Kinder erinnern sich eher an das Positive

07.05.2021 Bleibt die Corona-Zeit als dunkler Schatten im Gedächtnis der Kids hängen? Diese Sorge haben manche Eltern - wahrscheinlich zu Unrecht. Unser Gehirn merkt sich gern vor allem die schönen Dinge.

Obwohl vieles schwer war: Kinder dürften aus der Corona-Zeit vor allem die schönen Erlebnisse im Kopf behalten. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lange Zeit kaum Schule oder Kita, viel weniger Kontakt zu Familie und Freunden: Für Kinder ist die Pandemie eine einschneidende Erfahrung. Wird ihnen das lange Zeit als schlechte Erinnerung im Gedächtnis bleiben?

Eher nicht, sagt die Kinder- und Jugendpsychiaterin Gabriele Frei. «Kinder erinnern sich ja immer eher an das Positive, wir übrigens auch», erklärt die Expertin vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Sie hofft, dass dieser Mechanismus des Gedächtnisses auch diesmal greift: «Oma hat mehr mit mir gespielt, Mama hat mir mehr vorgelesen, Papa hat mehr mit mir gebastelt, Opa hat mehr bei den Hausaufgaben geholfen.» Frei geht davon aus, dass sich die Kinder eher an diese positiven Dinge erinnern werden.

Langsam zurück in die Normalität

Angesichts steigender Impfquoten und Lockerungen für Geimpfte und Genesene rückt langsam aber sicher auch eine Rückkehr zur Normalität wie vor der Pandemie näher. Familien sollten hier nichts überstürzen. Frei empfiehlt ihnen, alles ein bisschen langsam anzugehen und «nicht gleich von wenig Kontakt zum Riesenfamilienfest» zu springen.

Man könne das nach und nach ausbauen und das den Kindern deutlich machen: «Wir erweitern das langsam, damit wir uns alle ein bisschen daran gewöhnen. Man kann das wie ein kleines Willkommensfest machen.» Sie warnt davor, alles als Event zu feiern und «Riesendinge» zu planen. Es gehe weiterhin darum, zusammenzustehen und zu gucken, wie sich die Infektionszahlen entwickeln, und ganz bewusst zu entscheiden: Wen können wir risikofrei treffen?

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