Betrug mit Polizistentrick: Zwei Berlinerinnen vor Gericht

11.02.2021 Gegen zwei Frauen, die an Betrügereien falscher Polizisten beteiligt gewesen sein sollen, hat ein Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten begonnen. Die 23- und die 27-Jährige sollen als Mitglieder einer Bande agiert haben.

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In vier Fällen seien ältere Menschen mit dem sogenannten Falsche-Polizisten-Trick um Bargeld und Münzen im Wert von insgesamt rund 85 000 Euro gebracht worden, so die Anklage. Ob sich die beiden Berlinerinnen zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Beginn des Prozesses am Donnerstag zunächst offen.

Die Frauen sollen sich laut Anklage im Januar 2019 mit zwei - gesondert verfolgten - Komplizen zusammengeschlossen haben. Senioren seien von einem Mittäter aus der Türkei angerufen worden. Der Mann habe sich als angeblicher Polizist ausgegeben und älteren Menschen vorgegaukelt, sie seien unmittelbar von Straftaten bedroht und sollten ihre Wertsachen so deponieren, dass sie von Beamten abgeholt werden könnten.

In einem Fall habe eine Seniorin Gold- und Silbermünzen im Wert von 5000 Euro in einem Beutel aus dem Fenster ihrer in der zweiten Etage gelegenen Wohnung geworfen, hieß es weiter in der Anklage. In einem anderen Fall soll eine Rentnerin in Berlin-Schöneberg Bargeld in Höhe von etwa 70 000 Euro in einem Beutel vor die Eingangstür ihres Hauses gelegt haben. Die beiden Angeklagten hätten das Geld abgeholt.

Bereits im Januar 2020 war mit einer damals 28-Jährigen ein mutmaßliches Mitglied der Bande wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Geldwäsche zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Der Prozess gegen die 23- und die 27-Jährige wird am 18. Februar fortgesetzt. Die Opfer sind als Zeugen geladen.

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