Kahn: Keiner hat es bereut, lange beim FC Bayern zu bleiben

04.08.2021 Der neue Vorstandschef Oliver Kahn wirbt darum, dass Fußball-Stars beim FC Bayern München bei Vertragsverhandlungen nicht nur finanzielle Aspekte im Auge haben sollten. «Natürlich weiß ich, dass Geld immer eine Rolle spielt. Aber ein Spieler ist auch ein Mensch, der sich Gedanken machen sollte: Eine Karriere geht schneller vorbei, als man denkt - und wie sollen einen die Fans dann in Erinnerung behalten? Was soll man zum Schluss über mich sagen? Wo soll man mich verorten?», sagte Kahn im Mitgliedermagazin «51».

Oliver Kahn, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Der FC Bayern bietet seinen Spielern unheimlich viel. Das sollte jedem bewusst sein. In der Vergangenheit haben viele Spieler beim FC Bayern erkannt, was hier möglich ist. Und keiner hat es bereut, lange geblieben zu sein», sagte Kahn. Der 52-Jährige trat in diesem Sommer beim FC Bayern München die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge an.

Aktuell stehen besonders Verhandlungen mit Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka im Fokus. Der Vertrag des 26-Jährigen läuft in einem Jahr aus. Eine Einigung wurde noch nicht erzielt. In diesem Sommer hatten die Bayern Abwehrchef David Alaba ablösefrei zu Real Madrid ziehen lassen müssen. Die Vereinsführung konnte sich mit dem österreichischen Nationalspieler finanziell nicht einigen.

Im Kampf um einen internationalen Spitzenplatz des Vereins setzt Kahn angesichts des durch die Corona-Krise angegriffenen Festgeldkontos auch auf andere Faktoren. «Insbesondere die investorengetriebenen englischen Clubs haben eine enorme finanzielle Power. Trotzdem ist es uns bisher immer gelungen, diesen Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Daran arbeiten wir mit allem, was wir haben, denn wir sind der FC Bayern», sagte der frühere Weltklasse-Torwart.

«Siegermentalität haben andere auch - aber wir haben diese ganz bestimmte Siegesfähigkeit. Bei uns lernt man, wie man Titel holt, das ist hier ganz extrem ausgeprägt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, wie viel es einem Spieler gibt, eine Ära zu prägen. Was es wert ist, ein gestaltender Teil einer Ära zu sein, merken viele Spieler erst, wenn die Karriere vorbei ist», sagte Kahn.

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