Mit Masken und ohne Gesang: Christen in Bayern feiern Ostern

04.04.2021 Ostern 2020 durften wegen der Corona-Krise keine Ostergottesdienste mit Besuchern stattfinden. Ein Jahr später ist die Pandemie noch nicht vorbei.

Bunte Ostereier hängen an einem Baum in einem Garten. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Unter Corona-Bedingungen haben Christen in Bayern das Osterfest gefeiert. Die Gottesdienste anlässlich der Auferstehung Jesu mussten sie mit Masken und unter Verzicht auf den gemeinsamen Gesang abhalten. Weil nur wenige Besucher in den Kirchen zugelassen waren, wurden viele Gottesdienste im Internet übertragen. Bayerns Bischöfe gingen in ihren Predigten zum wichtigsten Fest im Christentum auch auf die Corona-Krise ein.

Münchens Erzbischof Kardinal Reinhard Marx feierte am Samstagabend den Ostergottesdienst im Liebfrauendom. Angesichts der Pandemie seien die Menschen zur Konzentration auf das Wesentliche gezwungen, sagte er laut einer Mitteilung. Man müsse auf vieles verzichten. «Aber manches könnte auch gewonnen werden, etwa die Aufmerksamkeit für das eigentlich Wichtige im Leben: die Beziehungen, die Familie, das Miteinander, die Solidarität mit den Schwachen.» Auch am Sonntag gab es eine Messe im Münchner Dom.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hob bei einem Gottesdienst am Samstagabend in Landshut den tröstenden Charakter der Osterbotschaft hervor. Mit der Auferstehung verliere der Tod seinen Schrecken. «Unsere Lieben haben uns nicht in die Dunkelheit hinein verlassen, sondern ins Licht. Und wir hoffen darauf, dass wir in diesem Licht einst wieder vereint sein werden.»

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick sagte in der Osternacht, es sei blasphemisch und zynisch, zu behaupten, Gott habe die Menschheit mit der Pandemie bestraft. «Es widerspricht dem Wesen Gottes, eine solche Katastrophe für die ganze Welt zu verursachen», so Schick. Gott wolle die Menschen aber zu Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft erwecken.

In Würzburg sagte Bischof Franz Jung am Sonntag mit Bezug auf Papst Franziskus, mit Ostern sei der Tod zum Bruder geworden und habe das bedrohliche verloren. Passaus Bischof Stefan Oster bezeichnete die Auferstehung laut Mitteilung als «Urknall». Von diesem Ereignis gehe ein Lichtstrahl aus, der alles heller mache - auch schwierige Zeiten in Gesellschaft und Kirche. «Wirklich verändern tut sich für uns erst etwas, wenn Sie selber in diesen Lichtstrahl eintreten», sagte Oster.

Die Menschen dürften auch und gerade in der Corona-Krise zuversichtlich bleiben und «trotzig und frech» Ostern feiern, sagte Bischof Bertram Meier in Augsburg. Von einem Zeichen der Hoffnung sprach in Eichstätt Bischof Gregor Maria Hanke. Denn: Gottes Liebe gehe durch Leiden und Krankheiten, durch die eigenen Grenzen und Fähigkeiten und erst recht durch den Tod hindurch. Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer ging auf «die neue Einsamkeit» in Zeiten der Pandemie ein, in der die Kirche Abhilfe schaffen könne.

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