Erste Festnahme nach Krawallen: Ermittlungen dauern an

25.06.2021 Rund 200 Flaschenwürfe, 15 verletzte Polizisten: Ausschreitungen auf Augsburgs Feiermeile haben Empörung ausgelöst. Jetzt meldet die Polizei einen ersten Ermittlungserfolg - und stellt sich auf viel weitere Arbeit ein.

Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Knapp eine Woche nach Krawallen in Augsburg sitzt ein erster Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Der 19 Jahre alte Schüler sei am Freitagmorgen an seinem Wohnsitz in Augsburg festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Er soll auf der Maximilianstraße, der Feiermeile der Stadt, mehrfach Flaschen geworfen sowie später als Rädelsführer eine Menschenmenge angestachelt und Polizisten massiv beleidigt haben.

Trotz des schnellen Fahndungserfolgs haben die Ermittler noch viel Arbeit vor sich. Zu den Ausschreitungen seien der Polizei bislang etwa 170 Bilder und Videos zur Verfügung gestellt worden, sagte ein Sprecher. «Wir haben schon etliches gesichtet, aber es steht auch noch einiges aus.» Unter anderem müssten noch Aufnahmen der Bodycams von am Einsatz beteiligten Polizisten ausgewertet werden. «Das ist eine Menge im Tausender-Bereich», sagte der Sprecher. In der Ermittlungsgruppe arbeiteten 20 Beamte an dem Fall.

Neun Verdächtige hat die Polizei nach eigenen Angaben inzwischen ermittelt. Klare Gemeinsamkeiten gebe es bei den Verdächtigen bislang nicht, sagte der Polizeisprecher. «Für eine solche Aussage ist es noch zu früh.» Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hatte nach den Krawallen gesagt, diese seien nicht von dem «üblichen und typischen Maxstraßen-Partyvolk» ausgegangen, sondern von jungen Männern, die als Gang in die Stadt gekommen seien.

In der Nacht auf den 20. Juni hatten sich nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen in der Maximilianstraße versammelt. In der Folge kam es zu Angriffen auf Rettungsdienste und Polizisten. Laut Polizei wurde aus der Menschenmenge heraus rund 200 Mal mit Flaschen geworfen, 15 Polizisten seien bei dem Einsatz leicht verletzt worden.

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