Welche Werkzeuge Sie Zuhause wirklich brauchen

31.05.2021 Wer ambitionierte Heimwerker fragt, bekommt viele Tipps zu Spezialwerkzeugen, die man unbedingt kaufen sollte. Doch was braucht man zu Hause wirklich?

Wer selten etwas repariert, kann auf viele Werkzeuge verzichten. Provokant gesagt: Puristen brauchen nur ein Taschenmesser, das neben einem Korkenzieher noch weitere Tools hat - eine Säge, Spitzzange, einen Kreuz- sowie Schlitzschraubenzieher.

«Ein Taschenmesser funktioniert erstaunlich gut. Es ist faszinierend, was man damit alles machen kann. Und es ist natürlich auch praktisch für unterwegs», sagt Peter Baruschke, der für die Zeitschrift «Selbst ist der Mann» schon viele Werkzeuge ausprobiert und getestet hat.

Spätestens beim Bild aufhängen, stößt man damit aber an seine Grenzen. Zur Grundausstattung gehört also auch ein Hammer. «Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass der Hammer hochwertig ist und einen Schlagschutz hat», sagt Michael Pommer von der DIY Academy.

Schere, Stift und Licht als Teil der Grundausstattung

Hilfreich sind auch: eine Flasche Sprühöl, ein Zimmermannsbleistift, ein Cuttermesser, eine scharfe Schere und eine gute Puk-Säge. «Am besten mit auswechselbaren Blättern für Holz- und Metallarbeiten», sagt Pommer.

Praktisch ist auch Licht, wenn man in dunklen Ecken etwas reparieren muss. «Am besten besorgt man sich eine Stirnlampe - dann sind die Hände frei», sagt Baruschke.

Pommer rät: «Idealerweise kaufen Sie eine Lampe mit Akkus und Ladegerät. Das kostet zwar bei der Anschaffung etwas mehr, aber dafür muss man keine Batterien nachkaufen. Das ist langfristig günstiger.»

Akkuschrauber oder besser mit der Hand schrauben?

Pommer hält einen Akkuschrauber mit Schlag für unverzichtbar. Das Gerät sei vielseitig einsetzbar - und dank Akku von der Steckdose unabhängig. Baruschke sieht hingegen Vorteile darin, Handwerkzeuge zu benutzen: «Da habe ich es besser im Gefühl, wie stark ich etwa eine Schraube anziehen muss. Dadurch überdreht man zum Beispiel eine Schraube seltener und weniger geht kaputt.»

Ob Akkuschrauber oder Handwerkzeug: Man sollte sich einen guten Satz Bits dazu besorgen «Ist die Bit-Aufnahme magnetisch, hilft das die Schrauben besser aufzunehmen», so Pommer. Vorausgesetzt, die Schrauben sind nicht aus Edelstahl.

Oft lohnt es sich für hochwertige Werkzeuge mehr auszugeben. «Einen Zollstock gibt es beispielsweise schon als Werbegeschenk. Aber es sollte ein guter Zollstock sein. Denn der ist durch kleine Umbauten auch als Winkelmesser nutzbar», sagt Pommern. Eine Wasserwaage und ein flexibles Stahlmaßband sind auch hilfreich. «Gute digitale Messgeräte kombinieren beide Funktionen.»

Zangen, Schraubendreher, Schraubenschlüssel

Bei Zangen kommt es darauf an, wofür und wie häufig man sie braucht. Mit einer Wasserpumpenzange kann man auch Muttern aufdrehen. «Das Problem dabei ist nur, dass man viel leichter abrutscht als bei einem Schraubenschlüssel», warnt Baruschke.

Und wer etwa sein Fahrrad reparieren will, sollte seinen Werkzeugbestand mit Schraubenschlüsseln ergänzen, rät Baruschke. «Zumal man beim Fahrrad an viele Teile mit einer Wasserpumpenzange nicht so gut dran kommt».

Auf Kombizangen, die sowohl anpacken, als auch durchschneiden, kann man oft verzichten. «Ich würde dann eher eine Spitzzange kaufen, mit der man auch kleinere Teile greifen kann», empfiehlt Baruschke.

Oft helfen Alternativen, Platz und Geld zu sparen. Statt ein Set mit tausend Feilen kann man etwa Schleifpapier kaufen. «Empfehlenswert ist ein grobes Schleifpapier mit 60er-Körnung und ein feines mit 120er-Körnung. Damit kommt man ziemlich weit», so Baruschke.

Komplettlösungen für Bequeme

Wer noch kein Werkzeug zuhause hat und unsicher ist, was er braucht, kann sich das Leben einfach machen. «Einsteiger können fertig bestückte Werkzeugkästen kaufen. In der Regel sind da alle wichtigen Werkzeuge für Reparaturen drin. Oft ist ein Komplett-Set günstiger, als einzeln gekaufte Werkzeuge», erklärt Baruschke.

Aber: Käufer können nur bedingt bestimmen, welche Werkzeuge in welcher Qualität dabei sind. «Zudem sind da manchmal auch Geräte in den fertigen Werkzeugkoffern, die man nur selten oder nie braucht», sagt Baruschke.

«Viele Gegenstände können sich Heimwerker auch leihen», sagt Pommer. So bekommt man im Baumarkt etwa Leihgeräte wie Bohrhammer und Leitungsdetektoren sowie Tapezier- oder Parkettschleifmaschinen.

Besser im Set oder nach Gebrauch kaufen?

Neben Werkzeug brauchen Heimwerker für Reparaturen oder kleinere Bauprojekte auch Schrauben, Dübel, Nägel, Dichtungen. Natürlich kann man sich eine Auswahl an gängigen Größen auf Vorrat kaufen. «Da gibt es häufig Sets, die vergleichsweise günstig sind», sagt Peter Baruschke von der Zeitschrift «Selbst ist der Mann».

Doch wer etwa ein Regal bestellt, bekommt meist die passenden Schrauben dazu geliefert - und braucht keine auf Vorrat. Der Kauf ist also Abwägungssache, wenn man Platz und Geld sparen will.

«Im Alltag ist es meist nicht vorhersehbar, wie viele Schrauben oder Nägel man etwa in welcher Größe wann braucht. Da ist es oft sinnvoller, wenn man solche Verbrauchsgegenstände kauft, wenn man beispielsweise konkret ein Projekt plant», erklärt Baruschke.

Denn dann muss man sowieso Material besorgen und kann sich dazu gleich Schrauben oder Nägel in der passenden Anzahl und Größe aussuchen. Zumal es abseits der Standardlösungen bei Schrauben und Dübel viele Besonderheiten gibt.

Genügend Material zum Improvisieren und Reparieren besorgen

Verbrauchsgegenstände wie Kabelbinder, Panzertape sowie Isolierband für Elektriker sollte man hingegen immer im Haushalt haben. Sie kommen öfters zum Einsatz. «Mit dieser Ausstattung kann man viele Dinge vorübergehend reparieren, bis man die passende Dichtung oder richtige Schraube besorgt hat», sagt Baruschke.

Auch beim Kleber empfiehlt er, einen Universalkleber zu besorgen, denn er funktioniert bei vielen Gelegenheiten und kann unterschiedliche Dinge reparieren.

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