Schäppchenjagd vor Weihnachten: Darauf müssen Sie achten

01.12.2020 Wer keinen Bock auf Corona-Blues hat, kann sich zur Abwechslung auf Weihnachtsgeschenke-Schnäppchenjagd begeben. Viele Verbraucher dürfte am vergangenen Black Friday zugeschlagen haben, während andere diesen einfach vergessen haben oder wieder einmal bis zur letzten Minute warten. Sollten Sie den Black Friday verpasst haben, grämen Sie sich nicht. Sie könnten am Ende das bessere Geschäft machen.

Der Black Friday wissenschaftlich betrachtet

Lassen wir zunächst die Wissenschaft sprechen. Der Historiker sagt: Black Friday wird in den USA der Freitag nach dem Erntedankfest („Thanksgiving“) genannt. Da Thanksgiving immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende Freitag als Start in ein traditionelles Familienwochenende und als Beginn der Weihnachts-Einkaufsaison. Der Black Friday ist somit laut Definition eine Verkaufsveranstaltung des Einzelhandels, die Rabatte in den Fokus stellt und den Konsum anregen soll.

Der Wirtschaftswissenschafter sagt: Am Black-Friday-Wochenende 2019 setzte der Handel rund 3,1 Milliarden Euro um. Das sind ungefähr 29% mehr als 2018. In diesem Jahr dürfte der Umsatz aber wohl sinken, da wegen des teilweisen Corona-Lockdowns weniger Menschen in die Innenstädte fahren. Der Ökonom sagt auch: Der Black Friday gilt ja immer also sooo günstig, ist es aber häufig gar nicht. Eine Studie des Preisvergleichsportal Guenstiger.de beispielsweise ergab, dass Käufer im Durchschnitt bei 40% der untersuchten, als Black-Friday-Deals gekennzeichneten Produkte zu viel zahlen.

Beliebte Maschen

40% – das ist schon eine ziemlich relevante Größe. Dass die Kassen trotzdem klingeln, liegt an der immer noch beliebten Masche mit den Lockangeboten. Man kennt das insbesondere von national agierenden Elektronikmarkt-Ketten. Ein, zwei Smartphones, drei, vier Fernseher, fünf, sechs HiFi-Anlagen werden im Preis gesenkt und intensiv beworben. Kommt der Kunde ins Geschäft oder will ihn online kaufen, ist der gesuchte Artikel vielleicht schon vergriffen und er kauft ein anderes Produkt.

Ebenfalls beliebt sind Preisanpassungen nach oben, bevor eine breit angelegte Aktion wie „Mehrwertsteuer geschenkt“, „Alles muss raus“ oder eben „Black Friday“ gestartet wird. Gern wird in Online-Shops mit einer optischen Hervorhebung wie dem bekannten „orange button“ gearbeitet. Die so gekennzeichneten Artikel nimmt unser Unterbewusstsein als günstiger wahr, sie sind es aber nicht immer. Oder man gibt eine „Preissenkung“ an, nimmt als Referenzwert aber die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Gerade bei Elektronikartikeln ist diese aber deutlich höher als der aktuelle Internet-Preis.

Langfristig beobachten, dann zuschlagen

Um auf diese Maschen nicht hereinzufallen, gilt die Devise: Erst langfristig beobachten, dann zuschlagen! Verderbliche Ware kann man natürlich nur kurz vor Weihnachten kaufen, aber die Preise für die Spielekonsole für den Nachwuchs, das teure Parfum für die Dame oder den edlen Whisky für den Herrn kann man auch über einen längeren Zeitraum online beobachten. Wichtig ist nur, dass man seine Vorauswahl auf wenige potenzielle Artikel begrenzt, also z.B. das Wunsch-Tablet und ein, zwei vergleichbare Modelle.

Am besten gelingt das mit speziellen Suchmaschinen. Die bekannteste davon ist sicherlich Google Shopping, aber ich persönlich finde die Filterfunktionen dieser Plattform einfach nicht ausgereift genug. Übersichtlicher ist da z.B. idealo.de, wo man bei der Produktsuche genau festlegen kann, ob man jetzt z.B. ein bestimmtes Smartphone oder nur die dazu passende Hülle sucht. A propos idealo.de: Dieses Portal fand heraus, dass die Black-Friday-Ersparnis 2019 im Schnitt bei gerade mal 8% lag.

Flexibilität kann sich lohnen

Es ist also wichtig sich beim Preisvergleich nicht aufgrund zu vieler Wunschgeschenke zu verzetteln. Trotzdem kann sich Flexibilität lohnen. So sollte man bei der Suche nach einem Smartphone auch das Vorgängermodell mit einbeziehen. So kann z.B. das „alte“ Google Pixel 3a genauso interessant sein wie das neuere Google Pixel 4a. Die Smartphones unterscheiden sich zwar in der Ausstattung, aber sie werden beide zuverlässig mit Android-Updates versorgt.

Eine Weisheit aus dem Autokauf sollte man ebenfalls beherzigen: Auf die Farbe kommt es an. So kostet z.B. derzeit das Samsung Galaxy S10, ein auch nach heutigen Maßstäben gutes High-End-Smartphone aus dem Jahr 2019, in der schwarzen oder weißen Version online 40 Euro weniger als die graue und sogar 45 Euro weniger als die blaue Farbvariante. Das setzt aber selbstredend voraus, dass die oder der zu Beschenkende keine besonderen Farbpräferenzen hat.

Einfach unbezahlbar

Sie sehen, ein wenig Mühe lohnt sich, wenn man genau das sehen möchte, was Weihnachten einfach unbezahlbar macht: strahlende Augen und eine besinnliche Zeit im Kreis der Familie. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen schönen Advent – trotz Corona!

 

© Tom Meyer

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