Bundesregierung verurteilt Greenpeace-Aktion in EM-Stadion

16.06.2021 Die Bundesregierung hat die missglückte Greenpeace-Protestaktion im Münchner EM-Stadion scharf kritisiert. «Das war eine unverantwortliche Aktion, die Menschen in große Gefahr gebracht hat», erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Aktion sei zwar «Gott sei Dank einigermaßen glimpflich» ausgegangen, was auch «eine große Erleichterung» sei. Trotzdem sollten die Verantwortlichen «schon selbstkritisch den Sinn solcher Aktionen hinterfragen, bei denen es um maximales Spektakel für maximale PR-Wirkung» gehe, sagte Seibert.

Regierungssprecher Steffen Seibert nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Diese führten zu «potenziell gemeingefährlichen Situationen». Seibert stellte klar, dass die Verurteilung der Greenpeace-Aktion nichts mit den Inhalten des Protests zu tun habe. Man müsse diese Aktion so beurteilen, «völlig unabhängig davon, welchem Zweck sie diente», sagte Seibert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in München, Protest müsse dort enden, wo andere Menschen beeinträchtigt würden. «Kein Protest rechtfertigt es, andere Menschen zu gefährden», sagte Spahn, der selbst im Stadion war. «Wir haben uns alle ein Stück erschrocken, weil man ja sah, da geht etwas schief», sagte Spahn.

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend hatte ein Motorschirm-Flieger sich selbst und die Fans in der Arena mit einer Notlandung im Stadion in Gefahr gebracht. Zwei Männer wurden verletzt. Hinter der Aktion stand die Umweltorganisation Greenpeace, die damit gegen den Sponsor Volkswagen protestieren wollte. Greenpeace entschuldigte sich wenig später für den missglückten Protest, es sei nie die Absicht gewesen, das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzen.

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