Prozess um Anlagebetrug: Angeklagter erzählt Lebensweg

17.06.2021 Im Prozess um mutmaßlichen Anlagebetrug mit mehr als 167 Millionen Euro hat der Angeklagte seinen Lebensweg vom Schulabbrecher zum Fondsverkäufer bis zum Tierschützer geschildert. Im Plauderton erzählte der 48-Jährige am Donnerstag vor dem Landgericht München I, wie er das Gymnasium verließ, eine Maurerlehre machte und Fitnesstrainer wurde. Dort sei er davon fasziniert gewesen, den Menschen Verträge zu verkaufen. Später versuchte er sich als Immobilienmakler und begann mit einer eigenen Gesellschaft Fonds zu vertreiben.

Blick auf das Gerichtsgebäude. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seine Aussage reicherte der 48-Jährige auch immer wieder mit Anekdoten und Scherzen an. Beispielsweise, dass er dem Rat eines Buches folgend stets einen 500-Euro-Schein mit sich geführt habe - um sich reich zu fühlen. Zu seinem Wissen über die verkauften Fonds sagte er: «Ich hab tatsächlich mal einen Prospekt von vorne bis hinten gelesen, wie die Bibel, beides habe ich aber nicht verstanden.»

Zu den Vorwürfen selbst will sich der 48-Jährige seinen Anwälten zufolge vorerst noch nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, zusammen mit Partnern in den Jahren 2009 bis 2014 von Tausenden Anlegern mehr als 167 Millionen Euro eingesammelt und zweckentfremdet zu haben. Am Montag geht der Prozess mit der Vernehmung eines Ermittlers weiter.

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