Wohnungswirtschaft: Materialmangel wird Neubauten bremsen

26.07.2021 Der weltweite Nachschubmangel bei Baumaterialien wird voraussichtlich den Wohnungsbau in Bayern bremsen - wenn auch mit Verzögerung. Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (vdw) geht davon aus, dass bereits begonnene Neubauten wie geplant fertiggestellt werden, aber weniger neue Vorhaben begonnen werden. Das sagte vdw-Verbandsdirektor Hans Maier am Montag in München. «Wir bauen das fertig, was wir in 2020 begonnen haben, aber wir werden einen Baubeginnstopp bei manchen Bauvorhaben haben, die sich einfach mit den hohen Preisen nicht mehr rechnen.»

Arbeiter stehen auf einer Baustelle eines Wohngebäudes. Foto: Soeren Stache/dpa-zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Viele Baumaterialien sind seit Monaten Mangelware, darunter Dämmstoffe, Leitungsrohre, aber auch Stahl. Ein Ende der Knappheit ist nach Maiers Worten nicht in Sicht: «Die Lieferverzögerungen bei den Rohren, die aus China kommen, ist ungefähr neun Monate.» Selbst Sand und Kies seien knappe Güter geworden.

Dessen ungeachtet will laut einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen mehr als die Hälfte in den kommenden zwei bis drei Jahren mehr und nicht weniger in den Wohnungsbau investieren. «Die bayerische Wohnungswirtschaft will weiter neue Wohnungen bauen», sagte Maier.

Dem Verband gehören 490 großenteils sozial orientierte Wohnungsunternehmen an, denen gut 468 000 Wohnungen in Bayern gehören. Darunter sind 356 Genossenschaften und 102 kommunale Unternehmen. Die Durchschnittsmiete ist laut Maier mit 6,40 Euro pro Quadratmeter immer noch günstig, doch die Unternehmen leiden unter den steigenden Baupreisen.

Das liegt nicht nur am Materialmangel. Seit dem Jahr 2000 seien die Bauwerkskosten um 80 Prozent gestiegen - das sind im Wesentlichen die Ausgaben für die Bauarbeiten als solche. Und die Baulandpreise hätten sich in Bayerns Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern seit 2013 verdoppelt, sagte Maier. Neue oder wieder vermietete Wohnungen kosten demnach laut vdw mittlerweile schon vielerorts über 10 Euro pro Quadratmeter.

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