Honor 9X: Pop-Up-Kamera-Smartphone im Test

22.09.2020 Meist haben nur teure Smartphones eine Pop-Up-Kamera, also eine Selfie-Knipse, die beim Fotografieren aus dem Gehäuse herausfährt, um mehr Platz für das Display zu schaffen. Mit dem nur 299 Euro (UVP) teuren Honor 9X gibt es nun einen Vertreter in der unteren Mittelklasse. Wir haben das Handy mit einem Bildschirm-Oberflächen-Verhältnis von 91% getestet.

Gehäuse

Wer denkt, man habe bei einer UVP von 299 Euro einen knarzenden oder schlecht funktionierenden Ausfahr-Mechanismus zu erwarten, wird beim Honor 9X enttäuscht. Die Pop-Up-Kamera ist äußerst bündig in das Gehäuse integriert. Überhaupt gefällt das Smartphone aus China durch eine gute Verarbeitungsqualität auch in Details wie An/Aus-Knopf und Lautstärkewippe. Schade ist bloß, dass die glänzende Rückseite schnell von hässlichen Fingerabdrücken übersät ist. Zudem ist das Honor 9X mit 196 Gramm kein Leichtgewicht und mit Außenmaßen von 163,5 x 77,3 x 8,8 Millimetern recht groß geraten.

Display

Dank der Pop-Up-Kamera kann das 6,59 Zoll großes Display fast die gesamte Vorderseite des Honor 9X einnehmen. Das Bildschirm-Oberflächen-Verhältnis liegt bei sehr guten 91%. Die Auflösung beträgt 2.340 x 1.080 Pixel, wodurch sich eine klassenübliche Pixeldichte von 391 ppi ergibt. Die Anzeige ist nicht sonderlich hell, aber dafür spiegelt sie verhältnismäßig wenig.

Speicher

Der interne Speicher des Honor 9X misst 128 Gigabyte (GB). Das ist für diese Preisklasse stattlich. Außerdem kann das Honor 9X Speicherkarten mit bis zu 512 GB Kapazität aufnehmen. Der Arbeitsspeicher ist mit vier GB ausreichend groß bemessen.

Prozessor

Der Prozessor des Honor 9X ist ein vom Mutterkonzern Huawei hergestellter Kirin 710, der auf eine Taktung von immerhin bis zu 2,2 Gigahertz kommt. Im Verhältnis zur Konkurrenz schafft das Mittelklasse-Smartphone aus China recht anständige Benchmark-Testergebnisse. Im Rightware Benchmark 3.0 beträgt die Punktzahl 202,9.

Software

Das Honor 9X läuft auf Android 10. Da der Google-Bann nur neuere Huawei- und Honor-Geräte trifft, verfügt das Honor 9X über ein vollständiges Google-Betriebssystem und wird wohl auch Android 11 bekommen. Auf Android wurde die EMUI-Benutzeroberfläche von Huawei aufgesetzt. Deshalb erscheinen alle installierten Apps auf den Homescreens, was so ein wenig unübersichtlich ist. Abhilfe schafft man mit dem Anlegen von Ordnern.

Akku

Der Akku des Honor 9X bietet eine Kapazität von guten 4.000 Milli-Ampèrestunden. Das langt in unserem Praxistest für eine Laufzeit von rund 36 Stunden. Zum anderen lässt sich der Energiespeicher über das mitgelieferte Ladegerät via USB Typ C innerhalb von circa 90 Minuten aufladen.

Kameras

Die Pop-Up-Kamera ist natürlich der Hingucker des Honor 9X, doch was nützt das, wenn das Objektiv selbst keine gute Qualität bietet? Das ist beim Honor 9X Gott sei Dank nicht der Fall. Dank einer Auflösung von 16 Megapixeln (MP), High Dynamic Range und hellem Display-Fotolicht gelingen Aufnahmen mit satten Farben und guten Kontrastwerten. Am Bildrand kommt es indes zu leichten, aber verzeihbaren Verzerrungen (siehe Bildergalerie).

Auf der Rückseite des Honor 9X sitzt eine Triple-Kamera, was in dieser Preisklasse mittlerweile Standard ist. Die Hauptlinse löst mit 48 MP auf und verfügt über eine f/1.8-Blende. Daneben sitzt ein 120-Grad-Weitwinkel-Objektiv mit acht MP und f/2.4-Blende. Per Fingertipp am unteren Bildrand kann man zwischen Haupt- und Weitwinkel-Kamrea einfach hin- und herschalten. Die dritte Kamera des Honor 9X löst mit zwei MP auf und liefert Tiefeninformationen für Bokeh-Aufnahmen. Unterstützt werden alle drei Knipsen von einem hellen LED-Blitzlicht und einem gut funktionierenden Autofokus, so dass die Fotoqualität als gut zu bezeichnen ist (siehe Bildergalerie).

Sound

Der Sound ist so ein bisschen das Sorgenkind. Der Lautsprecher-Klang des Honor 9X ist zwar laut genug, aber gerade Bässe und feine Spitzen werden nicht immer sauber dargestellt. Eine Audio-Buchse ist an Bord, doch die Ausgabequalität könnte besser sein.

Konnektivität

Man kann mit dem Honor 9X gut surfen, auch wenn kein 5G anliegt. Am Router steht schnelles WLAN ac zur Verfügung. Via LTE surft das Android-Smartphone in der Theorie mit bis zu 600 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download und maximal 200 MBit/s im Upload. Beim Praxistest im Vodafone-4G-Netz in Düsseldorf erreicht das Honor 9X Maximalwerte von 200 MBit/s im Download und 43 MBit/s im Upload – ein sehr gutes Ergebnis für diese Preisklasse.

Sprach- und Empfangsqualität

Im Vodafone-Netz bietet das Honor 9X durchgehend eine gute Empfangsqualität. Vodafone-Services wie Voice over LTE oder WiFi Calling kann man optional nutzen. Der Wechsel der Daten-SIM-Karte erfolgt relativ schnell und ohne langwierigen Neustart des Smartphones.

Fazit

Das Honor 9X ist eines der günstigsten Smartphones mit Selfie-Kamera am Markt. Die Pop-Up-Knipse bietet den handfesten Vorteil, dass das Display sagenhafte 91% der Vorderseite abdeckt. Zudem macht der Mechanismus einen soliden Eindruck und die Selfie-Qualität geht in Ordnung.

Auch ansonsten macht das Smartphone aus China eine gute Figur. Nur beim Sound kann das Honor 9X nicht überzeugen. Dass die glänzende Rückseite schnell von hässlichen Fingerabdrücken übersät ist, ist dagegen zu verschmerzen.

 

© Tom Meyer

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