Blablabus bietet wieder Fernbusreisen an

20.05.2021 Nach Flixbus will auch der Fernbus-Anbieter Blablabus wieder seinen Betrieb aufnehmen. Die ersten Fahrten sind am 10. Juni geplant. Die Busse werden dann jedoch unter einem neuen Markennamen unterwegs sein.

Unter dem neuen Markennamen Blablacarbus will das Fernbus-Reiseunternehmen Blablabus ab dem 10. Juni wieder Fahrten anbieten. Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Blablabus heißt nun Blablacar und fährt bald wieder: Nach mehr als
einem halben Jahr Zwangspause bietet das französische Unternehmen ab
10. Juni wieder Fernbusreisen in Deutschland an. Die Konkurrenz ist
allerdings schon länger wieder unterwegs.

Unter einem einheitlichen Markennamen will das bisher
als Blablabus operierende Fernbus-Reiseunternehmen ab dem 10. Juni
wieder Fahrten anbieten. Der Online-Ticketverkauf soll bereits ab
diesem Donnerstag wieder möglich sein, teilte das Unternehmen mit.
Der Markenname werde von Blablabus in Blablacar geändert und damit
der Hauptmarke angepasst. «Damit liegt der Fokus künftig noch stärker
auf unserem multimodalen Mobilitätsangebot - gebündelt in einer App»,
hieß es.

Die Marke gehört zum französischen Unternehmen Comuto, das in
Deutschland vor allem für die Mitfahr-App Blablacar bekannt ist. Über
die Plattform können sich Kunden zu Mitfahrgelegenheiten im Auto
zusammenschließen. Vor rund zwei Jahren stieg Blablacar auch in den
deutschen Fernbusmarkt ein, der nach wie vor vom Unternehmen Flixbus
dominiert wird.

Bei den Städtezielen bleibe nach der langen Pause zunächst alles beim
alten, hieß es. Mittelfristig wolle Blablacar sein Netzwerk
in Deutschland aber deutlich vergrößern. «Unser Plan ist es, unser
Busnetz in Deutschland innerhalb von 18 Monaten von 100 auf 200
Intercity-Verbindungen zu verdoppeln», teilte Unternehmenschef
Nicolas Brusson am Donnerstag mit. «Wir haben große Ambitionen auf
dem deutschen Markt, wo wir Millionen von Mitgliedern zählen.»

Aufgrund der Corona-Krise musste Blablacar Ende Oktober bereits zum
zweiten Mal alle Fahrten einstellen. Nun soll es im Juni wieder
losgehen. «In den letzten Wochen konnten wir bereits einen starken
Anstieg der Mitfahr-Aktivität auf Blablacar feststellen. Einen
ähnlichen Trend erwarten wir auch für das Fernbusangebot», teilte das
Unternehmen mit. Auch Konkurrent Flixbus musste schon zwei Mal
pausieren, hatte aber bereits Ende März den Betrieb wieder
aufgenommen.

Der Überblick über den Fernbusmarkt sei aufgrund der Krise
schwieriger geworden, sagte der Geschäftsführer des
Marktforschungsinstituts IGES, Christoph Gipp. Marktführer Flixbus
sei aber früher gestartet und habe zudem sein Fernzug-Angebot unter
der Marke Flixtrain deutlich ausgebaut. Seit diesem Donnerstag sind
von Berlin aus wieder 30 Städte mit dem Zug erreichbar, wie das
Unternehmen mitteilte. Zudem nimmt Flixbus neue Fernstrecken in sein
Netz auf und will ab dem 17. Juni etwa auch München ansteuern.

Verglichen mit der bundeseigenen Deutschen Bahn ist das Angebot zwar
noch klein: Insgesamt werden im Sommer neun grüne Züge von Flixtrain
unterwegs sein. Die Bahn hat mehr als 300 ICE im Betrieb.

Im Wettbewerb mit dem Fernbus-Konkurrenten Blablacar könnte Flixbus
mit dem zusätzlichen Plattformangebot aus Gipps Sicht aber seine
Marktposition ausbauen. «Damit kann Flixbus ganz neue Standards
setzen im Kampf um preissensible Kunden», sagte er. Flixbus dominiert
seit der Marktliberalisierung im Jahr 2013 den deutschen
Fernbusmarkt.

In anderen Ländern ist Blablacar als Anbieter von Fernbusreisen indes
stärker aufgestellt. In Frankreich etwa hatte das Unternehmen schon
einige Monate vor dem Einstieg in den deutschen Markt den
französischen Marktführer Ouibus gekauft. Während die Fernbusse des
Unternehmens vor allem die stark befahrenen Strecken zwischen den
großen Städten bedienen, sollen über Auto-Mitfahrgelegenheiten
kleinere Regionen ans Netz angeschlossen werden.

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