Reformbewegung wirft Ratzinger Einmischung vor

26.07.2021 Die Reformbewegung «Wir sind Kirche» wirft dem emeritierten Papst Benedikt XVI. vor, sich in kirchenpolitische Angelegenheiten einzumischen. «Bei allem Respekt vor seiner Lebensleistung finden es viele Gläubige verstörend, dass Joseph Ratzinger zum wiederholten Male sein Wort bricht, "verborgen vor der Welt zu leben", das er bei seinem Rücktritt gegeben hatte», sagte «Wir sind Kirche»-Sprecher Christian Weisner am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Christian Weisner vom Bundesteam der Kirchen-Reformgruppe "Wir sind Kirche". Foto: Armin Weigel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der frühere Kardinal Ratzinger geht in einem Interview mit der «Herder Korrespondenz» mit Amtsträgern der katholischen Kirche ins Gericht und fordert mehr persönliche Begeisterung für den Glauben: «Solange bei kirchenamtlichen Texten nur das Amt, aber nicht das Herz und der Geist sprechen, so lange wird der Auszug aus der Welt des Glaubens anhalten», wird Ratzinger darin zitiert. Er erwarte «ein wirkliches persönliches Glaubenszeugnis von den Sprechern der Kirche».

«Wenn er konkret "die Amtskirche" kritisiert, meint er wohl in erster Linie die Kollegen Bischöfe in Deutschland», sagte Weisner. Aus seiner Sicht ist die «Gefahr groß, dass konservative Kräfte in der katholischen Kirche dies auch als Festhalten am Priesterbild der damaligen Zeit lange vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil deuten».

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