Was sind Core Web Vitals von Google?

25.03.2021 Im Mai 2021 gibt es wieder eine Neuerung bei den Google Rankingfaktoren. Nach diesem Update beeinflussen auch die Core Web Vitals diese Platzierung. Nachfolgend geht es darum, was die Core Web Vitals überhaupt sind, warum sie wichtig sind, wie sie zu messen sind und wie sich die Werte verbessern lassen.

Die so genannten Core Web Vitals werden nun deutlich wichtiger im digitalen Marketing. Doch was versteckt sich hinter diesem Begriff? © Adobe Stock / Piscine

Core Web Vitals – die neuen Metriken von Google

Google verändert ständig seine Algorithmen für die  © Pixabay / simon (CC0 Public Domain) © Pixabay / simon (CC0 Public Domain)Rankingfaktoren. Ab dem Update im Mai spielen die User Experience und die Nutzerfreundlichkeit von Webauftritten in der Desktop- und der mobilen Ansicht ebenfalls eine Rolle. Die Core Web Vitals sollen die Nutzerfreundlichkeit näher beschreiben. Es geht dabei vor allem um drei Werte im Zusammenhang mit den Ladezeiten einer Seite. Lange Ladezeiten und damit lange Wartezeiten für den User sind inakzeptabel. Es gibt mehrere Faktoren, mit denen die Nutzerfreundlichkeit gemessen wird – wer diese beachtet und Fehler im Bereich der Core Web Vitals damit vermeidet, kann daraus bald riesige Vorteile gewinnen:

• LCP – Largest Contentful Paint

Der LCP ist der Index für die Ladegeschwindigkeit einer Seite. Er erfasst, wie lange das größte zu ladende Element einer Internetseite zum Laden braucht.

• FID – First Input Delay

Tritt der User erstmalig in Interaktion mit einer Seite, misst der FID die Reaktionszeit. Eine Interaktion kann ein Klick sein, oder Scrollen, ein Formular ausfüllen oder ein Bild vergrößern. Der FID beschreibt die Zeit, wie lange es dauert, bis eine Webseite reaktionsfähig oder einsatzbereit ist.

• CLS – Cumulative Layout Shift

Es gibt immer wieder für den User ärgerliche Internetseiten, die sich ständig verändern, während die Seite sich aufbaut. Dabei springen dann Inhalte immer wieder an andere Stellen, der Nutzer hat aber schon angefangen die Inhalte anzuschauen und zu lesen. Das passiert, wenn große Inhaltsblöcke, beispielsweise Videos oder Bilder asynchron laden. Der CLS gibt bei einer Analyse darüber Auskunft, wie gut die visuelle Stabilität einer Seite ist und wie stark die Veränderungen während des Ladeprozesses sind.

Warum die Core Web Vitals wichtig sind

Um bei Google auf den vorderen Plätzen zu erscheinen, brauchen Internetseiten einen exzellenten Rankingscore. Die User Experience ist einer der Faktoren im Google-Algorithmus, der diesen Score beeinflusst. Deshalb ist es für Seitenbetreiber sehr wichtig, bei den Core Web Vitals gut abzuschneiden.

Weitere Punkte, die den Rankingfaktor Nutzererfahrung beeinflussen:

• Bewertung der Optimierung für mobile Seitenansicht

• störungsfreie Nutzung

• Sicherheit

Seitdem der Fokus auf „mobile first“ liegt, hat auch die Optimierung der mobilen Ansicht ein höheres Gewicht erhalten. Die Core Web Vitals führen nun dazu, dass der gesamte Rankingfaktor User Experience eine neue Bewertung und Gewichtung erfährt, die die Suchmaschinenoptimierung stark beeinflussen wird.

Die Folgen, wenn sich der Rankingscore verschlechtert

Kleinste Abweichungen im Rankingscore können direkt die organische Platzierung verschlechtern. Die Seite ist plötzlich nicht mehr so gut sichtbar. Um das schnell wettzumachen, hilft möglicherweise nur noch kostenintensives SEA (Search Engine Advertising). Daher ist es so wichtig, die organischen Rankingfaktoren penibel zu beachten.

Der CLS ist ein ganz neuer Wert, der sinnvoll erscheint angesichts von immer größeren visuellen Inhalten und Animationen. LCP und FID gibt es schon, doch haben sie noch nicht die Relevanz, wie beispielsweise Keywords oder die Domain.

Core Web Vitals messen

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Core Web Vitals zu messen: mithilfe künstlich erzeugter Labordaten oder aufgrund realer Felddaten. Eine Kombination aus beidem ist sinnvoll. Gut an den neuen Metriken ist, dass Google genau sagt, welche Werte gut und welche inakzeptabel sind.

Reale Werte zu den CWV analysiert der Chrome User Experience Report. Darin sind die Daten echter Chrome-User zu den Seitenzugriffen gesammelt, inklusive Auswertung. Die Ergebnisse lassen sich beispielsweise mit der Google Search Console darstellen. Chrome kann diese Daten allerdings nur sammeln, wenn die User der Datenspeicherung explizit zustimmen und wenn ausreichend viele Nutzer die URL aufrufen. Bis Felddaten vorliegen, kann das einige Zeit in Anspruch nehmen. In den Ankündigungen von Google heißt es, dass künftig Felddaten der CWV die Basis für den Ranking-Faktor User Experience sein werden.

 © Pixabay / pexels (CC0 Public Domain) © Pixabay / pexels (CC0 Public Domain)Künstlich erzeugte Laborwerte sind sofort verfügbar und liefern immer den gleichen Wert, wenn sich an der Webseite nichts verändert. Sie sind hilfreich, um den Internetauftritt nach Nutzer-Gesichtspunkten zu optimieren. Damit lassen sich Änderungen und kontinuierliche Verbesserungen des Internetauftritts schnell überprüfen. Für eine genaue Analyse sind im Idealfall beide Datenquellen verfügbar.

Gute CWV-Werte erreichen

Für die Core Web Vitals sind klare Werte von Google vorgegeben. Damit kann jeder Seitenbetreiber selbst die eigene Seite beurteilen. Dazu gibt es gute Stellschrauben, um die Werte zu verbessern.

Verbessern des LCP

Der LCP misst die Ladezeit des größten Elements, das auf der Seite zu laden. Ein guter Wert ist eine Ladezeit von maximal 2,5 Sekunden, ab 2,6 Sekunden besteht Optimierungsbedarf. Liegt der Wert über 4,1 Sekunden, ist er schlecht.

Für Optimierungsmaßnahmen muss zunächst klar sein, welches Element Google als größtes zu ladendes Element einstuft. Zu Verbesserung der Ladegeschwindigkeit kann dann beispielsweise die Verwendung eines anderen Formats oder eine geringere Dateigröße beitragen.

Verbessern des FID

Der FID gibt Aufschluss über die Reaktionsgeschwindigkeit eines Internetauftritts. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist dabei die Zeit, die der Server mit dem Ausführen von CSS oder JS-Files beschäftigt ist und nicht auf Eingaben reagiert.

Ein guter FID liegt vor, wenn die Verzögerungszeit zwischen Eingabe und Reaktion kürzer als 100 ms ist. Von 100 bis 300 ms ist der Wert optimierungsbedürftig, ab 300 ms ist er schlecht.

Zur Verbesserung dieses Wertes gibt es verschiedene Stellschrauben bei CSS und JS. Files nachladen oder inline laden hilft dabei, die Verzögerungen zu verringern und den FID zu verbessern.

Verbessern des CLS

Der CLS bewertet die Verschiebungen, während sich die Seite aufbaut. Dabei gibt es „Impact fraction“ und „Distance fraction“. Impact fraction beschreibt, ob ein Element sich zwischen zwei Segmenten bewegt. Distance fraction beschreibt, inwieweit es zu Verschiebungen der Elemente kommt.

Der CLS wird mathematisch berechnet aus Impact fraction multipliziert mit Distance fraction. Ein Wert kleiner 0,1 ist gut. Bei einem Wert bis 0,25 besteht Optimierungsbedarf. Liegt der Wert über 0,25 ist er stark optimierungsbedürftig.

Schriftarten vorladen, Platzhalter verwenden oder verschiedene Elemente hierarchisch laden, hilft, diesen Wert zu verbessern.

© sbr

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