7 Tipps, mit denen sich seriöse Webseiten erkennen lassen

10.06.2021 Das Internet ist ein schier unerschöpflicher Quell. Täglich sprießen unzählige neue Onlineshops und Webseiten aus dem digitalen Nichts. Die meisten von ihnen sind für die Mehrheit schlicht uninteressant, einige von ihnen werden zu beliebten Onlineshops oder Portalen, andere wiederum sind reine Abzocke und Fakes. Aber wie kann der normale Internetuser seriöse Webseiten erkennen? Gibt es da Tricks? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

ein Check von URL und Impressum einer Website sollte vor dem Produktkauf auf jeden Fall erfolgen. © Unsplash.com / Glenn Carstens Peters

1. Impressumscheck ist Pflicht

Ein Blick ins Impressum kann so manches erklären. Allerdings ist ein Impressum auch schwierig zu beurteilen, da es je nach Land unterschiedliche Regelungen gibt. Während in Deutschland eine ladungsfähige Anschrift samt Steuerdaten von Shops aufgeführt werden müssen, sieht es im Ausland ganz anders aus. Doch gilt allgemein:

- Kein Impressum – gibt es bei einem Shop oder einem Dienstleister kein Impressum, ist der nächste Gang schlichtweg weit weg von der Seite. Wer seriös arbeitet, der nutzt ein Impressum.

- Google – auch seriös erscheinende Impressen sollten nicht für bare Münze genommen werden. Leider nutzen Betrüger gerne Impressen anderer Unternehmen für ihre Zwecke. Da kann die Pizzeria in der Straße schon als ›Geschäftssitz‹ des Betrugsshops genutzt werden. Tipp: Das Impressum einmal bei Google nachprüfen. Kommt es doppelt vor und gibt es praktisch keine Überschneidungen, so ist Vorsicht geboten. Wer übrigens auf ein solches doppeltes Impressum stößt, der sollte es melden.

Allein das Impressum ist jedoch kein absolutes Kriterium. Es gibt ausreichend kleine Shops, die während Corona online gingen, die aber noch kein Impressum haben, weil der Betreiber die Regelungen schlichtweg nicht kennt.

2. URL unter die Lupe nehmen

Dieser Trick bezieht sich insbesondere auf Anzeigen in sozialen Netzwerken, die mit einer Linkverkürzung arbeiten. Auf den ersten Blick ist nämlich keine echte Adresse sichtbar. Sobald auf die entsprechende Seite weitergeleitet wird, sollte die Adresse jedoch ›normal‹ aussehen:

- Verschlüsselung – eine Webseite hat heute verschlüsselt zu sein. ›https‹ ist das ausschlaggebende Argument. Selbst bei seriösen Seiten sollte ohne die Verschlüsselung niemals eingekauft werden: Die Daten können mühelos abgefangen werden.

- Landeskennung – kurzum: Eine URL, die auf .to endet, erzeugt nicht unbedingt viele Vertrauensbeweise. Die Landeskennungen der Shopbetreiber sind gängig, auch ist .com eine sehr begehrte Endung.

- URL – ein seriöser Händler, Anbieter, Hersteller oder Dienstleister wird eine URL nutzen, die mit dem eigenen Angebot zusammenhängt. Ein ausgedachtes Beispiel: Sollte der Schuhverkäufer eine URL nutzen, die ›Autoparts4hunt‹ heißt, ist wenigstens Skepsis angebracht.

Gewiss kann es immer Erklärungen für seltsame URL geben. Der Sohn des Autoteilehändlers mag Hobby-Schuhdesigner sein und den Server des Vaters nutzen. Wahrscheinlich ist das allerdings nicht.

3. Zahlungsbedingungen prüfen

Dieser Check ist simpel: Sollen nur Vorkasseleistungen erbracht werden, gilt: Hände weg.

Kein seriöser Händler zwingt Kunden in die Vorkasse, Betrüger hingegen nutzen sie liebend gerne, da sie das Geld erhalten und dann auf Nimmersehen verschwinden. Ebenso ist Vorsicht geboten, wenn es keine Möglichkeit gibt, auf PayPal oder auch AmazonPay zurückzugreifen – kaum ein Händler verzichtet auf Paypal, doch wer es tut, der mag den Käuferschutz scheuen.

4. Lizenzen checken: Gerade bei Online Casinos wichtig

Bei klaren Lizenzbetrieben oder Anbietern, die Konzessionen benötigen, ist ein Blick auf eben diese Genehmigung hilfreich. Das gilt mitunter für seriöse Online-Casinos, denn diese müssen wenigstens eine Lizenz aus einem EU-Staat bieten. Wer noch genauer nachhaken will, der kann:

- Lizenz prüfen – Anbieter müssen die Lizenz- oder Konzessionsnummern auf der Homepage angeben, samt der Lizenzbehörde. Dort darf jeder nachfragen und eine Lizenz hinterfragen. Die Redakteure von Betrugstest.com sind Experten auf dem Gebiet und bieten einen schnellen Überblick.

- Umsatzsteuer/Steuer – je nach Land müssen die Umsatzsteuernummer oder auch die Steuernummer des Betreibers angegeben sein. Auch diese Nummern können überprüft werden.

5. Anbieter extern checken

Eigentlich war es mit den Trusted-Shop-Siegeln oder den Test-Siegeln simpel gedacht. Leider nutzen so etliche Betrüger die Siegel als eingebautes Foto, um Sicherheit zu suggerieren. Daher gilt:

- Erster Check – meist reicht es schon, den Shop samt dem Stichwort ›Erfahrungen‹ bei Google einzugeben. Die Ergebnisse sind bei Betrügern selbsterklärend.

- Zweiter Check – bei Trusted Shops kann immer nach einem Shop gesucht werden. Ist der Gesuchte nicht zu finden, obwohl er das Siegel ausweist, ist die Sache klar.

- Dritter Check – Amazon kann ebenfalls helfen. Gerade kleine Händler nutzen den Marketplace von Amazon. Dieser steht jedoch unter besonderen Regelungen und Amazon sperrt unseriösen Händlern schnell den Zugang. Ist also ein Händler weder bei Amazon, noch bei eBay oder auf anderen Verkaufsseiten zu finden: Vorsicht.

6. Produkte prüfen

Gerade Betrüger locken Kunden mit unglaublichen Preisen. Da kann das neueste iPhone auch schon einmal 600,00 Euro kosten. Es gilt:

- Preisvergleich – wie schlagen sich die Preise des neugefundenen Shops auf dem Markt? Sind erhebliche Preisunterschiede vorhanden, die bei keinem der bekannten Shops zu finden sind, ist Vorsicht geboten.

- Nachfrage – manchmal hilft schon die Nutzung des Mailformulars. Sicherheitshalber sollte allerdings eine Fake-Adresse genutzt werden, damit keine Daten abgefangen werden können. Wie reagiert der Verkäufer auf Nachfragen bezüglich des günstigen Preises, ob das Produkt ein Original ist, ob es Hehlerware ist?

7. Betrüger gefunden? Reagieren

Unerheblich davon, ob die eigene Vermutung korrekt ist oder ob sie nur eine Vermutung ist: Wer auf unseriöse Webseiten und Betrüger stößt, der sollte diese Seite weitergeben, damit niemand geschädigt werden kann. Und wer interessiert sich dafür?

- Verbraucherzentralen – an sie können solche Verdachtsfälle stets gemeldet werden. Meist haben die Verbraucherzentralen schon ihre Datenbanken und checken den Verdacht ohnehin gegen.

- Polizei – wer auf ein gefälschtes Impressum oder auf gefälschte Siegel stößt, der sollte die Polizei informieren. Nach der Rücksprache mit der Polizei kann der Besitzer des Impressums informiert werden – doch erst nach Rücksprache.

- Vorkasse geleistet – wer schon eine Bestellung getätigt und Vorkasse geleistet hat, der sollte auch fix die Polizei informieren und Anzeige erstatten. Das Geld ist in diesem Fall jedoch meist verloren.

Sollten Shops oder Dienstleister gesetzliche Bestimmungen nicht einhalten, können verbraucher aktiv werden.  © Unsplash.com / Bill OxfordSollten Shops oder Dienstleister gesetzliche Bestimmungen nicht einhalten, können verbraucher aktiv werden. © Unsplash.com / Bill Oxford

Fazit – Augen auf beim Onlinekauf

Wer nicht direkt bei den schon bekannten Seiten einkauft, sondern auf Links in den sozialen Medien reagiert, der sollte immer gut hinschauen und die Seite durchleuchten, bevor ein Kauf getätigt wird. Der Check dauert nicht lange, denn fast immer sind Erfahrungen in den Suchmaschinen sichtbar oder Trusted Shops kennt den Anbieter nicht einmal. Wer allerdings schon auf den Fake hereingefallen ist, der sollte Anzeige erstatten. Das Geld gibt es jedoch nur in den seltensten Fällen zurück.

© fl

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