Wiko View 4 im Test: Einsteiger-Smartphone mit Riesen-Akku

27.07.2021 Das Wiko View 4 bietet einen riesigen Akku mit einer Kapazität von 5.000 Milli-Ampèrestunden (mAh), kostet aber nur 169 Euro (UVP). Ob das Wiko View 4 das Zeug hat, um damit in der Einsteigerklasse zu bestehen, zeigt unser Test.

Für die Sparfüchse unter den Smartphone-Nutzern passt das Wiko View 4 ganz hervorragend zum Vodafone-Tarif CallYa Start. Hier zahlt man nur 4,99 Euro für vier Wochen und bekommt ein Gigabyte (GB) Highspeed-Volumen im LTE-Netz von Vodafone, eine Telefon- und SMS-Flatrate ins Vodafone-Netz sowie 50 Minuten oder SMS in andere Netze.

Gehäuse

Trotz seines großen Akkus ist das Wiko View 4 kein unhandlicher Klotz. Das 165,7 x 75,8 x 8,9 Millimeter messende Smartphone bringt 180 g auf die Waage, was ebenfalls noch im Rahmen liegt. Die Tasten für Lautstärke und An/Aus stechen leicht hervor. Auf der linken Seite des Wiko View 4 liegt eine Taste, mit der man den Google Assistant startet. Einen Fingerabdruck-Scanner hat das Android-Smartphone dagegen nicht.

Display

Der IPS-Bildschirm des Wiko View 4 misst 6,52 Zoll in der Diagonalen und löst mit lediglich 1.600 x 720 Pixeln auf. Dadurch ergibt sich eine Pixeldichte von nur 269 ppi, die typisch für diese Preisklasse ist. Das Display im 20:9-Format spiegelt nicht allzu stark und wird von einem Helligkeitssensor geregelt, der es eher zu hell einstellt.

Speicher

Das Wiko View 4 bietet drei GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher – das ist schon das Mindeste, was man heutzutage von einem modernen Smartphone erwarten darf. Dateien können zudem bei Bedarf auf eine bis zu 256 GB große Speicherkarte ausgelagert werden, die man parallel zu zwei Nano-SIM-Karten einstecken kann.

Prozessor

Als Prozessor verwendet das Wiko View 4 einen MediaTek Helio A25 mit einer Taktung von 1,8 Gigahertz. Das ist für den Normalbetrieb völlig ausreichend, doch kurze Aussetzer beim Spielen kommen vor. Auch unsere Benchmark-Testergebnisse fallen nicht sonderlich gut aus. Das Wiko View 4 erreicht im Test Browsermark 3.0 gerade einmal 115 Punkte.

Software

Praktischerweise läuft das Wiko View 4 auf einem reinen Android-Betriebssystem, das durch ein paar selbstentwickelte Anwendungen wie einen Browser und die Fitness-App Wiko Health erweitert wird. Laut Hersteller wird das Smartphone zwei Jahre regelmäßig mit Sicherheits-Updates versorgt.

Akku

Das Highlight des Wiko View 4 ist zweifellos der Akku. Dieser fasst 5.000 mAh, was in unserem Praxistext für sehr gute 48 Stunden Laufzeit reicht. Anders als die meisten modernen Smartphones verfügt das Wiko View 4 allerdings nicht über eine USB-Typ-C-Buchse, so dass das Laden mit gut vier Stunden ungewöhnlich lange dauert.

Kameras

Das Wiko View 4 hat drei Kameras auf der Rückseite. Eine davon ist eine Tiefenschärfe-Kamera mit zwei Megapixeln (MP) Auflösung, die für das Erzeugen von Bokehs zuständig ist und selbst keine Bilder aufnehmen kann. Die Qualität der Bokeh-Aufnahmen ist für diese Preisklasse gut:

BOKEH

Dank der Zwei-MP-Kamera mit Tiefensensor kann das Wiko View 4 gute Bokeh-Bilder schießen
 © Tom MeyerDank der Zwei-MP-Kamera mit Tiefensensor kann das Wiko View 4 gute Bokeh-Bilder schießen © Tom Meyer

Die 13-MP-Hauptkamera schießt grundsätzlich scharfe Bilder, unterschlägt aber bei genauerem Hinsehen aber auch einige Details. Auch bei wenig Restlicht und großen Kontrasten ist das Ergebnis dennoch immer noch okay für diese Preisklasse:

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Die 13-MP-Hauptkamera des Wiko View 4 besticht durch eine gute Restlichtverwertung
 © Tom MeyerDie 13-MP-Hauptkamera des Wiko View 4 besticht durch eine gute Restlichtverwertung © Tom Meyer

Daneben liegt ein Fünf-MP-Weitwinkel-Objektiv, das einen Bereich von 114 Grad abdeckt. Weitwinkel-Aufnahmen sind in der Regel farblich ausgewogen, weisen aber deutlich sichtbare Verzerrungen am Bildrand auf:

WEITWINKEL

Die Weitwinkelkamera des Wiko View 4 deckt 114 Grad ab, produziert am Bildrand aber deutlich sichtbare Verzerrungen
 © Tom MeyerDie Weitwinkelkamera des Wiko View 4 deckt 114 Grad ab, produziert am Bildrand aber deutlich sichtbare Verzerrungen © Tom Meyer

Nimmt man ein Foto im Dunklen auf, wird die Szenerie vor dem Auslösen praktischerweise kurz erhellt. Außerdem ist das LED-Blitzlicht ausreichend hell:

NACHT

Das LED-Blitzlicht der Hauptkamera des Wiko View 4 leuchtet im Dunklen gut aus
 © Tom MeyerDas LED-Blitzlicht der Hauptkamera des Wiko View 4 leuchtet im Dunklen gut aus © Tom Meyer

Gleiches gilt für das Display-Fotolicht, das Selfies im Dunklen erhellt. Leider kommt es trotzdem zu leichten Körnungen und Unschärfen:

SELFIE NACHT

Das Display-Fotolicht für Selfies ist zwar ausreichend hell, aber es sind deutliche Körnungen und Unschärfen festzustellen
 © Tom MeyerDas Display-Fotolicht für Selfies ist zwar ausreichend hell, aber es sind deutliche Körnungen und Unschärfen festzustellen © Tom Meyer

Auch bei Tage hat die Acht-MP-Frontkamera des Wiko View 4 keinerlei Mühe:

SELFIE TAG

Bei Tage kann die Frontkamera des Wiko View 4 mit einer guten Restlichtverwertung punkten
 © Tom MeyerBei Tage kann die Frontkamera des Wiko View 4 mit einer guten Restlichtverwertung punkten © Tom Meyer

Videos dreht das Smartphone maximal lediglich mit Full-HD-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde. Das ist selbst für diese Preisklasse recht wenig.

Sound

Wenig überzeugend ist der Sound des Wiko View 4. Der kleine Mono-Lautsprecher an der Unterseite des Gehäuses ist leise und höhenlastig. Qualitativ besser ist die Ausgabe der Audio-Buchse, an die konventionelle Headsets mit 3,5-Millimeter-Klinkenstecker angedockt werden können. Die mitgelieferten Kopfhörer klingen leider blechern und tendieren zum Scheppern.

Konnektivität

Leider verfügt das Wiko View 4 über kein schnelles WLAN ac. Bluetooth gibt es nur in der veralteten 4.2-Version und NFC ist überhaupt nicht an Bord. In der Theorie bietet das Android-Smartphone via LTE bis zu 150 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download und 50 MBit/s im Upload. Unsere Messungen in der Praxis im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone ergaben bis zu 132 MBit/s im Download und 44 MBit/s im Upload – das sind ordentliche Werte für diese Preisklasse.

Sprach- und Empfangsqualität

Als Dual-SIM-Smartphone kann das Wiko View 4 zwei Nano-SIM-Karten aufnehmen, die beide LTE-fähig sind. In puncto Sprachqualität kann das Smartphone gegenüber der Konkurrenz in der Einsteigerklasse nicht ganz mithalten, denn Gesprächspartner kommen manchmal etwas dumpf herüber. Die Empfangsqualität könnte in Gebäuden ebenfalls besser sein.

Fazit

Neben dem günstigen Preis von 169 Euro (UVP) ist sicherlich der 5.000-mAh-Akku das Highlight des Wiko View 4, der in der Praxis locker zwei Tage Laufzeit schafft. Ein weiterer Pluspunkt ist das reine Android-Betriebssystem. Zudem verspricht Wiko zwei Jahre lang Sicherheits-Updates.

Die drei Kameras auf der Rückseite schießen für diese Preisklasse gute Bilder. Das Objektiv auf der Vorderseite fällt demgegenüber ein wenig ab. Das Wiko View 4 verfügt über wenig Speicherplatz und ist im Internet nicht sonderlich schnell unterwegs. Auch Prozessor und Sound sind nicht sonderlich gut, was aber in dieser Preisklasse öfter vorkommt.

© Tom Meyer

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