Fanvertreter: Europapokal-Reform «Gefahr» für Fußball

16.04.2021 Fanvertretungen europäischer Spitzenvereine wie dem FC Bayern München und Borussia Dortmund haben sich gegen die Reformpläne der Clubvereinigung ECA für die Champions League ausgesprochen. Diese würden «eine ernstzunehmende Gefahr für den gesamten Fußball» darstellen, heißt es in dem offenen Brief an ECA-Chef Andrea Agnelli, den der Verein Football Supporters Europe veröffentlichte. «Die Kluft zwischen den reichsten Clubs und dem Rest der Fußballwelt» würde durch die Pläne weiter vergrößert, «die nationalen Rahmenterminkalender zerstört und den Fans zusätzliche finanzielle und zeitliche Belastungen aufgebürdet.»

Ilkay Gündogan (l) von Manchester und Dortmunds Thorgan Hazard (r) versuchen den Ball zu spielen. Foto: Federico Gambarini/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem vom Club Nr. 12 des FC Bayern und der Fanabteilung des BVB sowie Fanvertretungen internationaler Vereine wie Real Madrid, Paris Saint-Germain und Manchester United. Die Anhänger fordern die Clubs, die Mitglied der ECA sind, auf, die aus ihrer Sicht «rücksichtslosen Reformpläne aufzugeben. Außerdem appellieren wir an die nationalen und internationalen Verbände, den Top-Clubs keine weiteren Zugeständnisse zu machen und stattdessen die Zukunft des Fußballs zu schützen.»

Die Exekutive der Europäischen Fußball-Union UEFA mit dem DFB-Vertreter Rainer Koch will am Montag über die angedachte Reform des Europapokals entscheiden. Dabei geht es unter anderem darum, in welchem Format die Champions League ab 2024 ausgetragen wird.

Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, dass 36 statt bislang 32 Teams teilnehmen sollen. Gespielt werden soll dann nicht mehr in acht Vorrundengruppen, sondern in nur einer Liga, in der aber nicht Jeder gegen Jeden antritt. Die Zahl der Partien pro Saison würde deutlich ansteigen. Die ECA sprach sich zuletzt dafür aus, dass pro Saison zwei Teams ohne direkte Qualifikation allein auf Basis historischer Ergebnisse einen Startplatz erhalten. Am Freitag wollte die Europäische Club-Vereinigung, die mit zwei Sitzen in der Exekutive der UEFA vertreten ist, letzte Details für die Reform besprechen.

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