Aufregung vor Prozess um Millionenbetrug bei Pflegedienst

15.06.2021 Trotz des unerwarteten Besuchs einer Amsel im Sitzungssaal hat der Prozess wegen Millionenbetrugs bei einem Pflegedienst am Dienstag wie geplant vor dem Landgericht München I begonnen. Die drei Männer und eine Frau werden beschuldigt, nicht erbrachte Pflegedienstleistungen abgerechnet und damit einen Schaden von mehr als zwei Millionen Euro verursacht zu haben. Das Urteil soll nach vier Verhandlungstagen am 30. Juni fallen.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es ist einer von drei großen Verfahrenskomplexen, die die Staatsanwaltschaft München I wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in einer Vielzahl von Fällen erhoben hat. Dutzende Pflegedienst-Mitarbeiter, Ärzte und Patienten sollen in die Abzocke in München und Augsburg verwickelt gewesen sein, weitere Ermittlungen laufen.

Im konkreten Fall sollen die Angeklagten vor allem russischsprachige Pflegebedürftige angeworben haben. Anstelle der abgerechneten Pflegeleistungen bekamen diese dann aber nur Hilfen im Alltag - etwa Unterstützung beim Einkauf oder bei der Maniküre. Außerdem sollen die Angeklagten Prüfungen zur Einstufung des Pflegrades gezielt manipuliert und ärztliche Verordnungen durch falsche Angaben zum Gesundheitszustand der Patienten erschlichen haben.

Die Amsel übrigens, die kurz vor dem Eintreten des Gerichts auf dem Tisch der vorsitzenden Richterin Platz genommen hatte, wurde letztlich mithilfe der Robe der Protokollantin eingefangen und von einem Wachtmeister unbeschadet in die Freiheit entlassen.

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