Zahl der Kältehilfe-Plätze für Obdachlose weiter erhöht

13.02.2021 Die Berliner Kältehilfe hat die Zahl der Plätze für Obdachlose angesichts des anhaltenden Winterwetters zum Wochenende weiter erhöht. Aktuell stehen nach Angaben der Senatsverwaltung für Soziales mehr als 1500 Plätze zur Verfügung - den Angaben zufolge so viele wie noch nie. Falls nötig, sei es möglich, auch noch weitere Einrichtungen in Betrieb zu nehmen, sagte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage. «Wir beobachten die Lage und gucken, wie sie sich entwickelt.» Auch für die Nacht auf Sonntag sind Temperaturen von deutlich unter null Grad vorhergesagt.

Mitarbeiter des DRK suchen nach Obdachlosen. Foto: Annette Riedl/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erneut im Einsatz waren die sogenannten Wärmebusse von Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Berlin. Sie versorgen Obdachlose zum Beispiel mit Decken, Schlafsäcken, Isomatten und heißem Tee oder fahren sie zu den Notunterkünften. Zuletzt seien jeweils bis zu zehn Fahrzeuge im Wärmebus-Einsatz gewesen, sagte ein DRK-Sprecher am Samstag. Die Zahl der Anrufe bei der Wärmebus-Hotline habe aber abgenommen. «So dass man annehmen kann, dass sich die Situation verbessert hat und sich die kurzfristige Erhöhung der Wärmebus-Flotte ausgezahlt hat», sagte der Sprecher.

Aus Sicht der Sozialverwaltung gibt es zumindest akut keinen Engpass bei der Versorgung obdachloser Menschen: «Im Moment ist es so, dass wir genug Unterbringungsplätze für die Nacht und auch für Tageseinrichtungen noch Kapazitäten haben», sagte der Sprecher. Zum Beispiel der Hangar 1 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, der vergangene Woche als beheizte Unterkunft eröffnet wurde, werde noch relativ wenig genutzt, haber aber eine Kapazität von 100 Plätzen.

«Das Ziel ist es zu verhindern, dass Menschen, die obdachlos sind, sich jetzt auch tagsüber im Freien aufhalten müssen», erklärte der Sprecher. Deshalb sei auch die Zahl der Tagesplätze erhöht worden. Das gilt unter anderem für das «Hofbräuhaus» in der Karl-Liebknecht-Straße, das in eine Tagesstätte für Obdachlose umgewandelt worden sei. «Da hatten wir anfangs 160 Plätze und haben die Kapazität auf 230 erhöht.»

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