Ab ins Grüne

10.05.2021 Wild campen in legal – mit dieser Idee wirbt die neue Online-Vermittler AlpacaCamping. Das junge Unternehmen ist eine Art Airbnb für Naturfreunde auf der Suche nach klassischer Zelt-Romantik.

Eine Futterwiese mit Blick ins Tal: Dank Alpaca Camping ist dieses klassische Camping-Ideal auch heute wieder möglich © Alpaca Camping

SP-X/Oberschwarzbach. Der seit Jahren anhaltende Camping-Boom hat auch seine Schattenseiten: Selbst entlegene Plätze sind mittlerweile häufig ausgebucht und überlaufen. Das bremst nicht nur die Spontanität aus, sondern trübt auch das Ideal der Camper-Romantik, die von der Vorstellung einsamer Plätze in freier Natur lebt. Mit dem in Franken gegründeten Start-up Alpaca-Camping soll eben dieses Erlebnis wieder aufleben. Die Online-Plattform hat sich darauf spezialisiert, einsame und romantische Plätze mit einem vereinfachtem Buchungssystem und oft ohne persönliche Begegnungen zu vermitteln.

Im Zentrum steht ein seit Frühjahr verfügbares Online-Buchungssystem, das Camping-Plätze vornehmlich von privaten Anbietern im Angebot hat. Das Ganze funktioniert also ähnlich wie die Ferienwohnung-Vermittlung Airbnb. Auf der Plattform AlpacaCamping gibt es derzeit laut Mitgründer Dominik Quambusch rund 500 Stellplatzanbieter, bei denen es sich vornehmlich um Landwirte und Winzer aber zum Teil auch um kleine Campingplätze handelt. Derzeit ist man aktiv dabei, weitere Anbieter zu akquirieren. Noch konzentriert sich der überwiegende Teil der Übernachtungsmöglichkeiten in Bayern, doch man sei dabei, das Angebot bundesweit und deutlich auszubauen. Ende 2021 soll die Zahl der Angebote auf 1.500 steigen, für 2022 ist die Expansion nach Österreich geplant. Derzeit ist das Start-up zudem auf der Suche nach Investoren, um später auch sein Angebot vor allem nach Frankreich und Italien auszubauen.

Für den Nutzer ist AlpacaCamping denkbar einfach. Es gibt eine Suchmaske, in der Zielort und Reisedaten eingegeben werden. Für das Pfingstwochenende vom 21. bis 24. Mai finden sich für Deutschland zum Beispiel gut 350 Angebote. Diese richten sich sowohl an Wohnmobilnutzer wie auch Camper mit Zelt und reichen vom „traumhaften Lichtungs-Waldstellplatz“ in Hof bis zum „ruhigen Pferdehof direkt am Bach“ bei Euskirchen. Ein ehemaliger Landwirt von “Bauer sucht Frau” ist auch einer der Gastgeber.

Der Gründer verspricht seinen Kunden zudem ein risikofreies Buchen „mit 100-prozentiger Geld-zurück-Garantie bei coronabedingten Stornierungen“. Im Fall des Pferdehofs werden 51,75 Euro für drei Nächte fällig. 45 Euro gehen an den Stellplatzanbieter, 15 Prozent und damit 6,75 Euro erhebt Alpaca als Service-Gebühr. Gezahlt wird direkt an die Vermittlungsplattform mit den im Netz üblichen Bezahlmethoden. Ob man mit einer oder zwei Personen übernachtet, hat keine Auswirkungen auf den Preis. Nach der Buchung können sich Gast und Gastgeber kontaktieren, um zum Beispiel die Anreise abzustimmen. Grundsätzlich ist im Konzept aber eine eher kommunikationsfreie Erfahrung vorgesehen

Für den Anbieter ist die Nutzung der Vermittlungsplattform übrigens kostenlos. Diese müssen also keine Gebühren zahlen oder ein Abo abschließen. Will ein Landwirt eine Wiese seines Anwesens Campern zur Verfügung stellen, geht er keine langfristigen Verpflichtungen ein. Laut Quambusch kann er „heute dabei sein und morgen sein Angebot wieder runternehmen.“

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