den Handel mit Frauen aus Thailand halten viele für einen der besten «Tatort»-Filme aller Zeiten. Für sein ambitioniertes mehrteiliges Mafia-Epos «Im Angesicht des Verbrechens» (2010) bekommt Graf nicht nur den neunten Grimme-Preis, sondern unter anderem auch den Deutschen Fernsehpreis.

    Seinen 60. Geburtstag verbrachte Graf am Set von «Die geliebten Schwestern» - einem Historienstreifen über die Dreiecksbeziehung des deutschen Dichters Friedrich Schiller. Ob er seinen 65. wieder bei der Arbeit feiert, wollte der Erfolgsregisseur nicht verraten.

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  • 05. September 2017 00:01

    Weltenbummler Promi-Geburtstag vom 5. September 2017: Werner Herzog

    Extreme Welten ziehen Werner Herzog an. Mit 75 Jahren reist der gebürtige Münchner mit Wohnsitz in Los Angeles auf der Suche nach Geschichten weiter um den Globus.
    Filmregisseur Werner Herzog mit dem Goldenen Leoparden 2017 in Locarno. Foto: Urs Flueeler © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Filmregisseur Werner Herzog mit dem Goldenen Leoparden 2017 in Locarno. Foto: Urs Flueeler
     
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    Kurz nach seinem 75. Geburtstag könnte Werner Herzog eine weitere Film-Trophäe in Empfang nehmen. Seine Vulkan-Dokumentation «Into the Inferno» ist am 5. Oktober im Rennen um einen Doku-Emmy in der Sparte Wissenschaft und Technologie.

    Auch für diesen Film wagte sich der deutsche Regisseur wieder in extreme Welten - an den Rand von Vulkanen. Seine gefährliche Odyssee führte ihn rund um den Globus, sogar dem schwer zugänglichen Nordkorea luchste er eine Drehgenehmigung ab. Am Dienstag (5. September) wird der ewige Weltenbummler, der in entlegenen Ecken fesselnde Storys findet, 75 Jahre alt.

    Sogar eine Reise zum Mond mit Tech-Milliardär Elon Musk könnte er sich vorstellen. «Die senden immer Techniker ins All und haben noch nie einen Poeten da raus geschickt», witzelte Herzog im April in der «Los Angeles Times». Seine Bedingung: «Klar würde ich gern mitkommen - aber nur, wenn ich eine Kamera dabei hätte.». Musks Unternehmen SpaceX will Privatleuten den Weg ins All ebnen.

    Leute wie Musk, mit großen Ideen und Selbstvertrauen, schätze er an seiner langjährigen Wahlheimat Los Angeles, erklärt Herzog in dem Interview. Hinter Hollywoods «Glitz und Glamour» gebe es eine «enorme Intensität von kultureller und kreativer Energie», meint der gebürtige Bayer, der immer noch gerne Janker mit Hirschhornknöpfen trägt. «Hier werden Dinge umgesetzt.»

    Diesem Motto folgt er selbst mit unermüdlicher Energie - allein im vorigen Jahr brachte er zwei Filme auf die Leinwand. Beim Filmfest in Toronto feierte sein Öko-Thriller «Salt and Fire» die Nordamerika-Premiere. Der Film mit Veronica Ferres in der weiblichen Hauptrolle wurde größtenteils am imposanten Uyuni-Salzsee im bolivianischen Hochland gedreht. Die Produktion verlangte Herzog und seinem Team einiges ab. «In großer Höhe zu filmen oder innerhalb von 40 Minuten vom Amazonas auf 4100 Meter hinaufzufliegen ist hart», räumte der Regisseur ein.

    Herzog porträtiert gern Menschen, Situationen und Landschaften der Extreme. So inszenierte er im Jahr zuvor Nicole Kidman als Wüstenforscherin Gertrude Bell bildgewaltig in «Königin der Wüste». Ein Produzentenfreund habe ihm von der revolutionären Abenteuerin erzählt. «Er brachte mir stapelweise Kopien ihrer Tagebücher und Briefe. Ich brauchte da nur kurz durchzuschauen und ich wusste, dass das etwas sehr Großes ist», erzählte Herzog 2015 im dpa-Interview. «Das spürte ich sehr vehement; ich musste es einfach auf die Leinwand bringen.»

    Starke Persönlichkeiten interessieren ihn schon seit langem. Er stritt und vertrug sich mit Klaus Kinski, dem exzentrischen Star gemeinsamer Filme in den 1970er und 1980er Jahren, darunter «Aguirre, der Zorn Gottes»,  «Fitzcarraldo», die Horror-Hommage «Nosferatu - Phantom der Nacht» und die Büchner-Adaption «Woyzeck».

    Über seine Hassliebe zu dem jähzornigen Schauspielgenie drehte Herzog 1999 den Dokumentarfilm «Mein liebster Feind». «Es war, wie im Auge eines Tornados zu arbeiten, aber es hat sich immer gelohnt», sagte der Regisseur 2011 beim Filmfestival im mexikanischen Guadalajara.

    Das amerikanische «Time»-Magazin wählte Herzog 2009 unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt. Im selben Jahr wurde seine Antarktis-Dokumentation «Encounters at the End of the World» für einen Oscar nominiert. Von der Antarktis über eine Höhle in Südfrankreich («Die Höhle der vergessenen Träume») begab sich Herzog für die Kino-Doku «Tod in Texas» und die TV-Produktion «On Death Row» in den Todestrakt von US-Gefängnissen, wo Insassen auf ihre Hinrichtung warten.

    «Das ist Material von einer Intensität, die ich nie bisher bei
    irgendeinem Film gehabt habe», sagte Herzog 2012 der dpa. «Zeichen dafür, wie sehr das mich und den Cutter betroffen hat, ist, dass wir beide wieder zu rauchen anfingen. Normalerweise arbeiten wir acht Stunden am Tag, stetig und schnell, mit klaren Zielvorgaben. Diesmal konnten wir nur fünf Stunden arbeiten, dann waren wir erledigt.»

    Der unter dem Namen Werner H. Stipetic als Sohn einer kroatischen Mutter und eines deutschen Vaters geborene Künstler wuchs in einem Bergdorf an der Grenze zu Österreich auf. Er studierte Geschichte und Literatur, das Filmhandwerk brachte er sich selbst bei. Mit 20 Jahren drehte er seinen ersten Kurzfilm. In «Herakles» beobachtete er Bodybuilder, die vor der Kamera posieren. Vier Jahre später - bei der Berlinale 1968 - holte er mit «Lebenszeichen» den Silbernen Bären für den besten Erstlingsfilm.

    Der dreifache Vater ist in dritter Ehe mit einer Fotografin verheiratet. Er hat Bücher geschrieben, über ein Dutzend Opern inszeniert und über 60 Filme gedreht, das wird auf seiner Webseite akribisch aufgelistet. Dort verweist Herzog auch auf seine «Schurkenfilmschule», die er einmal im Jahr abhält. «Nichts für schwache Nerven», warnt er Seminar-Interessenten. Was er unter anderem lehrt: Schlösser knacken, eine Dreherlaubnis fälschen, zu Fuß unterwegs sein, Guerilla-Taktiken.

    Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählt auch ein Goldener Leopard vom Filmfestival Locarno für sein Lebenswerk. Den hatte er mit 70 Jahren erhalten. Gefragt, woher er die Anregungen für seine oft ungewöhnlichen Geschichten nehme, antwortete der Regisseur damals:
    «Meine Filme sind wie Einbrecher. Die Ideen sind immer unerwartet morgens um drei zu mir gekommen. Sie alle sind ungeladene Gäste. Die ich jedoch immer herzlich begrüße.»

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  • 04. September 2017 00:01

    Bootylicious Promi-Geburtstag vom 4. September 2017: Beyoncé Knowles

    Mit der Girl-Group «Destiny's Child» hatte Beyoncé Knowles, von ihren Fans liebevoll Queen B. genannt, große Erfolge in den späten 90ern. Nach der Trennung der Combo ging der Stern der Sängerin gefühlt jedoch erst richtig auf.
    Sängerin Beyoncé ist eine der herausragenden Gestalten im R&B- und Soul-Business. Foto: Larry W. Smith © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Sängerin Beyoncé ist eine der herausragenden Gestalten im R&B- und Soul-Business. Foto: Larry W. Smith
     
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    Blickt man auf die Karriere der in Houston, Texas, geborenen Beyoncé zurück, scheint es fast unglaublich, dass sie heute erst 36 Jahre alt wird. Zu einem Zeitpunkt, an dem andere Musiker ihren ersten großen Vertrag unterzeichnen, hat die Soul-Diva bereits beachtliche Erfolge aufzuweisen.

    Seit ihrer frühen Kindheit steht sie auf der Bühne: ob bei einem Talent-Wettbewerb in der Schule, als Solistin im Schulchor oder in ihrer ersten eigenen Band Girls Tyme. Die als Beyoncé Giselle Knowles-Carter geborene Power-Frau hat es scheinbar schon immer vor Publikum gezogen. Heute, satte 20 Grammys und 200 Millionen verkaufte Platten später, gilt sie als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten.

    Seit der Geburt ihrer Kinder Blue Ivy, Sir Carter und Rumi nimmt sie sich verstärkt Auszeiten. Die Ehe mit dem Rapper und Produzenten Jay-Z, mit dem sie seit 2002 liiert ist, ist zwar immer wieder mal Thema in den Klatschspalten der Boulevard-Blätter. Doch insgesamt umgibt die Soul-Sängerin ein sehr positives Image.

    Mit sagenhaften 32 Jahren erhielt sie den Michael Jackson Vanguard Award für ihr Lebenswerk; ihre Alben erreichten alle Platz 1 in den Billboard-Charts, laut Forbes gilt sie als eine der einflussreichsten Personen der Welt und auch finanziell hat Beyoncé mehr als ausgesorgt. Neben zahlreichen sozialen Engagements, die sich vor allem gegen die Benachteiligung von Frauen richten, gibt sie eine eigene Modelinie heraus und steht als Werbeträgerin für zahlreiche große Konzerne vor der Kamera.

    Doch kommt dieser außergewöhnliche Erfolg vor allem durch eine Mischung aus strenger Disziplin, Akribie und großem Talent zustande. Seit 30 Jahren auf der Bühne zu stehen und mit scheinbar schlafwandlerischer Sicherheit die weltweiten Charts zu stürmen, ist das Ergebnis gewaltigen persönlichen Aufwands, bei dem auch ihre Familie mitwirkt. Fast schon legendär sind die von ihrer Mutter Tina entworfenen und geschneiderten Bühnen-Outfits, Vater Matthew war als Manager von Destiny's Child und ihrer Solo-Karriere lange Zeit an ihrem großen Erfolg unmittelbar beteiligt. Die Kinder sind nicht selten bei Tour-Reisen als seelische Unterstützung mit dabei. Nur Berufs-Bad-Boy Jay-Z nimmt sich gegen die Explosivität seiner Frau auf der Bühne fast schon zurückhaltend aus.

    An ihrer Seite zu bestehen, ist alles andere als leicht, was auch ihre ehemaligen Gefährtinnen Kelly Rowland und Michelle Williams nach der Auflösung von Destiny's Child im Jahr 2005 erfahren mussten. Während Queen B. von Rekord zu Rekord eilte, verliefen die Karrieren der beiden anderen Sängerinnen bald im Sande. Wer heute eine Laufbahn als Soul-, oder R&B-Act plant, kommt an der charismatischen Beyoncé nicht vorbei. Längst gilt sie, die Michael Jackson als ihr größtes Vorbild benennt, als Quelle der Inspiration für eine ganze Generation von jungen Künstlern.

    Doch wird, diese Prognose ist sicher nicht zu gewagt, eine solch außergewöhnliche Karriere einzigartig bleiben. Fans und neutrale Beobachter dürfen gespannt sein, was in Zukunft von der Sängerin mit dem Ausnahmetalent noch zu hören sein wird.

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  • 03. September 2017 00:01

    Indie-Filmemacher Promi-Geburtstag vom 3. September 2017: Noah Baumbach

    Schwierige Beziehungen, orientierungslose Stadtneurotiker und viele Worte - mit seinen Tragikomödien wird der Indie-Filmemacher Noah Baumbach als legitimer Nachfolger Woody Allens gehandelt.
    Noah Baumbach wird 48 Jahre alt. Foto: Marcus Brandt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Noah Baumbach wird 48 Jahre alt. Foto: Marcus Brandt
     
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    Für seinen neuesten Film «The Meyerowitz Stories» konnte Noah Baumbach aus dem Vollen schöpfen. Hinter der Tragikomödie des US-Regisseurs mit Kultstatus steht der mächtige Streamingsdienst Netflix, der immer mehr in die Spielfilmproduktion drängt und kräftig investiert.

    In «The Meyerowitz Stories» wird die Geschichte einer kaputten Künstlerfamilie erzählt, in der sich Kinder und Eltern kräftig fetzen. Mit Dustin Hoffman, Adam Sandler, Emma Thompson und Ben Stiller ist der Film hochkarätig besetzt.

    Auf großartige Schauspieler konnte Noah Baumbach, der heute 48 Jahre alt wird, auch in seiner Tragikomödie «Der Tintenfisch und der Wal» (2005) bauen, mit der ihm der große Durchbruch gelang. Damals war das Budget noch ziemlich gering und alles musste ratzfatz gehen. Baumbach drehte den Streifen, in dem es um den Zerfall einer New Yorker Intellektuellen-Familie geht, nur in gut drei Wochen. Um das knappe Geld zu sparen, wurden viele Jobs in der Produktion mit Praktikanten besetzt.

    Der Lohn der harten Arbeit waren zahlreiche Auszeichnungen und noch mehr Nominierungen, unter anderem für die prestigeträchtigen Golden Globes und sogar für einen Oscar für das Drehbuch.

    Mit dem Film ging Noah Baumbach auch ein persönliches Trauma an - er selbst wuchs als Scheidungskind in Brooklyn auf. Vieles in der Geschichte von «Der Tintenfisch und der Wal» sei aber erfunden, betonte er.

    Innerhalb von zehn Jahren hat sich Noah Baumbach zu einem der erfolgreichsten und wichtigsten Independent-Filmemacher entwickelt, den nicht wenige Kritiker als legitimen Nachfolger von Woody Allen sehen. Nicht ohne Grund, denn auch in Baumbachs Tragikomödien, in denen viel geredet wird, driften eine Menge Stadtneurotiker nicht selten orientierungslos durch das Leben.

    Ben Stiller («Starsky & Hutch») ist solch ein Typ in «Greenberg» (2010). Der Schauspieler, der vor allem für seine klamaukigen Rollen bekannt ist, zeigte sich hier einmal von seiner ernsteren Seite: Er spielte einen gescheiterter Musiker und bindungsunfähigen Großstädter in der Midlife-Crisis.

    Während «Greenberg» bei Publikum und Kritik allerdings nicht ganz so gut ankam, konnte Noah Baumbach vor allem mit «Frances Ha» (2012) wieder punkten. In der New-York-Komödie laviert sich die Titelheldin Frances Halladay (Greta Gerwig) mehr schlecht als recht durch das Leben. Die Komödie zeigt, wie die Protagonistin dem Fluch ihrer Durchschnittlichkeit entkommen will und ein ums andere Mal scheitert.

    Mit Indie-Darling Greta Gerwig ist Noah Baumbach, der auch einige Jahre mit Schauspielerin Jennifer Jason Leigh («The Hateful Eight») verheiratet war, inzwischen auch liiert. Die beiden haben auch gemeinsam das Drehbuch zu «Frances Ha» geschrieben.

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  • 02. September 2017 00:01

    EDM-Superstar Promi-Geburtstag vom 2. September 2017: Zedd

    Er stammt aus Russland, wuchs in Kaiserslautern auf und wurde in den USA zum Superstar. Im Alphabet rangiert sein Name ganz hinten, in den Charts aber ist Zedd Spitze.
    DJ Zedd wird 28 jahre alt. Foto: Thomas Frey © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    DJ Zedd wird 28 jahre alt. Foto: Thomas Frey
     
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    Wie schreibt man einen Dance-Hit?  EDM-Superproduzent  Zedd weiß es auch nicht. «Wenn es so einfach wäre! Es gibt kein Rezept und keine feste Regeln», sagte der DJ einmal der Deutschen Presse-Agentur. «Wichtig ist, dass man einen Schritt voraus ist und sich nicht darum kümmert, was gerade Trend ist.»

    Ein Rezept mag der Künstler, der mit bürgerlichen Namen Anton Zaslavski heißt, in Russland geboren wurde und in Kaiserslautern aufgewachsen ist, nicht haben - Hits aber gelingen dem Superstar gleichwohl reihenweise. Gerade erst erhielten Zedd und Alessia Cara für ihren Song «Stay» bei den MTV Video Music Awards eine Auszeichnung für das «Beste Dance-Video».

    Keine Frage, Stars wie Selena Gomez oder Kesha suchen die Nähe des Mannes, der das richtige Händchen hat und mit seinen Kompositionen und Produktionen scheinbar mühelos den Weg in die Charts findet. Mit One-Direction-Star Liam Payne hat er zuletzt im Juli «Get Low» herausgebracht - Zedds Version eines entspannten Sommerhits, der prima zu einer coolen Poolparty passen würde, meint Zedd, der heute seinen 28. Geburtstag feiert.

    Seit vielen Jahren wohnt Zedd bereits in Hollywood. Er hatte schon mit zahlreichen internationalen Stars wie Lady Gaga, Justin Bieber, Black Eyed Peas oder Skrillex zusammengearbeitet hat, bevor er in Deutschland überhaupt wahrgenommen wurde. Nach dem Gewinn seines Grammys für den Song «Clarity», den er zusammen mit der Sängerin Foxes produziert hatte, kennt man seinen Namen aber jetzt auch hierzulande. Bei seinem großen internationalen Durchbruch war Zedd gerade mal 24 Jahre alt.

    Musik spielte im Leben von Anton Zaslavski schon immer eine große Rolle. Er stammt aus einer Musikerfamilie - beide Eltern haben eine klassische Musikerausbildung. Er begann mit vier Jahren, Klavier zu spielen. Mit zwölf Jahren lernte er Schlagzeug und spielte jahrelang in der Kaiserslauterer Metalband Dioramic mit. Seit 2009 widmet er sich vor allem der elektronischen Musik. Und da macht ihm kaum einer was vor.

    Mit «Clarity» (2012) und «True Colors» (2015) hat Zedd bereits zwei Alben veröffentlicht. Vor einigen Monaten kündigte er auf Twitter an, dass «Z3» in Arbeit sei, ein Veröffentlichungsdatum für sein drittes Werk steht allerdings noch nicht fest. Zunächst aber geht es für Zedd Ende September auf große «Echo Tour», die ihn durch die USA und Mexiko führen wird.

    Seinen Geburtstag wird der Wahl-Kalifornier übrigens diesmal in Brooklyn, New York feiern, wo Zedd beim Elektronik-Festival «Electric Zoo» am 2. September auf der Bühne stehen wird.

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  • 01. September 2017 00:01

    «Ich bin Feminist.» Promi-Geburtstag vom 1. September 2017: Allen Jones

    Seine Fetisch-Möbelstücke sind berüchtigt. Ist das Kunst oder Sexismus? Diese Frage begleitet seit über 50 Jahren das Werk von Allen Jones.
    ARCHIV - Der britische Pop-Art-Künstler Allen Jones neben einer seiner Frauen-Skulpturen (2013). Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    ARCHIV - Der britische Pop-Art-Künstler Allen Jones neben einer seiner Frauen-Skulpturen (2013). Foto: Hendrik Schmidt
     
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    Er ist fasziniert von der weiblichen Form und hat sie als Skulptur, Druck und Gemälde verewigt - die Frau als idealisiertes Kunstgeschöpf, mal Göttin, mal Hure. Trotzdem beteuert Allen Jones immer wieder: «Ich bin Feminist.»

    Der umstrittene Pop-Art-Künstler wird in den 70ern erst von der feministischen Kultzeitschrift «Spare Rib» abgewatscht, dann werfen Aktivisten Stinkbomben in seiner 1978er Ausstellung, und schließlich kippen zwei Protestler 1986 Farbbeize über seinen «Chair» in der Tate Gallery.

    Kein Wunder: Für seine provokativen Skulpturen «Table», «Chair» sowie «Hat Stand» steckte er halbnackte Schaufensterpuppen in Lackkorsagen und Schaftstiefel und verarbeitete sie zu Tisch, Sessel und Hutständer. Vor allem der Stuhl schockt: Die Sitzfläche wird von einer am Boden liegenden Frau gestützt, die ihre Beine in die Luft streckt.

    Heute sind die Fetisch-Objekte Klassiker der 1960er und 1970er Jahre. Am Freitag (1. September) feiert der Gentleman und feinsinnige Intellektuelle Allen Jones seinen 80. Geburtstag.

    Geboren 1937 in der englischen Hafenstadt Southampton, wächst er im Westen Londons auf und studiert am Royal College of Arts zusammen mit David Hockney und R. B. Kitaj, beeinflusst von Modernisten und Surrealisten. In den frühen 1960er Jahren unterrichtet er Lithographie und Zeichnen in London, später führen ihn Gastprofessuren unter anderem an die Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg und die Berliner Hochschule der Künste.

    New York zieht ihn an - «das Zentrum der Avantgarde. Ich wollte mich dort austesten», erzählte er dem «Guardian». Dort trifft er 1964 die Stars des abstrakten Expressionismus und entdeckt Fetischhefte aus den 50er Jahren. Die übertriebenen, holzschnittartigen Illustrationen inspirieren ihn, genauso wie die provokative Subkultur Ende der 60er Jahre. Im «Telegraph» erinnerte er sich, wie er vormittags am Samstag seine Kinder im Kinderwagen der King’s Road in Chelsea entlang schob und das Straßentheater bewunderte: «Die Röcke waren kürzer, der Körper auf neue Art und Weise ausgestellt. Und man wusste, nächste Woche würde es jemand noch weiter treiben.»

    1969 kreiert er seine erste Gruppe ikonischer Fiberglas-Skulpturen «Table», «Chair» sowie «Hat Stand». Sie wird sechsmal reproduziert; eine davon gelangt in die Sammlung des fränkischen Lebemanns Gunter Sachs. Als Sotheby’s 2012 seinen Nachlass versteigert, entbrennt ein Bieterwettkampf um die drei Sammlerstücke. 50 000 Euro sollen sie nach Schätzung von Sotheby's pro Stück bringen. Am Ende erreichen alle zusammen etwa drei Millionen Euro.

    Dem Londoner Stadtmagazin «Time Out» sagte Jones rückblickend: «Die Skulpturen sind in ihrer Zeit gefangen, aber hoffentlich sind die Leute stark genug, um sie als spielerisch zu sehen, als eine andere Art, die Menschheit zu betrachten.» Seither konzentriert er sich vor allem auf zweidimensionale Frauenkörper - graziöser, mit tänzerischen, musikalischen Motiven, einer ganz eigenen Bildsprache.

    Im Auftrag des Münchner Sammlers Gert Elfering zeichnete und fotografierte er das Supermodel Kate Moss in Goldgloss: «Ich sägte die Arme und den Kopf von der "Hutstand"-Skulptur ab und machte sie zu "Body Armour" (Körperpanzerung)», beschrieb er seine Vorgehensweise im «Interview Magazin». Derzeit arbeitet er mit den Londoner Designern Whitaker Malem zusammen, die mit ihren metallischen Lederbustiers für den Hollywood-Blockbuster «Wonder Woman» bekannt wurden.

    Doch eines bleibt bei Allen Jones immer offen, seit mehr als einem halben Jahrhundert: Ob er seine Modelle mit kritischer Distanz oder voyeuristischem Begehren betrachtet - darin besteht die spannende Mehrdeutigkeit seines Werks.

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  • 31. August 2017 00:01

    Hollywoodstar Promi-Geburtstag vom 31. August: Richard Gere

    Er war der «Mann für gewisse Stunden», aber hinter dem Strahlemann Richard Gere verbirgt sich ein politisch und humanitär engagierter Mensch.
    Richard Gere bei der Premiere seines Films «The Dinner» auf der Berlinale 2017. Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Richard Gere bei der Premiere seines Films «The Dinner» auf der Berlinale 2017. Foto: Monika Skolimowska
     
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    Zuletzt war er in der Gesellschaftssatire «The Dinner» zu sehen, und davor ging er in Indien in den Ruhestand, aber nur auf der Leinwand, in der Senioren-Komödie «Best Exotic Marigold Hotel 2».

    Schon knapp 20 Jahre liegen zurück, seit «People» den damals 50-jährigen Richard Gere zum «Sexiest Man Alive» kürte. Auch heute noch sieht der US-Schauspieler, der am 31. August 68 Jahre alt wird, noch blendend aus mit seinen funkelnden Augen und dem verschmitzten Lächeln.

    Fast 50 Filme hat Gere gedreht. Als geschickter Strafverteidiger im Musical «Chicago» gewann er 2003 den Golden Globe für die beste männliche Darstellung. Und doch sind es die Rollen in «Ein Mann für gewisse Stunden» und als Julia Roberts Traumprinz in «Pretty Woman», die viele Zuschauer auf Anhieb mit ihm verbinden.

    Privat machte Gere für Hollywood-Verhältnisse nicht besonders viele Schlagzeilen: Er war über 40, als er seine Schauspielkollegin Cindy Crawford heiratete. Nach der Scheidung vier Jahre später zog er mit dem ehemaligen James-Bond-Girl Carey Lowell zusammen. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, heiratete 2002, lebt aber inzwischen getrennt. In US-Medien hieß es, Gere habe die Ruhe gesucht, Lowell die Abwechslung.

    Der Hollywoodstar hatte sich schon vor vielen Jahren dem Buddhismus zugewandt. Ihn verbindet eine tiefe Freundschaft mit dem Dalai Lama. Bei dessen Vorträgen sitzt er manchmal neben ihm auf der Bühne. Und im Exil des religiösen Oberhaupts der Tibeter, dem indischen Dharamsala, hält sich Gere häufig zum Meditieren auf.

    In der Zeitschrift «Shambala Sun» beschreibt er, wie er vor mehr als vier Jahrzehnten zum Glauben kam. «Ich war wie wohl die meisten jungen Männer nicht gut drauf. Ob ich an Selbstmord dachte, weiß ich nicht mehr. Aber ich war recht unglücklich.» Er habe damals verschlungen, was sich an Lektüre bot und sei über Zen schließlich zum tibetanischen Buddhismus gelangt.

    Für seine Überzeugung setzt Gere viel aufs Spiel. 1993 wagte er es, Chinas Politik in Tibet bei der Oscar-Verleihung anzuprangern. Seitdem ist er dort nicht mehr gern gesehen. Peking verbot ihm die Einreise. Gere ist Mitbegründer des Tibet-Hauses in New York, einer Organisation zum Erhalt der bedrohten Kultur.

    Ein Teil seiner Gagen fließt in die nach ihm benannte Stiftung, die humanitäre Projekte in aller Welt unterstützt. Mit «Survival International» kämpft der Filmstar für die Rechte indigener Völker. Auch als Aids-Aktivist machte er sich einen Namen.

    Richard Tiffany Gere wurde in Philadelphia geboren. Er wuchs als Sohn eines Versicherungsvertreters und einer Hausfrau auf einer Farm auf. Der musikalische Junge galt als „der Introvertierte“ unter den fünf Geschwistern. Richard studierte Philosophie, bevor das Theater lockte. In der Londoner Inszenierung des Musicals «Grease» kam er erstmals groß heraus. Eine Rolle als Homosexueller in einem deutschen Konzentrationslager in Martin Shermans Drama «Bent» brachte ihm den Vergleich mit dem jungen Marlon Brando ein.

    Den Durchbruch zum Hollywoodstar schaffte er 1980 mit «Ein Mann für gewisse Stunden». «Ein Offizier und Gentleman» gab seiner Karriere weiter Antrieb. Nach etlichen Flops gewann er 1990 als bestechlicher Cop in «Internal Affairs» die Publikumsgunst zurück. Für «Pretty Woman» mit Julia Roberts entschied sich Gere anfangs nur des Geldes wegen, wie er in einem Interview mit der «Huffington Post» zugab. Erst beim Drehen habe er Gefallen an der Geschichte gefunden.

    Gere stand mit vielen großen Hollywood-Damen vor der Kamera. So wie mit Kim Basinger in «Eiskalte Leidenschaften» (1992) oder mit Jodie Foster in dem Südstaaten-Epos «Sommersby» (1993). «Zwielicht» zeigte ihn als Staranwalt, der die Verteidigung eines jungen Psychopathen zum Medienspektakel macht. In «Bee Season» (2005) spielte er einen jüdischen Religionsforscher, in «Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird» (2007) verfolgte er einen Kriegsverbrecher aus dem Bosnien-Krieg. Einige Kritiker halten «Arbitrage» (2012) für die Bestleistung seiner langen und erfolgreichen Karriere, ein Thriller um Geld und Gier.

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  • 30. August 2017 00:01

    Clownesk Promi-Geburtstag vom 30. August 2015: Helge Schneider

    Helge Schneider ist ein Genre für sich. Der Mülheimer hat sich zwischen Dada und Blödsinn eingerichtet. Ein großer Komiker.
    Helge Schneider im Juli 2017 in München nach der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises. Foto: Felix Hörhager © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Helge Schneider im Juli 2017 in München nach der Verleihung des Bayerischen Kabarettpreises. Foto: Felix Hörhager
     
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    Besonders viele Lacher kriegt Helge Schneider, wenn er über seinen eigenen Unsinn kichert.

    Das Publikum liebt ihn dann besonders, wenn er seine oft improvisierten Geschichten vom Absurden ins wahnsinnig Alberne kippen lässt und die eigene Komik komisch findet. Da hilft nur, über sich selbst zu lachen. Oder Musik.

    Beides liebt er. Beides hat er seit vielen Jahrzehnten im Geschäft zu einer unnachahmlich verrückten Kunstform kombiniert. Heute wird Helge Schneider 62 Jahre alt. Seinen Job beschreibt er ganz nüchtern:«Musiker und Komiker. Musikclown vielleicht.»

    Daneben hat er Bücher geschrieben, trashige Parodie-Filme gedreht, in denen er in die Rolle skurriler Typen wie «00-Schneider» oder «Dr. Hasenbein» schlüpfte. Quatschmacher zu sein, empfinde er als Kompliment, sagte er einmal der «Zeit».

    Geboren und bis heute sesshaft geblieben ist Schneider in Mülheim an der Ruhr. Klavier und Cello beginnt er schon als kleiner Junge zu spielen. In der neunten Klasse fliegt er ohne Abschluss von der Schule. Ans Musikkonservatorium schafft er es trotzdem, bricht aber nach zwei Semestern ab. «Ich bin von Grund auf faul, wenn es ums Lernen geht, darum bei der Sache zu bleiben», so Schneider im dpa-Interview. Seine viel gerühmten Fertigkeiten als Jazzmusiker sind für ihn etwas Natürliches, angeeignet wie andere Schwimmen lernen: «Ich habe nie richtig geübt, aber immer gespielt», sagt er.

    In seinen Anfängen als alleinunterhaltender Jazzmusiker in den 70er Jahren in der nordrhein-westfälischen Provinz muss er dann entwickelt haben, was ihn heute berühmt macht: die Lust am anarchischen Witz, an der Beschreibung völlig abgedrehter Szenen. Auch wenn er als «singende Herrentorte» seit 1977 erste Soloshows gibt und seine erste Gesangs-Platte 1988 «Seine größten Erfolge» tauft, braucht es «Katzeklo» und einen Auftritt bei «Wetten, dass..?», um den damaligen Dauergeheimtipp einem Millionenpublikum bekannt zu machen.

    Kult wurden fortan seine schrillen Anzüge und die wirre Perücke, die sich von seiner eigenen Frisur nur unmerklich unterscheidet. Er singt über Bonbons aus Wurst, den Telefonmann und darüber, dass es Reis gibt, Baby. Unverkennbar sind die näselnd-nuschelnde Vortragsweise, die fahrigen Handbewegungen, ein kalkuliert ungelenker Tanzstil. Die gut gelaunte Platte «Sommer, Sonne, Kaktus!» landet 2013 als erstes Schneider-Album auf Platz eins der Charts. Selbst Menschen, die in seinem Quatsch nicht viel mehr als schrillen Unfug sehen, kommen kaum an der Binsenweisheit vorbei, welch ein Ausnahmemusiker er sei.

    Seine Shows sind immer auch Konzert, die Bühne voll mit hochkarätigen Musikern. Dabei hat Schneider das Wesen des Jazz in seine Parodien und Albernheiten übersetzt: Was er da tut, lebt von der Improvisation. Kaum ein «Katzeklo» klingt wie das andere. Er schere sich nicht um Regeln, hatte er der dpa in einem früheren Interview gesagt.

    Eine Regel für sein Privatleben hat er dennoch aufgestellt: Wer er jenseits von Bühne und Rampenlicht ist, gehe niemanden etwas an, bekräftigt er auch im aktuellen Gespräch. «In meinem Beruf schwingt der private Helge mit. Ich sag' trotzdem nichts über meine Privatsphäre. Muss keiner wissen. Selbst ich weiß nicht, was morgen ist.»

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  • 29. August 2017 00:01

    Enigmatisch Promigeburtstag vom 29. August 2017: Thomas Tuchel

    Er gehört zur neuen Generation von Fußball-Trainern, die mit ihrer Vorliebe für schnelles Angriffsspiel und Lauffreude den Sport in den letzten Jahren revolutionierten. Heute wird der gebürtige Krumbacher 44 Jahre alt.
    Thomas Tuchel wird heute 44 Jahre alt. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Thomas Tuchel wird heute 44 Jahre alt. Foto: Bernd Thissen
     
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    Das Ende kam schnell und unrühmlich: Nach dem Gewinn des DFB-Pokals im Mai 2017 wurde Thomas Tuchel beim Bundesligisten Borussia Dortmund wegen interner Querelen entlassen. Seitdem ist es um den Coach ruhig geworden.

    Schon einmal gelang es dem in Bayern geborenen Tuchel, sich von der großen Fußball-Bühne zurückzuziehen: nach einer sehr erfolgreichen Zeit an der Seitenlinie beim FSV Mainz 05, den er seit 2009, mit gerade einmal 35 Jahren, trainierte, wurde der Vertrag im Jahr 2014 mehr auf seinen denn auf Wunsch des Vereins hin aufgelöst, was weithin für Irritation und Befremden sorgte. Tuchel legte daraufhin das in der Branche mittlerweile fast schon üblich gewordene Sabbatjahr ein.

    Während dieser Zeit wurde wild über die Zukunft des Trainers spekuliert, Engagements bei RB Leipzig, dem HSV oder sogar Bayern München standen im Raum. Als es dann Dortmund wurde, waren sich die Kritiker einig, dass diese Zusammenarbeit Früchte tragen würde. Als Nachfolger des in der Ruhr-Metropole verehrten Jürgen Klopp, der wie Tuchel auch schon in Mainz gearbeitet hatte, sollte er den eingeschlagenen Weg als Dauerrivale von Klassenprimus Bayern München weiterführen.

    Ungeachtet des wenig ruhmvollen Endes bei Dortmund repräsentiert Tuchel die neue Philosophie im deutschen Fußball, die statt auf altgediente und erfahrene Haudegen auf junge, ambitionierte und risikofreudige Trainer setzt. Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim), Domenico Tedesco (FC Schalke 04) oder Alexander Nouri (SV Werder Bremen) stehen in der direkten Nachfolge Tuchels und Klopps. Dazu setzen diese Vertreter der Zunft stark auf eine nachhaltige und intensive Nachwuchsarbeit. Tuchel selbst leitete bis zu seiner Ernennung als Cheftrainer in Mainz die A-Jugend und holte mit dieser 2009 den Meister-Titel in dieser Altersklasse.

    In seiner aktiven Karriere stand Tuchel für die Stuttgarter Kickers und den SSV Ulm auf dem Platz. Ein Knorpelschaden zwang ihn schon 1998 zum Ende der Laufbahn als Fußballer.

    Auch neben dem Platz geht Thomas Tuchel eigene Wege. Der vielgerühmte Blick über den Tellerrand und die persönliche Profilbildung zeichnen den akribischen und (mitunter) perfektionistischen Charakter des studierten Betriebswirtschaftlers aus.

    Mittlerweile hat sich Thomas Tuchel auch international einen Namen gemacht. So wird er aktuell mit verschiedenen großen Clubs aus dem Ausland in Verbindung gebracht (allen voran der Chelsea Football Club). Seine Zukunft bleibt aber, fast schon in gewohnter Manier, offen.

    Tuchel gehört nicht zu der Riege von narzisstischen, auf Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit bedachten Kollegen, die keine Gelegenheit auslassen, sich ins Gespräch zu bringen. So ist auch privat von ihm verhältnismäßig wenig bekannt. Verheiratet ist er mit Ehefrau Sissi, das Paar hat zwei Töchter. Das war es dann aber auch schon.

    Der heute 44-jährige lässt lieber seine Arbeit für sich sprechen, von der in Zukunft mit Sicherheit noch einiges zu hören sein wird.

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  • 28. August 2017 00:01

    Das große Comeback Promi-Geburtstag vom 28. August 2017: Shania Twain

    Sie hat sich in den vergangenen Jahren recht rar gemacht. Doch jetzt will die Königin des Country-Pop nach privaten und gesundheitlichen Rückschlägen noch einmal durchstarten - mit neuem Album, neuer Tour und als Schauspielerin. Heute wird sie 52.
    Shania Twain auf der Rockefeller Plaza in New York (2017). Foto: Charles Sykes/Invision © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Shania Twain auf der Rockefeller Plaza in New York (2017). Foto: Charles Sykes/Invision
     
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    Sie kennt nicht nur Ruhm und Glamour. Sie kennt auch Krisen. Doch die scheint sie hinter sich gelassen zu haben: Die Country-Pop-Queen Shania Twain, die heute 52 wird, versucht ein Comeback. Ihr neues Album «Now» kommt im September heraus, ihr erstes nach 15 Jahren.

    Es war nicht nur die bei ihr diagnostizierte Disphonie, eine gerade für eine Sängerin einschränkende Stimmstörung, die das lange Warten auf die neuen Songs erklärt. Es waren auch private Probleme, die die kreative Pause der Kanadierin in die Länge gezogen haben, ebenso die Suche nach den passenden Musikproduzenten.

    Ihr viertes Studioalbum «Up!» (2002) war zwar etwas hinter den Erwartungen nach dem alle Rekorde brechenden Vorgänger «Come On Over» (1997) zurückgeblieben, erreichte aber dennoch international lichte Höhen der Charts und ging in immenser Auflage über die Ladentische. Laut Angaben auf ihrer Website hat Twain insgesamt über 75 Millionen Alben weltweit verkauft.

    Diese Erfolge waren das Ergebnis der engen Zusammenarbeit mit Twains aus Großbritannien stammenden Produzenten (AC/DC, Bryan Adams, Foreigner) und Co-Autor Robert «Mutt» Lange (68), der gleichzeitig ihr Gatte war und mit dem sie einen gemeinsamen Sohn, inzwischen Teenager, hat. Die Partnerschaft zerbrach 2008, nachdem die Singer/Songwriterin erfahren hatte, dass Lange sie mit einer engen Freundin betrogen haben soll. Twain war am Boden zerstört. Die Ehe wurde 2010 offiziell geschieden.

    «Es ist beängstigend zu lernen, wie verwundbar du sein kannst», sagte Twain Anfang dieses Jahres der amerikanischen Zeitschrift «Rolling Stone». Auf dem Cover von «Now» zeigt sie sich nun als 60er-Jahre-Schönheit im Leoparden-Look, lasziv und selbstbewusst. In den Songs verarbeitet sie ihre seelischen Verletzungen und Enttäuschungen. Das Schreiben sei für sie eine Art Therapie. «Es hat mir geholfen, vieles emotional zu überwinden», bekannte sie gegenüber dem Musikmagazin. «Es ist ein bisschen wie mit dem Weinen aufzuhören. Wenn du damit fertig bist, bist du damit fertig und kannst weiterziehen.»

    Mittlerweile ist sie offenbar wieder ein viel fröhlicherer Mensch geworden. Davon zeugt auch das Video zur ersten fast schon programmatischen Single-Auskopplung des Albums, «Life’s About To Get Good». «Du kannst das Gute nicht ohne das Schlechte haben und darum geht es am Ende in dem Song», zitiert ihr Label Mercury (Universal Music) die Künstlerin auf seiner Website. Twain hat übrigens am 1. Januar 2011 zum zweiten Mal geheiratet - den Ex-Mann von besagter Freundin, den Manager eines großen Schweizer Lebensmittelkonzerns.

    2018 könnte nun wieder ein ganz großes Jahr für die fünffache Grammy-Gewinnerin werden. Nachdem sie 2015 angekündigt hatte, nie wieder auf Tour gehen zu wollen, beginnt sie im Mai nun doch eine ausgedehnte Konzertreise durch Nordamerika. Und im Kino wird sie auch zu sehen sein. Wie das Filmblatt «Variety» vor kurzem berichtete, dreht Twain dieser Tage zusammen mit John Travolta (63) in Alabama den Rennfahrer-Film «Training Paint». Über ihre Rolle ist allerdings noch nichts bekannt.

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Promi-Geburtstag vom 21. September 2017: Stephen King
«Friedhof der Kuscheltiere», «Shining» oder «Es»: Stephen King ist der Meister des Grauens. Mit dutzenden Bestsellern und Blockbuster-Verfilmungen lehrte er Fans rund um die Welt das Fürchten. Jetzt wird King 70 - und das Gruseln geht weiter.
http://www.arcor.de/content/unterhaltung/people/geburtstage/6300781,1,K%C3%B6nig-der-Angst--Promi-Geburtstag-vom-21.-September-2017%3A%C2%A0Stephen-King,content.html
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Luis Fonsi (l) und Daddy Yankee sind die Sommer-Könige. Foto: Lynne Sladky © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Sommer, Sonne, Partystimmung: Luis Fonsi und Daddy Yankee bescherten uns mit "Despacito" DEN Hit für die heißen Tage! Der Song wird rauf und runter gespielt; bricht sämtliche Rekorde. Langsam hat man "Despacito" aber schon über...oder nicht?!
 Also ich kann nicht genug von "Despacito" bekommen - der Song macht einfach sofort gute Laune. Einer der besten Sommerhits aller Zeiten!
 Also, ich kann das Lied schon lange nicht mehr hören...es nervt einfach nur noch!
 "Despacito" ist schon ein guter Song, den ich mal echt gern gehört habe. Langsam wird es aber schon etwas zuviel des Guten...
 Ich höre eh kein Radio und schaue kein Musikfernsehen oder Ähnliches. Da kann mich der Song gar nicht nerven.
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