Viele Glätteunfälle in Bayern: Mehr Schnee erwartet

19.01.2021 Der Winter hat Bayern noch immer voll im Griff. Vor allem die Regionen am Alpenrand sind ganz in Weiß getaucht. Der Verkehr wird damit vielerorts zur gefährlichen Rutschpartie - vor allem in Oberbayern.

Der Schriftzug «Unfall» leuchtet an einem Streifenwagen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Geparkte Autos versinken unter einer dicken weißen Decke. Steine in einem Fluss sind malerisch in Schnee getaucht: Diese Bilder boten sich am Montagmorgen in Garmisch-Partenkirchen am oberbayerischen Alpenrand. Gerade die höher gelegenen Regionen im Freistaat sind derzeit völlig eingeschneit.

Andererseits machen Schnee und Eisglätte das Autofahren vor allem im Süden Bayerns zur Rutschpartie mit vielen Unfällen. Die Polizei im oberbayerischen Fürstenfeldbruck registrierte am Sonntag insgesamt 17 Unfälle mit acht Leicht- und einem Schwerverletzten.

Besonders betroffen war die Autobahn 8, wo sich zwischen den Anschlussstellen Odelzhausen und Sulzemoos (Landkreis Dachau) am Sonntag vier Unfälle ereigneten. Einen Schwerverletzten gab es in der Nacht auf Montag am Dreieck Eschenried (Landkreis Dachau). Ein Sattelzug war in den Fahrbahnteiler gekracht - die Zugmaschine stellte sich quer zur Fahrbahn. Zur Bergung des Mannes waren die A8 in Richtung München und die A99 in Richtung Salzburg stundenlang gesperrt.

Zuvor hatte eine Fahrerin auf der matschigen Fahrbahn die Kontrolle über ihren Wagen verloren und schleuderte über die Spuren. Ein herannahender Fahrer konnte nicht ausweichen und kollidierte mit dem Wagen der Frau. Beide wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Auf der Autobahn 93 in Niederbayern krachten nach Polizeiangaben am Montagmorgen zwischen den Anschlussstellen Abensberg und Siegenburg (Landkreis Kelheim) fünf Autos ineinander, mehrere Personen wurden verletzt. An den Steigungen des Bayerischen Waldes hätten mehrere liegengebliebene Laster den Verkehr behindert. Insgesamt zählte die niederbayerische Polizei zwischen Montagmorgen und -mittag 32 Unfälle mit sechs Verletzten. Gegen Mittag habe sich die Lage aber beruhigt.

Auf einer Bundesstraße in der Gemeinde Hohenkammer (Landkreis Freising) kam nach Polizeiangaben vom Montag ein 36 Jahre alter Autofahrer in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Er kam am Samstag verletzt ins Krankenhaus.

Im schwäbischen Hohenaltheim (Landkreis Donau-Ries) stürzte eine 24-Jährige mit ihrem Auto von einer schneeglatten Kreisstraße in einen etwa drei Meter tiefen Straßengraben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Dabei erlitt die Fahrerin am Sonntag mehrere Prellungen sowie ein Halswirbelsäulenschleudertrauma. Sie musste ebenfalls in eine Klinik gebracht werden.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach ereignete sich am Montagabend auf der A6 dann noch ein tödlicher Verkehrsunfall. Ein Autofahrer war dabei aus seinem Kleintransporter geschleudert worden und gestorben. Das Fahrzeug war nach ersten Erkenntnissen der Polizei zuvor auf schneebedeckter Straße gegen die Mittelleitplanke geprallt und schließlich auf der Seite zum Liegen gekommen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Bayern in der Nacht auf Dienstag von Nordwesten her weitere Schneefälle. «Ab dem späten Vormittag gehen diese dann in Regen über», prognostizierte ein DWD-Sprecher. Dies könne ab Dienstagnachmittag erneut zu überfrierender Nässe und Glatteis führen, vor allem an der Donau, in den östlichen Mittelgebirgen und dem Bayerischen Wald.

In den Gipfellagen des Bayerischen Waldes und der Alpen kann es am Dienstag nach DWD-Prognosen zu schweren Sturmböen mit bis zu 100 Stundenkilometern kommen, im Flachland zu starken bis stürmischen Böen mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde.

Ansonsten rechnen die Meteorologen am Dienstag mit etwas milderen Temperaturen. In Mainfranken könnten diese auf bis zu plus sechs Grad steigen, sagt der Sprecher des DWD. Am kältesten werde es mit bis zu minus acht Grad in den Alpen bleiben.

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