«Smalltalk» mit Startelf-Kandidat Khedira

19.02.2021 Hertha BSC macht sich vor dem nächsten schweren Spiel selber Mut. Sportdirektor Friedrich sieht gegen Leipzig eine Siegchance. Trainer Dardai spürt weder Hektik noch Panik. Erstmals könnte Khedira fit sein für die Startelf. Matheus Cunha bekommt vom Trainer liebe Worte.

Sami Khedira auf dem Spielfeld. Foto: Carmen Jaspersen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Startelf-Perspektive für Sami Khedira, Liebeserklärung an Matheus Cunha. Vor dem aussichtslos wirkenden Duell mit Angstgegner RB Leipzig hat Hertha-Trainer Pal Dardai seine besten Fußballer besonders im Blick. Ex-Weltmeister Khedira könnte am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) erstmals seit seinem Wechsel von Juventus Turin in der Anfangsformation des akut abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten stehen. «Ich überlege natürlich, dass er vielleicht von Anfang an spielt», sagte Dardai am Freitag in der Online-Pressekonferenz der Berliner.

Bislang war der 33 Jahre alte Khedira gegen den FC Bayern (0:1) und beim VfB Stuttgart (1:1) nur zweimal in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden. Zu groß war noch sein Fitness-Defizit. Auch diese Joker-Option will sich Dardai für den neuen Führungsspieler aber offen halten. «Es sieht gut aus, es kann sein, dass er von Anfang an spielt, es kann sein, dass er zur Halbzeit kommt», sagte der Ungar.

Im Training richtete Dardai den Akzent mit Spielformen und Regenerationsphasen schon extra für Khedira auf eine mögliche Spieltags-Simulation aus. Ob er gegen RB von Anfang an auf dem Rasen steht, kann Khedira aber offenbar auch selbst mitbestimmen. Ein wenig «Smalltalk» werde er mit dem Mittelfeldstrategen darüber halten, berichtete Dardai.

Vehement widersprach der Trainer Spekulationen über einen Konflikt mit dem Brasilianer Matheus Cunha. «Ich bin hochzufrieden mit ihm. Er ist der beste Spieler», sagte Dardai über den 21-Jährigen, der vor einem Jahr für 18 Millionen Euro von RB Leipzig zur Hertha wechselte. Cunha hat seit fast 900 Minuten kein Tor mehr erzielt. Von den zuletzt elf Spielen ohne Cunha-Tor konnte Hertha nur zwei gewinnen.

Dardais Vorgänger Bruno Labbadia hatte den Angreifer auch öffentlich für seinen launischen Charakter kritisiert. Herthas Trainer-Rückkehrer meckerte nun aber über zu viel Hauptstadt-Boulevard. «Ihr sollt ehrlich schreiben. Das ist nicht okay», sagte Dardai. Die Story über einen Streit sei ausgedacht. Die Wahrheit laute: «Ich liebe diesen Jungen.»

Trotz des drohenden Sturzes auf den 16. Platz sieht Dardai keinen Grund für «Hektik» oder «Panik». «Wenn das zum Schluss Relegation bedeutet, dann ist es Relegation», sagte der Ungar zum Abstiegskampf. Wichtig seien die Duelle gegen direkte Konkurrenten, baute er auch einer weiteren Niederlage gegen Leipzig vor.

Möglicherweise hatte Dardai zuvor auf die Bilanz geschaut. Gegen die Sachsen hat die Hertha bisher alle ihre vier Heimspiele seit 2017 klar verloren. 1:4, 2:6, 0:3, 2:4 lauten die aus Berliner Sicht frustrierenden Zahlen. Sportdirektor Arne Friedrich macht aber auf Optimismus: «Es kann in der Bundesliga im Moment jeder gegen jeden gewinnen, deswegen können wir auch gegen den Tabellenzweiten gewinnen.»

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